Teil eines Werkes 
Band 1
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tri

niarMarie! rief er bleich und wie vom Blitze ge⸗

don den troffen,Marie!

ar bald Er konnte an ſeinem Unglücke nicht lange zweifeln, 3 er ſah, daß ſie todt war.

der d Er nahm ihre Hände, hob ſie auf, legte ſie an

hen u ſeine Bruſt, weinte und betete, kurz er that Alles, was

b un ihm die innigſte Liebe, der verzweifeltſte Schmerz ein⸗

nij arf gab. Marie war todt; ſeine Küſſe und Thränen ver⸗

Auhette mochten nichts.(Siehe Bild S. 180.)

de di Eine Stunde lang ſaß er da über ſie gebeugt,

dr zwei ſchluchzend, zärtlich ſie anredend.

angſtlichWo aber bin ich? fragte er ſich plötzlich;es

auf und kann alles dies nur ein Traum ſein.

m Spit⸗ Er blickte auf, und ſah die friſchen Bauernmäd⸗

auf und chen auf der Tapete lächeln, ſah die dickbackigen Liebes⸗

götter über den Thüren und den blauen Himmel draußen. Aber noch immer glaubte er zu träumen; bald jedoch hörte er zwei Dienerinnen auf dem Gange draußen leiſe ſprechen.

Mein Gott! rief er, indem er aus dem Bette ſprang;es iſt vorbei. Was ſoll ich thun? Warum iſt ſie, wie iſt ſie geſtorben?

Als er dem Kamine ſich näherte, erblickte er den Brief, den Marie unter ſo vielen Thränen geſchrieben hatte. Er nahm ihn faſt mit Freude, überlas ihn, und jedes Wort des Abſchiedes war wie ein Dolchſtich, der ihm in das Herz drang.

Der Brief lautete:

Was ſoll ich dir ſchreiben, Heinrich? Ich werde ſterben. dich mein ſchönes Leben neu beginnen ſehen könnte! Aber werde ich nicht da oben wieder leben, und dich

Stunde, da eine Thräne des Glückes aus deinem Auge auf mein Herz gefallen iſt. fluche der nicht, die du geſegnet haſt; bedauere nicht, mich geliebt zu haben, denn ich werde jetzt mit deiner Liebe vor Gott erſcheinen, und er wird in ſeiner Barm⸗ herzigkeit die reuige Sünderin aufnehmen. Ich habe in dieſer Welt ſo viel gelitten, daß man mir es in der andern zu gute rechnen wird. Erretter. Es gehörte deine ganze, edle Liebe dazu, um wen Richter zu beſänftigen; ſie haben der ver⸗

ne ſo große Liebe einflößte. Und warum nicht in aller geweihten Freude dieſer Liebe? Nein, nei; ich bin dem, der mich geliebt hat, immer verderblich geweſen. Ich muß ſterben, denn wer weiß,

Vor zwanzig Jahren begegnete einem Freunde von

bitterkeit mir in Texas folgendes ſchauerliche Abenteuer. Er

. brach von Houſton auf, um ſich zu Pferde nach einer auf das Niiederlaſſung an dem Brazos zu begeben. Ein großer r8.. Torheil ſeines Weges führte über ebenes, tiefliegendes wecken, Sumpfland, das von zahlreichen Strömen und Bächen

durchzogen wurde; einige davon hatten Furthen, wäh⸗ rend man andere durchſchwimmen mußte. Eines Tages wurde, als er ein Kunſtſtück der letzteren Art verſuchte, ein Pferd ſcheu und warf ihn in's Waſſer. Nach

ter Hand

bebenden n Augen,

ren, ich würde durch

Sterben, da ich nach ſo vielen Leiden durch

erwarten? Ja ſterben, denn ich kann es in dieſer

Heinrich, verzeihe mir,

Du biſt mein erſter

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ob du nicht bald den Abgrund erkennen würdeſt, in welchen du um meinetwillen hinabgeſtiegen biſt. Dann würde ich für dich nur eine Feſſel ſein. Ich könnte wohl deinem Schmerze antworten: du haſt es gewollt; aber nein, ich fühle Mitleid mit einem edlen, verirr⸗ ten Herzen. Was könnte ich dir bieten für ſo viele Liebe? ein beflecktes Herz, das keine Ruhe finden kann, das immer die früheren Verirrungen vor ſich ſieht. Ach, ich habe dich innig geliebt, ich ſterbe in Liebe zu dir, aber ich fühle auch, daß ich die Kraft nicht mehr habe, zu lieben. Deine Seele mußte in mein Herz dringen, um das göttliche Feuer in ihm wiederum anzufachen. Ich muß es dir ſagen, Hein⸗ rich, ſobald du davon ſprachſt, mich zu heirathen, dachte ich an den Tod, aber ich dachte an ihn mit wahrem

Wonnegefühle; ſterben in deiner Liebe, ſterben und be

trauert zu werden von einem großen Herzen, ich, die von aller Welt verfluchte, was konnte ich Schöneres hoffen? Du haſt mir deinen Namen gegeben, die Hei⸗ rath mit dir war für mich eine neue Taufe, die Taufe der Abſolution. Das iſt Alles, was ich noch von dem Leben erwartete, nebſt einem Kuſſe deiner jugendlichen Lippen auf meine Stirne; iſt dieſer Kuß nicht ein hei⸗ liges Diadem? Eben habe ich Opium genommen, und ſchon fühle ich die Wirkungen deſſelben. Ach, mein Gott, gib mir die Kraft, ruhig zu ſterben! Heinrich, Heinrich, ich wage nicht, zu dir zurückzukeh⸗ Todeskälte Schauder in dir er⸗ regen. Armes Kind! Eine traurige Brautnacht! Ich habe nicht lange mehr zu leben; lebe wohl! lebe wohl! Dieſer Brief iſt mein Teſtament; ich wünſche, daß du leben mögeſt, ohne mich zu beklagen, aber um mein Andenken zu vertheidigen. Armer Heinrich, wenn du erwachſt, wirſt du allein ſein, allein mit einer Todten! Ich bitte dich um einen letzten Kuß. Begrabe mich mit dem Porträt meiner Mutter. Lebe wohl! Lebe wohl!. . Marie. Marie wurde auf dem Schloſſe Montreuil begra⸗ ben. Nach einigen Tagen tiefer Trauer kehrte Hein⸗ rich zu ſeiner Familie zurück, allein er fand keinen Troſt, vielmehr erſchien er nach einem Jahre wieder in Paris, Um ſeinen traurigen Erinnerungen näher zu ſein. Er ſtarb vor ſeinem alten Oheime, dem Cano⸗ nicus. In den letzten Tagen ſammelte er noch ein⸗ mal ſeine Kräfte, um nach Montreuil zu gehen, und

eine Blume von Mariens Grabe zu pflücken.

Der Mord im Arwalde. 4

ſchwerem Kampfe gelang es ihm, das andere Ufer zu erreichen; mehr todt als lebendig kletterte er zu dem trockenen Lande hinan und mußte da leider finden, daß ſich ſein Thier in dem dichten Walde verlaufen hatte und er zu Fuß und allein, fern von jeder menſchlichen Wohnung, in einer traurigen Wildniß ſtand. An ein

Auffangen des flüchtigen Roſſes durfte er nicht denken,

und da der Tag bereits auf die Neige ging, mußte er auch die Hoffnung auf ein Obdach für die Nacht auf⸗ geben. Eine ſehr unerquickliche Ausſicht, frierend,

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