Teil eines Werkes 
Band 1
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vorragt, den er jeden Augenblick ganz zu verſchlucken droht, wenn gleich die beiden Herren bereits Jahre lang in dieſer brüderlichen Unzertrennlichkeit ſich be⸗ finden; dort ſieht man den ungariſchen Cſikös mit verhängtem Zügel durch lange Reihen der Engel ſchnur⸗ ſtracks in den Himmel ſprengen, wo ſchon eine gedeckte Tafel mit Wein und Paprikafiſchen und anderen Koſt⸗ barkeiten ſeiner harret.

In tiefes Studium verſunken ſteht die bewundernde Menge vor den merkwürdigen Bildern, und ein Be⸗ wohner der fernen Puszta beräth ſich ſchnurrbart⸗ drehend mit ſeinem Nachbar, ob er wohl ſchon in dem ſeiner Anſicht nach allein exiſtirenden Magyarenlande derlei geſehen, wie jenes große langnaſige Pferd, der Elephant nämlich auf dem das Reiten gar lang⸗ ſam gehen müßte.

Beim Anblick des letzten Bildes, des Cſikös näm⸗ lich, verklären ſich ſeine Züge, das Auge glänzt in überirdiſchem Feuer, ein Eljen drängt ſich über ſeine

begeiſternd entflammt. Seine beſte Rechnung findet natürlich dabei der Meiſter des Muſenhauſes, denn dem herrlichen, obgleich äußerſt bunten, aber kühn ge⸗ dachten Bilde zu liebe ſtrömt die Menge durch die kattunenen Thore, und im Jubel über die Seligkeit des Cſikös nimmt ſie es nicht gar zu genau mit theil weiſe getäuſchten Erwartungen.

Nun auf Wiederſehen, Frau Muſe Thalia! Wir verlieren uns weiter in das Getümmel hinein, um jene Horden von kleinen und unſcheinbaren, aber muthigen und wilden Roſſen zu beſichtigen, welche Tag und Nacht nichts Anderes als den Himmel und die graſige Puszta zu ſehen bekommen, und einen Zaum nur als Sage, als Märchen kennen lernten. Ihr Wächter iſt der ſonnverbrannte Cſikös. Seine muskelkräftige, aber fein gebaute Geſtalt iſt nur vom Hemde und der un⸗ gariſchen, ellenweiten Gatya eingehüllt. Das nicht etwa engliſche Reitzeug iſt ein einfacher Strickhalfter, deſſen unterer Theil durch das Maul des Pferdes ge⸗ zogen; den Sattel bildet der Rücken ſeines Renners. In ſeiner Hand die weitgreifende Fogkötél, eine Art Laſſo. Derjenige, der ein ſolches Roß zu kaufen wünſcht, bezeichnet es, mit dem Finger darauf hinweiſend, mit kräftigem Schwunge fliegt der Laſſo über die Heerde, ſchnaubend, bäumend und athemlos wird das gewählte Opfer aus ſeinen Kollegen hervorgezogen, um einer ſehr rückſichtsloſen Beurtheilung und Bemänglung un⸗

terzogen zu werden. Hier iſt auch das Reich des ewig

ſpekulirenden Sohnes Israels. Mit welcher Suada bietet er nicht dieſes Paar alte, ſteife Schimmel aus, welches er um einen Spottpreis erſtanden, dann durch alle möglichen Kniffe verjüngt und eben zum Beweiſe der Tüchtigkeit im raſenden Galopp herumgejagt hat. Stets handelnd und mäkelnd ſchlüpft er unter dem Knäuel von Menſchen und Thieren herum, bis er viel⸗ leicht ein Opfer gefunden, das, nachdem es zu ruhiger Beſinnung gekommen, wieder nach ſeinem Gelde ſeuf⸗ zet. Unter und neben den vielen Pferden, Wagen und

Kühen iſt wieder eine abgeſonderte Welt von ſchrecklich

Lippen, welches die ganze Menge zum Beifallsſturm

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ſchmutzigen Kindern und ihren nicht beſſer ausſehenden Müttern. Da wird das Werk der Erziehung öffent⸗ lich ausgeübt, gezankt, geprügelt ein Bild jugend⸗ licher Kraftübung, friedlicher Häuslichkeit, mütterlicher Liebe. Und nun geht's dem Ende zu, lieber geduldi⸗ ger Leſer! Vorüber noch an jenen Heerden der herr⸗ lichen, ungariſchen Gulya(Rinder), die mit ihren un⸗ geheuren weiten Hörnern und dem ſchlanken Körper⸗ baue dem dort ſtehenden Oekonomen Thränen ſehnſüch⸗ tigen Entzückens auspreſſen vorüber auch an den Schaaren jener ſo verachteten und doch ſo wohlthätigen Thiere, die man ſtets zum abſchreckenden Beiſpiele an⸗ führt, und welche durch die unglückliche Beſchaffenheit ihrer Geſangsorgane jeden Anſpruch auf den Eintritt in die Salons der gebildeten Thierwelt verloren haben. Errathen Sie meine Verehrten? Wenn Sie gerne feinen Schinken oder am Ende gar, horribile dictu für den Aeſthetiker!Speck mit Schnaps genießen, werden Sie die leiſen Anklänge meiner Gedanken er⸗ rathen! Doch eines Dinges hätten wir faſt nimmer gedacht, eines ſo nothwendigen Bedürfniſſes der Men⸗ ſchen, beſonders in Ungarn, wo der Magen und deſſen Befriedigung kein kleines Wort mitzureden haben, da⸗ her eine Geſtalt ſolcher Art ja auf keinem ungariſchen Markte fehlen dürfte. Es ſind hier nämlich eine Gat⸗ tung von mobilen Hotels auf dem Paatze aufgeſtellt.

Kochend wie aus Ofens Rachen

Glüh'n die Pfannen, Würſte krachen;

Alles rettet, rennet, flüchtet,

Weil das Paprika's gerichtet.

Eine förmliche kleine Stadt von Buden, und un⸗ ter freiem Himmel aufgeſtellten Kochapparaten und Pfannen, in deren Räumen im bunten Gewirre alle Gattungen von Brat⸗, Speck⸗ und Blut⸗Hurkaͤk(Wür⸗ ſten) mit duftendem Gulöäs oder in feuerrother Sauce ſchwimmendem Paprikafleiſch zum holden Reigen vereint praſſeln und dampfen, das Ganze nicht unähnlich jenen Opferheerden der Alten, welche vor den Altären ihre köſtlichen Opfer den Diis superis et inferis darzubrin⸗ gen pflegten, uur mit dem Unterſchiede, daß hier eine Schaar von meiſt alten Weibern die Stelle jener Götzenpfaffen einnimmt, von denen Cicero ſagt, daß ſie einander nicht anſahen, um ſich nicht in's Geſicht lachen zu müſſen. Maleriſch wahrlich ſind die Grup pen der Eſſenden, welche theils in der Mutter Erde Schoße lagernd, theils hoch zu Roß oder zu Wagen mit transpondentalem Hochgennß die vaterländiſchen Leckerbiſſen verzehren, ſich nicht im Mindeſten darob kümmernd, daß es weder chineſiſches Porzellan ſei, worin ſich dieſe befinden, noch auch, daß die Reſte vie ler Speiſen vergangener Tage darin mit würzendem Staube gemengt, die auflöſende Wirkung des Waſſers keineswegs erfahren haben. Nem bänom, denkt man

ſich da, was liegt daran!

Doch nun ſind wir zu Ende, vielleicht auch die Geduld des Leſers wir wollen es nicht ſo machen, wie die großen Sänger, welche noch fortſingen, wenn ihnen längſt Stimme und Athem vergangen.

A. Hutſchenreiter.