Teil eines Werkes 
Band 1
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unterirdiſche Kanal total zerſtört, ſondern auch die Quelle ſelbſt durch Umwühlung unbrauchbar gemacht worden, und Witkokalendies hatte ſomit den Sturm von heute Nacht blos veranſtaltet, um während der Dauer deſſelben den Belagerten das größte Uebel zu⸗ zufügen, das einer belagerten Garniſon nur überhaupt zugefügt werden kann, denn Mangel an Waſſer iſt ja faſt noch ſchlimmer, als Mangel an Munition und Lebensmitteln!

Am ſechzehnten niſon des Forts in zwei Tage zuvor,

Auguſt alſo befand ſich die Gar einer ganz anderen Stimmung, als

und Viele ſahen der Zukunft nur noch mit dem Auge der Verzweiflung entgegen. Um ſo überraſchter mußte man ſein, als am Morgen die ſes Tages ein einzelner, unbewaffneter, aber ſonſt im

vollen Feſtſchmuck eines Häuptlings prangender India⸗

ner mit einer Art weißen Fahne in der Hand ſich dem Fort näherte, offenbar in der Abſicht, mit den An führern der Garniſon eine Beſprechung zu verlangen.

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ihr Verräther und Meineidigen, Fluch über euch und eure Weiber und Töchter!

Nachdem er dieſe Worte mit lauthintönender Stimme gerufen, zog er ſich mit langſamen, feierlichen Schrit ten gegen das Lager der Seinigen hin zurück, und ſchaute ſich nicht einmal mehr um, als gleich darauf abermals einige Schüſſe gegen ihn losgefeuert wurden; kaum aber war er in ſeinem Zelte angekommen, ſo berief er alſobald einen Kriegsrath aus den Vornehm⸗

ſten der rothen Männer zuſammen, und es wurden ſofort Beſchlüſſe gefaßt, die ganz mit ſeiner rachgieri⸗ gen Stimmung harmonirten. Natürlich übrigens ging man von den Beſchlüſſen auch gleich zur That oder wenigſtens zu den nöthigen Vorbereitungen über und richtete Alles zum nahen Sturme her.

Die Nacht auf den ſiebenzehnten kam heran, eine finſtere, furchtbare Nacht. Lange Zeit blieb Alles ſtill und ruhig, ſo daß die im Fort Eingeſchloſſenen ſchon glaubten, die Indianer hätten den Angriff auf ſpäter

Alſobald ſammelten ſich die Meiſten der Belagerten auf dem Walle, und der alte Grenzjäger, den man zum Commandanten ernannt hatte, verlangte ſofort von dem rothen Parlamentär, als dieſer nahe genug gekommen war, zu wiſſen, was er begehre.

Ich bin Wikokalendies, der Obergeneral der ver⸗ einigten rothen Männer, erwiederte dieſer,und biete Euch und Euren Weibern und Kindern freien Abzug unter zwei Bedingungen.

Und welches ſind dieſe Bedingungen? fragte der alte Grenzjäger.

Zum erſten, war die Antwort,daß ihr mir das Fort mit allen ſeinen Vorräthen und Waffen auslie fert, und nichts mit euch nehmt, als was ihr auf dem Leibe tragt. Zum zweiten, daß zwei Männer unter euch, nämlich der alte Eſtill von Eſtills Sta⸗ tion, ſowie ſein Sohn, mit Namen John, mir ſofort geſund und lebendig übergeben werden, damit ich mit

ihnen verfahre nach meinem Belieben.

Nie, nie, ſchrieen alsbald mehrere Stimmen, nie wird ſolches geſchehen.

Bedenket wohl, was ihr thut, erwiederte Wiko⸗ kalendies.Hülfe habt ihr keine zu erwarten, und der Mangel an Waſſer wird euch bald nöthigen, euch auf Gnade und Ungnade zu ergeben. Ueberdies ſind die beiden Eſtill, Vater und Sohn, große Böſewichter, welche den Tod zehnfach verdient haben. Alſo beſinnt euch eines Beſſeren, und zu dieſem Behufe will ich euch eine halbe Stunde Bedenkzeit geben.

Aus dieſer halben Stunde wurde jedoch nichts, denn noch hatte er kaum ausgeſprochen, ſo fielen einige

Schüſſe auf ihn, deren einer ihm den Kopfputz zur Erde riß, während ein zweiter ſeine Seite ſtreifte. Die Schützen waren, wie man ſpäter ermittelte, die beiden Eſtill, ſowie zwei oder drei ihrer näheren Freunde, und die Abſicht konnte keine andere ſein, als allen Un⸗

terhandlungen durch die Tödtung des parlamentirenden

Anführers der Indianer ein Ende zu machen; allein die Wirkung war eine ganz andere.

Alſo das iſt eure Kriegsweiſe? ſchrie er, den auf den Wällen Stehenden die drohende Fauſt entge⸗ genſtreckend, doch ohne ſich von der Stelle zu bewegen,

obwohl das Blut einer kleinen Rinne gleich von ſeiner Seite herabfloß.Auf ehrlich gemeinte Friedensanträge antwortet ihr mit Flintenſchüſſen? Fluch über euch,

verſchoben; aber ſiehe da, unter dem dunklen Schatten der Palliſaden? Himmel, dies ſind keine Geſpenſter der Nacht, ſondern lebende Männer,

ganze Haufen von Brennmaterial aufgehäuft,

mal all' dieſes dürre Zeug

man konnte ſowohl die Indianer, we ich! brachter That wieder über die Palliſaden herüber in

bewegte ſich hier nichts Beim

welche leiſen Trittes heranſchleichen herbeiſchleppen. Allmächtiger es und nur ein Weißer kann ſie das Geheimniß, ſolche zu verfertigen, gelehrt haben! Und nicht blos Leitern ſchleppen ſie, ſondern ganze Haufen von dürrem Gras und leicht entzündbarem Reiſach! Auf die Wälle, ihr Männer, erſcholl das Commando; auf die Wälle und Feuer, Feuer! Und ſie eilten auf die Wälle und Jeder ließ ſeine Büchſe krachen; aber der Indianer waren zu viele, und wenn auch vielleicht deren fünfzig getödtet oder verwundet wurden, ſo ge⸗ lang es doch den Uebrigen, die Palliſaden zu überſtei⸗ gen und das Gras nebſt dem Reiſach hinüber zu ſchaſ⸗ fen.Feuer, erſcholl nun wieder das Eommando, aber diesmal ging es nicht von den Weißen, ſondern

und große Leitern ſind wirkliche Leitern,

von dem Anführer der rothen Männer aus, und ſower das Commandowort ertönte,

ſo war es gerade, als ob ein Blitzſtrahl die ganze Gegend erleuchtete! Rund um das Fort herum hatten die Indianer ohne daß die Belagerten es zu hindern im Stande geweſen wären, und welchen Anblick gewährte es jetzt, als auf ein⸗ hell aufloderte? Wie am lichten Tage wurde die ganze Gegend erleuchtet, und welche ſich nach voll⸗

ſichere Schußweite zurückgezogen hatten, als auch die Belagerten, die den Männern im feurigen Ofen gleich mitten in der Gluth zu ſtehen ſchienen, genau unterſcheiden. Bald jedoch änderte ſich das Schauſpiel, denn die Hitze, ſowie der Rauch war innerhalb des Forts, das in kur⸗ zer Zeit ebenfalls in Brand gerieth, natürlich ſchon nach einer Viertelſtunde nicht mehr zu ertragen, und da es durchaus an Waſſer fehlte(ſelbſt der Waſſer⸗ graben war ſeit Ableitung der Quelle nur noch ein elender Sumpf), ſo konnte natürlich an ein Löſchen nicht gedacht werden. In der Flucht lag allein Ret tung, und ſomit ſtürzte ſich Alles, Männer, Weiber und Kinder, wie wahnſinnig den Thoren zu, nicht aber, ohne daß ihre Kleider größtentheils Feuer fingen. Wenn ſie jedoch auch

heil und geſund hinauskamen, was dann? Draußen ſtand der furchtbare Wikokalendies mit ſeinen *

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