Teil eines Werkes 
Band 1
Seite
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gebirge Fairhead beginnt den Reigen dieſer großartigen Scene, und iſt der würdige Anfang einer der erſtaun⸗ lichſten Küſtenformationen, die in der Welt zu finden ſind. Der Rieſendamm ſelbſt erhebt ſich nicht ſehr hoch über den Spiegel des Meeres, allein die meiſter— haft an einander gefügten Säulen, die wie Moſaikarbeit ausſehen, Treppen bilden, und in konvexen und kon⸗ kaven Aushöhlungen auf einander gepreßt ſind, zeigen ihre Wunder erſt in der Tiefe der unergründlichen See, und überraſchen bei jedem Schritte, den man über ſie macht, durch die unbegreifliche Regelmäßigkeit ihrer Bildung und Aufſtellung. der Küſte, zieht ein Baſaltgebirge hin, das größten— theils aus eben ſo kühn von der Natur gemeiſelten Rieſenſäulen beſteht, die bald in Geſtalt einer Orgel, bald als römiſches Amphitheater, immer aber in groß⸗ artigen Bildern vor uns treten. Es iſt unmöglich,

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Ueber dem Damme, längs

ſich durchzubringen.

Wolken zogen ſchwarz und ſchwärzer über unſer düſte⸗ res Tafelzimmer herauf, die Brandung ſchlug immer brauſender in die dunkle Höhle heran, und die Schiffer griffen plötzlich in die Ruder und brachten mühſam die Barke über die, durch zwei Felſen brechende Brandung. Wir waren nun auf hoher See, die einen bedenklichen Charakter annahm. Immer ſtärker brauste der Wind, immer höher thürmten ſich die Wellenberge, und war⸗ fen die leichte Barke auf und nieder. Nun galt es, Mit der äußerſten Anſtrengung näherten wir uns wieder dem Rieſendamm, denn die größte Gefahr beſtand für uns darin, an die Baſalt⸗ felſen der Küſte geworfen zu werden. Mit großer Kraft und Geſchicklichkeit brachten uns die Schiffer zu⸗ weilen ſo nahe heran, daß einer von uns herausſprin⸗ gen konnte, während ſie dann ſogleich wieder abzulen⸗

ken ſuchten, um nach einer kleinen Weile den nächſten

dieſe Pracht von Felſenbildung zu malen, geſchweige

denn zu beſchreiben.

Herrliche Höhlen, 10— 100 Fuß

lang, liegen in ſchauerlich lautloſer Oede in dieſen

hohen Felſen, und hat man die ſchäumende Brandung nicht ohne Gefahr überwunden, die donnernd gegen die Küſte ſchlägt, ſo hallen die monotonen Ruderſchläge

in der Stille dieſer heiligen Dome der Natur, die

Schiffern die größte Sicherheit bieten. Fuß hohe Baſaltgebirge, welches ſich über mehrere Meilen weit längs der Küſte ausdehnt, bildet in ſei⸗

Das 4— 500

ner Erſcheinung von der See aus vollſtändig den An⸗- r aufgeben mußten, den gewöhnlichen Fußpfad zu errei⸗

blick einer alten Veſte im Rieſenmaßſtabe, mit unge⸗ heuren vorſpringenden Werken, Baſtionen, Kontreſkar⸗ pen, und beſonders eine Baſaltbildung, die Kaiſer⸗ krone genannt, ſieht einem trotzig in's Meer hinein⸗ ragenden Kaſtelle gleich, ſo daß man es der ſpaniſchen Armada nicht verargen konnte, wenn ſie es in der Nacht beſchoß, als ſie, durch Sturm dorthin verſchla— gen, ſich vor dem nicht weit davon entfernten wilden Dunluca⸗Caſtle wähnte. Der ſtarre Fels rächte ſich furchtbar, indem das Hauptſchiff der Spanier da⸗ ran zerſchellte.— Wir hatten bei heller ruhiger See

unſere Fahrt um den Giants⸗Cauſeway begonnen, und

von vier kräftigen Ruderern und einem erfahrenen Füh⸗ rer geleitet, glitt unſere Barke über die mächtigen Wogen des Oceans dahin. Gegen Mittag hielten wir in dem romantiſchen Hufeiſen, der ſchönſten Partie des Rieſendammes, an, um unſere Mundvorräthe mit un⸗ ſerer Schiffsmannſchaft zu theilen. Hohe, ſchroffe, ſchwarze Felſen ſchloſſen uns ein, und in dieſem tar⸗ tarusähnlichen Schlunde ſangen uns die von unſerem xeres begeiſterten Matroſen iriſche Lieder. Allein die

der Paſſagiere auf gleiche Weiſe herauszuſpediren. Es war eine ganz unheimliche Geſchichte: immer auf dem Sprunge, und nie vorher wiſſend, wohin zu ſpringen. Wir kamen endlich Alle glücklich hinaus, doch die Schiffer mußten ihr Boot preisgeben. Es iſt weit und breit kein Hafen in der Nähe, und dieſes, ſowie die vielen Klippen und die dem Cauſeway gegenüberliegen⸗ den Felſeneilande, machen die Paſſage zu einer der ge⸗ fährlichſten. Wir kletterten auf dem Damme ſelbſt fort, allein der Sturm peitſchte die Wellen mit ſo furchtbarer Heftigkeit uns nach, daß wir die Hoffnung

chen, und uns nur dadurch retten konnten, daß wir die Baſaltgruppe, welche den Namen„der König mit ſei⸗ nen Edlen“ führt, erkletterten, und uns zwiſchen den hohen Felſenſpalten einklkemmten. Und nun entwickelte ſich ein Schauſpiel vor uns, dem nichts Aehnliches gedacht werden kann. Die mit Blitzesſchnelle dahin

eilenden Wolken ſenkten ſich immer tiefer herab, der

Die Tante

(Fortſetzung von S. 49.)

Achtes Kapitel. Der Stadt Antheil an den Weltſtürmen.

Am 10. Juli 1813 ſollte das Franke'ſche Haus, welches bereits Friedrich den Großen beherbergt hatte, nochmals von dem Schritt eines Welteroberers wieder⸗ hallen: Napoleon betrat es. Im Hausflur waren die

Sturm peitſchte heulend den kochenden Ocean, und der Giſcht und ſilberweiße Schaum ſchlug mit den toben⸗ den Wellen in ſchauderhaften Brandungeu über die rie⸗ ſigen Felſen, und prallte gebrochen von den ſtolzen, ewig unzerſtörten Baſaltſäulen zurück. Erſtarrt vor Kälte und mannigfach verwundet konnten wir erſt nach meh⸗ reren Stunden aus unſerem Felſenneſte herabſteigen, und den Fußpfad ſuchen, der von dem Rieſendamme auf die Höhe des Feſtlandes führt, allein der Eindruck dieſer großen Naturſcene bleibt mir unvergeßlich in's Herz geſchrieben. 2.

Zünthern.

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Schweſtern in einer Reihe aufgeſtellt, trotz ihrer ge⸗ drückten Stimmung verzeihlich neugierig, den Kaiſer zu ſehen. Napoleon warf im Vorübergehen einen raſchen mißtrauiſchen Blick auf die tiefe Trauerkleidung der ſechs weiblichen Geſtalten— glaubte er eine deutſche Manifeſtation darin zu ſehen?. Gewiß iſt es, daß er nach dem Warum fragte. Als er hörte, die Urſache

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