Teil eines Werkes 
Band 1
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mten abloͤ⸗ ecken, dem unſere degen⸗ abge⸗ ibrige

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In einem Augenblicke waren alle Vorbereitungen hinuntergeſtiegen waren, ſahen wir den grauen Bur⸗

getroffen. Zu einem Vorhaben nämlich, wie das unſ⸗

rige, mußten wir uns, wie man ſich wohl denken kann, ſo leichtfüßig als möglich machen, und ſomit brachten

wir all' unſer Reiſegepäck, das wir mit uns trugen, auf einen Haufen, den wir ſorgfältig mit Reiſach und Holzwerk bedeckten, damit keine wilde Thiere ihre Zer⸗ ſtörungswuth daran ausübten. ſchehen, ging's vorwärts unter der Anführung des lan⸗ gen Tom!

Zuerſt beſichtigten wir die Höhle, in welcher der Feind gehaust hatte. Es lag eine Maſſe Laub in ihr angehäuft, aus deſſen Eindrücken wir erſahen, daß zwei Bären hier die Nacht zugebracht haben mußten, und zwar zwei von der allergrößten Sorte. Auch über⸗ zeugten wir uns ſogleich aus verſchiedenen Anzeichen, daß ſie die Stätte noch nicht allzu lange verlaſſen haben konnten, und überdies zeigten ihre Fährten ganz

Sobald aber dies ge⸗

genau, welche Richtung ſie eingeſchlagen hatten. Natür⸗

lich verfolgten wir ſofort die Spur in eiligſter Haſt,

uns aber dabei ſo ſehr als möglich bemühend, kein un⸗ nöthiges Geräuſch zu machen, und hier bewährte es

ſich von Neuem, welch' trefflicher Jäger der alte Tom

war, denn nicht ein einziges Mal kam er in eine fal ſche Richtung. Der Weg, den die Bären eingeſchla⸗

gen, führte übrigens den Berg hinan mitten in den

Wald hinein, und manch' dürrer Aſt war von ihnen auf ihrem Marſch abgeriſſen worden. Auch ſchien die⸗ ſer letztere ein ſehr eiliger geweſen zu ſein, wie wenn ſie auf irgend eine Beute losgeſtürzt wären, und doch hatten ſie nicht ein einziges Mal den ganzen hohen Berg hinauf Halt gemacht.

Etwa zwei Stunden mochten wir ſo vorwärts ge⸗ drungen ſein, ohne daß irgend ein Wort zwiſchen uns gewechſelt worden wäre, da zeigte der alte Tom plötz⸗ lich auf einen ſtarken alten Baum, an welchem das Erdreich ringsum ſtark zertreten war.

Der Baum iſt hohl und ein Bienenſchwarm hatte darin ſeine Waben angelegt, ſagte er halblaut.Hier haben die Bären ihr Frühſtück gehalten, denn der Honig iſt eine ihrer Hauptliebhabereien.

Und von hier an ſind ſie in verſchiedener Rich⸗ tung fortgezogen, ſetzte der junge Fred hinzu, welcher

inzwiſchen das Terrain ringsum mit ſchnellem Blicke

unterſucht hatte.Der Eine ging links jener Lichtung

zu, der Andere aber, und zwar das größere Thier, ſchlug ſich rechts noch weiter den Berg hinauf, ohne

Zweifel, um den Uebergang in das jenſeitige Thal zu

gewinnen. Der alte Tom nickte, indem er zugleich dem Nef⸗

fen einen wohlgefälligen Blick zuwarf, und nun hiel⸗

ten wir eine kurze Berathung, ob wir uns trennen

ſollten, um beide Bären weiter zu verfolgen, oder aber

ob es klüger wäre, die Jagd auf einen derſelben zu beſchränken. Alle ſtimmten für das Letztere, und da Fred mit ungewöhnlicher Lebhaftigkeit darauf beſtand,

dem größeren Bären nachzuſetzen, ſo ging es ſofort

rechts den Berg hinauf, wobei wieder Tom den Füh⸗ rer machte. Nach einer Stunde etwa hatten wir die höchſte Spitze erreicht, waren aber dem Bären noch immer nicht viel näher gekommen; doch nun, da es abwärts ging, durften wir hoffen, durch Verdoppelung unſerer Schritte das Thier zu Geſicht zu bekommen. Unſere Hoffnung trügte uns auch in der That nicht,

denn nachdem wir etwa anderthalb Stunden lang ſteil

ſchen, wie er in ziemlich gemächlichem Schritte vor uns her trollte. Es war ein prächtiges Thier und von einem Umfang, wie ich noch wenige ſeiner Ka⸗ meraden geſehen, aber wenn wir glaubten, wir hätten ihn bereits, ſo täuſchten wir uns gar ſehr, denn kaum hatte er von uns Wind bekommen und ſich einmal nach uns umgeſchaut, ſo beeilte er ſeinen Gang, und war im Augenblicke zwiſchen den Bäumen verſchwunden.

Drauf jetzt, ſchrie der alte Tom, deſſen Augen vor Luſt funkelten;der Hallunke gibt Ferſengeld, aber er ſoll uns nicht entgehen. Doch hütet Euch, einen Schuß zu thun, ehe wir nahe genug ſind, denn ſonſt prallt jede Kugel unnütz ab oder wir verwunden ihn nur leicht und reizen ihn dadurch zum heftigen Grimme.

Nunmehr begann eine eigentliche Hetzjagd, und im Sturmſchritt ſtürzten wir den Berg hinab. Auch be⸗ kamen wir den Bären nach kurzer Zeit wirklich wieder in Sicht, allein nur auf eine Minute und in einer Entfernung, die jeden Schuß unnütz machte. Wir ließen jedoch nicht nach, in der Hoffnung, daß wenn wir die Thalſohle erreicht hätten, auch der Wald ein Ende nehmen werde, und dann natürlich konnte uns der Burſche nicht mehr entgehen. Schon glaubten wir dem Ziele nahe zu ſein, und immer eiliger wurden unſere Sprünge; doch ſiehe da, urplötzlich ſahen wir den Weg durch eine ungeheure Felſenparthie verſperrt, die ſich wie eine gewaltige Mauer vor uns aufthürmte. Ueberraſcht ſtanden wir ſtill und ſtarrten auf die über einander gehäuften Steinmaſſen, in deren höchſter Höhe ein ungeheurer Wallnußbaum ſeine rieſigen Aeſte aus⸗ breitete. Wer malt aber unſer Erſtaunen, als wir jetzt den Bären erblickten, wie er unweit des genann⸗ ten Baumes auf einem ſteilen Felſen gleichſam feſtge⸗ nagelt ſtand und, ohne ſich nach uns umzuſehen, in die jenſeitige Tiefe hinablugte?

Hinauf, hinauf, keuchte der lange Tom, dem vom Laufen der Athem faſt ausgegangen war,ſonſt entkommt er uns am Ende noch.

Das war übrigens leichter geſagt, als gethan, und es ſchien eine Gemſennatur dazu zu gehören, um dieſe gewaltige Steintrümmermaſſe zu beſteigen, obwohl die⸗ ſelbe an manchen Stellen von Ginſter und ſonſtigem Gewächs überwucherte. Nun zeigte ſich's aber, was Jugendelaſticität vermag, denn der wackere Fred ſchwang ſich plötzlich auf den erſten Rand hinauf und zeigte uns ſo den Weg, auf dem wir ihm folgen konnten.

In weniger als fünf Minuten ſtand er oben auf der

dem Standpunkt des Bären entgegengeſetzten Seite des Baums, und den Augenblick darauf nahm ich meinen Platz neben ihm ein. Hohes Gebüſch, hinter dem wir verborgen waren, verſperrte uns für den erſten Mo⸗ ment jede Ausſicht, aber wie wir nun das Gebüſch auseinander bogen und uns behutſam umſchauten, Himmel und Erde, welcher Anblick bot ſich uns dar! Nein, beim Ewigen, dieſe Ueberraſchung werde ich in meinem Leben nicht vergeſſen, und noch jetzt, da doch nun ſchon viele Monate und ſogar Jahre darüber hin⸗ gegangen ſind, kommt mir jenes Begegniß mehr wie ein Traum oder wie ein Mährchen, denn wie eine wirkliche und wahrhafte Thatſache vor.

Unmittelbar unter uns nämlich fiel die Felswand ganz ſchroff ab und bildete hier einen Keſſel, aus dem eine Quelle ſich in ein wunderliebliches Thal ergoß.