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durchnäßt, und ohne etwas im Magen die Nacht auf feuchtem Boden zubringen zu ſollen, wo ihm jeden
Augenblick eine wilde Beſtie des Urwalds einen Beſuch
abſtatten konnte. Doch da war nichts zu ändern, und er mußte zum ſchlimmen Spiele eine gute Miene machen. Er hatte keine andere Waffe, als ſein Meſſer, da ſeine Piſtolen in den Sattelholftern ſtaken, keinen Teppich, keinen Mantel, um ſich damit zu bedecken, und da es ihm außerdem an den Mitteln gebrach, ein Feuer an⸗ zuzünden, ſo beſchloß er in heller Verzweiflung, im Walde weiter zu wandern, bis er auf eine menſchliche Wohnung träfe, und wenn er bis zum Morgen auf den Beinen bleiben mußte.
So lange es noch hell war, ging es damit leidlich
Wiährend er noch mit ſich ſelbſt zu Rathe ging und
genug; als aber endlich die Nacht einbrach, wurde es
ſchwierig, den ſchmalen Roßpfad auch nur eine Stunde weit einzuhalten. Er fand nach dieſer Friſt, daß er verirrt war, und wußte nun nicht mehr, in welche Richtung er ſich zu wenden hatte, um wieder auf den verlorenen Weg zu kommen. Machte er auf's Gerathe⸗ wohl fort, ſo ſtand zu befürchten, daß er ſich auch am anderen Morgen nicht wieder zurecht fand, weßhalb er beſchloß, an Ort und Stelle zu bleiben. Er hätte wohl gerne ſeine naſſen Kleider getrocknet, aber da ihm die Mittel hiefür abgingen, ſo ſuchte er ſich einen Baum aus, in deſſen Zweigen er wenigſtens gegen die Angriffe der Raubthiere geſichert war, die, wie er wußte, ſich noch in dieſer Gegend umtrieben. Er hatte bald, was er brauchte; aber wenn auch der Blätter⸗ ſchirm ſeinem Leben Schutz verſprach, ſo entſchwanden ihm doch die langen Stunden, die ſein durchkälteter Körper ſchon um der gefährlichen Oertlichkeit willen ſchlaflos verbringen mußte, qualvoll genug.
Er mochte ein paar Stunden in dieſer peinlichen Lage geſeſſen haben, als er mit freudiger Ueberraſchung aus der Ferne den Hufſchlag von Pferden vernahm, die allmählig näher und näher kamen, bis er endlich ſogar die willkommenen Laute menſchlicher Stimmen
Haändel bereiten. Geht mit der Laterne und dem Spa⸗
unterſcheiden konnte; es hatte den Anſchein, als unter⸗
hielten ſich ein paar Reiſende in der gewöhnlichen Weiſe mit einander.„Die kann ich anrufen,“ ſagte mein Freund zu ſich ſelbſt.„Sie werden mich auf den rech⸗ ten Weg weiſen, und wenn's gut geht, finde ich noch in der nächſten Anſiedelung ein ordentliches Nachtquar⸗ tier.“ Getroſt in der Ueberzeugung, daß er nicht weit von dem Wege abgekommen ſein konnte, wartete er, bis die Reiter nahe genug waren, um ſeinen Ruf zu hören. Aber während er in ängſtlichem Schweigen harrte, vernahm er plötzlich den Knall einer Piſtole,
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8 Unſer Freund bemerkte nun, daß das Licht von einer Blendlaterne ausging; doch konnte er durch die Blätter und Zweige nur gelegentlich die ſchattenhaften Bewegungen der beiden Mörder unterſcheiden, die jetzt ihre Pferde anbanden und ſo leiſe ſprachen, daß ſich von ihren Worten nichts mehr verſtehen ließ. In ſei⸗
ner Aufregung wußte er nicht, was er thun ſollte, und
es kämpfte in ihm, ob es am beſten ſei, ruhig auf ſeinem Baume ſitzen zu bleiben, oder ſich fortzuſchlei⸗ chen, um in der nächſten Anſiedelung Lärm zu machen.
lauſchend umherſchaute, hörte er einen von den Schur⸗ ken lauter ſagen:„So, jetzt haben wir, was wir wollten. Schätz wohl, wir müſſen ihn auch ein⸗ ſcharren.“
„Natürlich,“ verſetzte der Andere.„Unter den Bo⸗ den mit ihm, daß weder Menſch noch Vieh ihn aus⸗ wittert— ein unbefugter Tropf könnte uns ſchlimme
ten voran; ich will die Leiche nachſchleppen. Sucht ein weiches Stück Grund auf, denn ich will nicht die ganze Nacht mit einer Arbeit zubringen, die nichts einträgt.“
„Ich meine, ſie trage genug ein,“ entgegnete ſein Kamerad,„denn ich gebe gerne ein rundes Tauſend für die Hälfte, die Ihr bei dieſem Geſchäfte verdient habt.“
„Das iſt richtig, Joe. Aber begreift Ihr nicht, daß wir dies für das Todtſchlagen haben? Ich meine, das Begraben— dies zahlt ſich nicht, einfältiger Menſch.“
„Hört!“ rief Joe in warnendem Tone.„War's mir doch, ich höre ein Geräuſch. Wenn Jemand des Wegs käme und wir entdeckt würden—“
„Dann müßten wir eben zwei einſcharren, Joe. Aber macht hurtig und laßt das Licht nur ſcheinen, wo es nöthig iſt.“.
Die zwei Männer kamen nun auf den Baum zu, auf dem unſer Freund ſaß, der eine mit dem Spaten und der Laterne, der andere mit dem Leichname des Ermordeten, den er nachſchleppte. Etwa zehn Fuß von
dem Baume ab machten ſie an einer weichen, ſumpfi⸗
und unmittelbar darauf ein ſchweres Aechzen, verbun⸗
den mit einem Tone, wie wenn Jemand vom Pferd ſtürze. Der Hufſchlag derſtummte. Augenſcheinlich
war kaum hundert Schritte von ihm Halt gemacht
worden, und er hörte jetzt eine Stimme in gedämpftem, aufgeregtem Tone ſprechen:„Kein Meſſer. Ich rechne, mein Schuß hat ihm ſchon den Garaus gemacht. Neh⸗ men wir uns in Acht, daß wir keine Blutſpuren an unſere Kleider bringen.“
„Gut,“ verſetzte eine andere Stimme.„Jetzt an das Geld. Hier iſt die Laterne. Macht hurtig!“
Ein Licht blickte durch das Gebüſch. Der erſte Sprecher ſagte:„Ah, da iſt es, Joe— ein hübſcher Pack. Wir haben diesmal einen guten Fang gethan!“
„Und ſeine Uhr,“ fuhr der Andere fort(es ſchie⸗ nen ihrer nur zwei zu ſein).
gen Stelle Halt, und begannen Angeſichts des Verſteck⸗ N
ten, der bei dem Scheine des Lichts gelegentlich ihre 6
Geſichter deutlich unterſcheiden konnte, den Boden auf⸗—
zugraben. Wie wenig ahnten ſie, daß ihnen ein menſ liches Auge zuſah, und es war ein Glück für unſern Freund, daß ihre Arbeit ſie zu ſehr in Anſpruch nahm,
um das Rauſchen der Blätter zu hören, als der Aſt,
auf dem er ſaß, unter ſeinem fieberhaften Beben ſchütterte. 1
Sie ſprachen wenig mehr, ſondern gruben eifrig
fort, indem bald der Eine, bald der Andere den Spa⸗ ten aufnahm. In wenigen Minuten hatten ſie in der weichen Erde eine Grube ausgehöhlt, welche für ihren Zweck ausreichte. Dann warfen ſie den Körper des Erſchlagenen, als ob es der eines Hundes wäre, hin⸗ ein, ſchaufelten zu und traten den Boden darüber wie⸗ der eben.
„So,“ ſagte der Eine, und warf den Spaten weit hinein in das vor ihm liegende Dickicht,„wir haben jetzt ſeinen Tiſch gemacht und können wieder heimgehen. Das Pferd könnt Ihr Bagley bringen und ihm ſagen, die Hälfte von dem, was er in der Bai drunten dafür löſe, gehöre ſein.“
„Aber Sattel und Zeug?“ fragte der Andere.
„Oh, das muß mit dem Pferde gehen. Der Menſch Y
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