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Von Män⸗ tführte auf die⸗ echnung ag züm
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Schwindler oder für einen Narren. Sein Unterneh⸗ men ſah wirklich einer Unmöglichkeit ſo ähnlich, wie ein Ei dem andern. Die Entfernung von Ufer zu Ufer beträgt 1100 Fuß, Vorrichtungen, um das Schwanken des Seils zu verhüten, laſſen ſich nicht anbringen, von einer Hülfeleiſtung kann ebenfalls keine Rede ſein, und doch iſt der Seiltänzer, der im Angeſicht der ſtür⸗ zenden und ſtrudelnden Waſſer 160 Fuß hoch in der Luft ſchwebt, einem Unfall mehr als irgend ſonſtwo ausgeſetzt.
Vor dem 30. Juni 1859, dem für den Seilgang
ſ otz te 3 e Tlo Ortshan ne e feſtgeſetzten a Mgrhun vollgepfropft. Jeder Eiſen⸗ bahnzug, jedes Dampfſchiff brachte Maſſen von Neu⸗ gierigen, und zuletzt waren 25000 Perſonen aus allen Geſellſchaftsclaſſen verſammelt. Blondin trat ſeinen Gang auf der engliſchen Seite an und ging kühn und ſicher nach der americaniſchen hinüber. Als er den
der, um ſich das prachtvolle Naturſchauſpiel anzuſehen.
In der Nähe des andern Ufers legte er ſich einen
Augenblick auf den Rücken, überſchlug ſich, ſtellte ſich wieder auf die Füße und lief raſch zum Landungsplatze. Er hatte zu dieſem Gange fünf Minuten gebraucht. Bei ſeiner Ankunft wurde er mit einem betäubenden Beifallsgeſchrei begrüßt. Ob auch die mit riefen, welche darauf gewettet hatten, daß er ins Waſſer ſtür⸗ zen werde, laſſen wir dahingeſtellt.
Seile, dieſes Mal mit einem photographiſchen Apparat auf dem Rücken. Zweihundert Fuß vom Ufer ent⸗ fernt, band er ſeine Balancirſtange auf das Seil feſt, ſtellte ſeinen Kaſten auf und nahm ein Bild des mit Menſchen bedeckten Ufers auf. Als er nach dieſem Uebergange von der engliſchen Seite zurückkehrte, ſchob er eine ſchwere Karre vor ſich her. Etwa auf dem dritten Theile des Weges machte er Halt, brachte ſeine
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ifrr in Gleichgewicht, ſetzte ſich darauf und nahm was man an ihm bewundert, iſt immer ſeine voll⸗
mit gekreuzten Beinen die Haltung eines unbetheiligten
ſtellte er ſich ſogar in die Karre. Dieſer Anblick wurde ſelbſt den immer nach Reizmitteln bedürftigen nord⸗ americaniſchen Nerven zu viel. Damen und Herren fielen in Ohnmacht, Tauſende wendeten ſich ab, und wer Blondin im Auge behielt, der hielt den Athem an.
ternehmen wurden in Europa als Fabeln behandelt. Einige Gaſthofsbeſitzer in ſolchen americaniſchen Ge⸗ genden, denen der Strom der Vergnügungsreiſenden ſich zuzuwenden pflegt und die nun durch den Niagara in den Schatten geſtellt wurden, hatten ihren Antheil daran. Sie ſchrieben nach London, daß der Seiltanz über den Niagara ein bloßer Puff, eine Gaſtwirths⸗ ſppeculation ſei. Es gäbe allerdings einen Niagara, ber keinen Blondin, der ſei eine Mythe und gehöre in die Claſſe der Seeſchlange. Dieſe Mythe, dieſe Seeſchlange ſetzte inzwiſchen in der ſichtbaren und greif⸗
baren Geſtalt eines ſchönen und kräftigen Mannes
ihre Gänge über den Niagara fort. Jedes Mal ſtröm⸗ ten Unmaſſen von Menſchen hinzu, und jedes Mal gab es irgend eine Ueberraſchung. Bald erſchien Blon⸗ din als Blindekuh, ſein Geſicht in einen Sack dicht
eeingehüllt, bald trug er einen Mann auf ſeinen Schul⸗ tern und verſchaffte den Zuſchauern den Extragenuß,
fall. hatte, waren ſo groß
Nach zwanzig Minuten war er wieder auf dem zwanzig f
Zuſchauers an. In der Nähe der amerikaniſchen Küſte
Die Nachrichten von dieſem mehr als kühnen Un⸗
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ſich zu ſtellen, als gleite er aus und werde nächſtens fallen.
Seine Vorſtellungen von 1858 ſchloſſen am 2. Sep⸗ tember mit einem Seiltanze der das Neue brachte, daß Blondin auf der Mitte des Seils ein Feuerwerk ab⸗ brannte. Im Winter gab er in verſchiedenen Städten der Union lauter haarſträubende Kunſtſtücke zum Be⸗ ſten, im Frühling war er wieder am Niagara. Sein glänzendſter Tag war in dieſem Jahr der 14. Sep⸗ tember. Unter den Zuſchauern, die aus Canada und der Union von beſondern Eiſenbahnzügen herbeiführt wurdeu deſand ſi auämlich Fden Plinz von Walse D vegwert Koe on 3 9 2* 6 Abſonderliches zum Vorſcheint hten Waſtes. et darüber war Jedermann einig, und die meiſten Zuſchauer ga⸗ ben ſich der frohen Erwartung hin, das Abſonderliche werde darin beſtehen, daß der Seiltänzer den engliſchen Thronerben über den Niagara trage. Wie wir aus
Mittelpunkt erreicht hatte, ſetzte er ſich gemächlich nie— unſerer Biographie erſehen, glauben die guten Yankees
noch heutzutage, dieſes Schauſpiel ihnen blos deshalb entzogen, weil der Herzog von Newcaſtle ſein Veto eingelegt habe. Etwas Unerhörtes gab ihnen Blondin doch zu ſehen: er ging auf Stelzen über den Waſſer⸗ Die Schwierigkeiten, die er dabei zu beſiegen und ſo ſichtbar, daß Alle für ihn zitterten und der Prinz von Wales, als Blondin wieder auf feſtem Boden ſtand, laut ausrief:„Gott
ſei Dank, daß es vorbei iſt.“
Dieſe Niagara-Vorſtellungen ſind Blondins Höhe⸗ punkt. Der Seiltänzer ſteht neben dem Kunſtreiter auf der unterſten Stufe der Kunſt, wenn hier über⸗ haupt noch von Kunſt die Rede ſein kann. Seinen Leiſtungen klebt eine unvermeidliche Eintönigkeit an. Er gibt immer daſſelbe, und alle kleinen Abwechs lungen, die er anbringen mag, ändern am Grund⸗ charakter ſeiner Darſtellungen nichts. Ob er ein Kind oder einen jungen Löwen in der Karre fährt, einen photographiſchen Apparat oder einen Menſchen auf dem Rücken trägt, auf Stelzen oder in Körben tanzt—
ſtändige Sicherheit auf dem ſchwankenden Seile. Wir werden uns deßhalb bei ſeinen ſpäteren Leiſtungen nicht lange aufhalten.
So lange Blondin in Nordamerica war, ſuchte er ſich immer die gefährlichſten Stellen aus. Er hatte den Nationalcharakter genau genug kennen gelernt, um zu wiſſen, daß er um ſo mehr Zuſchauer finden werde, je wahrſcheinlicher es ſei, daß er den Hals brechen müſſe. Die zum Bürgerkrieg anſchwellenden Streitig⸗ keiten verleideten ihm aber den Aufenthalt in der Union. Im April 1861 fuhr er, von dem Schriftſteller Cole⸗ man als Reiſemarſchall begleitet, auf dem Bremer Lloyddampfer New⸗York nach Europa und war kaum in London angelangt, als er mit den Directoren des Kryſtallpalaſtes in Sydenham abgeſchloſſen hatte. Man gab ihm für zwölf Vorſtellungen 1200 Pfd. Strl. Im Kriſtallpalaſt war es, wo er ſeine fünfjährige Tochter Adele in einer Karre auf dem Seile fuhr. Das Publicum empörte ſich darüber ſo, daß ein poli⸗ zeiliches Verbot gegen dieſes Gefährden eines Kindes erging. Im zoologiſchen Garten zu Liverpool nahm er ſtatt des Kindes einen jungen Löwen. Die einzige wirkliche Abwechslung, die er in ſeine Darſtellungen brachte, war ſein Auftreten als Affe. Er mag famos geklettert und geſprungen, auch dem„mimiſchen Theil


