Teil eines Werkes 
Band 1
Seite
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die ung ehen

es ver⸗ das daß hen⸗ tufe ent⸗

here ber⸗ rkeit rilla hn⸗ ller⸗ wo

kann, und darum auch nicht ſelten weder vom Him mel noch von der Erde mehr etwas ſieht. Zum Glück

jedoch ſtößt der Gorilla, der, weil ſein Auge, ſo wie

ſein Gehör weit ſchärfer iſt, als das des Menſchen, den Letzteren immer zuerſt wittert, alsbald ein dum pfes Gebrüll aus, ſobald er ſeinen Feind vor ſich ſieht, und nun kann der Jäger nichts Klügeres thun, als unverrückt ſtille zu ſtehen, bis das wüthende Thier auf wenige Schritte herangekommen iſt. Es gehört übrigens ein muthiges Herz, ein vortreffliches Auge und eine nie verſagende Büchſe dazu, um ſich einem Gorilla gegenüber zu ſtellen, denn derſelbe blitzt Einem mit einem wahrhaft diaboliſchen Blicke in's Auge und ſeine krampfhaft zuſammengezogenen Geſichtszüge ath⸗ men einen ſo furchtbar grimmigen Haß, daß man un⸗ willkürlich vor ihm zurückſchaudert. Hört man dann vollends, wie er ſich mit den Armen auf die breite Bruſt ſchlägt, ſo daß es faſt erklingt, wie wenn Einer

auf eine ungeheure Trommel hineinpaukt, und betrach⸗

tet man zugleich die furchtbaren Klauen an ſeinen Hän⸗ den und Füßen, ſowie ſeinen grauſenhaften Fangzähne⸗ rachen, mit welchem er ein menſchliches Glied ſo leicht zu zermalmen un Stande iſt, als wir mit unſern Zäh⸗ nen eine Nuß aufknacken können; hört und ſieht man dies, ſo wird ſelbſt dem Muthigſten das Herz ſchneller ſchlagen. Aber fort mit der Angſt! Hier gibt es nur ein einziges Mittel zur Rettung, nämlich das: mit dem Finger am Drücker der Büchſe unverrückt ſtehen zu bleiben, bis das Thier auf acht oder zehn Schritte ſich genähert hat. Dann feſt auf die breite Bruſt gezielt und losgedrückt, entweder muß der Gorilla fallen oder iſt der Jäger verloren! Freilich thut's oft ein einziger Schuß nicht, da das Thier ein gar zähes Leben hat, und deßwegen kann man es auch nie anders als mit einem Doppelgewehr jagen; das unumgänglich Nothwendigſte iſt aber immer:den Kopf nicht zu verlieren und ſich um keinen Preis hinreißen zu laſſen; nicht früher loszudrücken, als bis man ſein Ziel genau genommen hat. 4

Du⸗Chaillu brachte etliche und zwanzig Häute und Gerippe d grimmigen Gorilla⸗Affen, welche nun alle im brittiſchem Muſeum zu London zu ſehen ſind, nach Europa mit, und erzählt uns zugleich in ſeinemG. rillabuche, welches er herausgab, eine Menge von halsbrecheriſchen Abenteuern, die er auf der Jagd des Thieres erlebte; der allermerkwürdigſte Fall jedoch war der, als es ihm einmal gelang, einen jungen Affen jener Gattunglebendig in ſeine Gewalt zu bekom⸗ men, und da der Leſer aus der Schilderung dieſes jungen Thieres die Stärke und Wildheit des erwachſe⸗ nen Gorilla am beſten zu erkennen vermag, ſo wollen wir ihm die näheren Details, wie es bei jenem Fang zuging, nicht vorenthalten.

Es geſchah nämlich am 4. Mai des vorigen Jah⸗ res, daß in der Gegend zwiſchen Rembo und dem c St. Catharina einige der von Du⸗ Chaillu gemietheten ſchwarzen Eingeborenen ein kleines Dörflein an der Seeküſte beſuchen wollten. Sie waren zu fünfen, lau ter gute Jäger, ſo wie auch ſämmtlich wohl bewaff⸗ net, und als ſie nun ſtill und geräuſchlos, h Art der Afrikaner, durch den dichten Wald hinſchritten, hörten ſie plötzlich ganz in der Nähe den Schrei eines jungen Gorilla, welcher nach ſeiner Mutter rief. Eine Täuſchung war nicht möglich, da man rings umher ſonſt keinen Laut hörte, und überdies kannten ſie den

Ruf der Gorilla⸗Jungen zu genau, als daß ſie ihn nicht von dem Geſchrei eines ondern wilden Thieres hätten leicht unterſcheiden können. Sie beſchloſſen alſo, dem Rufe nachzugehen, natürlich in größter Stille, und richtig, kaum hatten ſie hundert Schritte gemacht, ſo wiederholte ſich der Ruf. Offenbar mußte das Junge in einem nahen Dickicht verborgen ſein, allein es war die größte Vorſicht nöthig, denn ſicherlich konnte die Mutter deſſelben auch nicht weit entfernt ſein. Wenn aber gar vollends der Vater, deſſen außerordentliche Stärke von allen Negern mit Angſt und Schrecken be trachtet wird, in der Nähe war, ſo konnte das Aben teuer möglicher Weiſe ſehr tragiſch enden. Allein wie geſagt, die fünf Schwarzen waren tapfere Jäger und ſomit brachten ſie ihre Gewehre in Bereitſchaft, und gingen kühn auf das Buſchwerk zu.

Nach wenigen Schritten bemerkten ſie, wie ſich einige Zweige im Dickicht bewegten, und wie ſie nun ſo leiſe wie die Katzen und vor Aufregung kaum Athem holend noch ein bischen weiter vorwärts ſchlichen, ſahen ſie einen jungen Gorilla, der auf dem Boden ſitzend Waldbeeren, eine Lieblingsſpeiſe dieſer Affen, ſuchte. Aufmerkſam ſpähten ſie nun umher, und richtig einige Schritte davon ſaß auch die Mutter, ebenfalls mit dem Pfllicken und Verſpeiſen von Waldbeeren beſchäftigt. Augenblicklich machten ſie ſich nun zum Feuern fertig und drückten auch in demſelben Momente ab. Natür⸗ lich nicht auf das Junge, ſondern auf deſſen Mutter; allein es war kein Augenblick zu früh, denn der ältere Affe hatte ſie, wie ſie die Flinten an die Backen legten, bereits bemerkt, und wollte eben mit mächtigem Sprunge auf ſie losſtürzen. Zum Glück trafen ihre ſämmtlichen Schüſſe und die Mutter ſtürzte ſofort auf den Tod verwundet zuſammen. Sudl eich rannte nun das Junge, durch den Knall der Büchſen erſchreckt, auf die Mutter zu und hing ſich zärtlich an ſie, ihren Leib mit ſeinen Vorderpfoten umſchlingend und ſein Geſicht an ihrer Bruſt verbergend. Nun ſprangen auch die Jäger vorwärts, indem ſie zugleich ein wildes Freuden⸗ geſchrei ausſtießen; allein hiedurch wurde das Junge

allarmirt, ſprang auf und kletterte mit einem Satz auf einen in der nächſten Nähe befindlichen niederen Baum, von welchem herab es die Neger wild anbrüllte. Was war nun zu thun? Erlegen wollten ſie daſſelbe nicht, ſondern ihr Sinn ſtand vielmehr dahin, es lebendig zu fangen, weil ſie wohl wußten, welch' große Freude ſie hiedurch Du Chaillu bereiten würden. Schnell ent⸗ ſchloſſen hieben ſie alſo mit den kurzen Aexten, die ſie bei ſich trugen, den zum Glück noch dünnen Stamm des kleinen Baumes durch und wie nun der Letztere die Sekunde darauf umfiel, begrub er den jungen Affen unter ſeinen Zweigen und Blättern, ſo daß derſelbe wie in einem Netze gefangen lag. Natürlich aber würde er ſich ſchon den Augenblick darauf wieder herausge⸗ wunden haben, wenn ſich die Jäger jetzt nicht ſämmt⸗ lich mit aller Macht auf das Laubwerk geworfen hät ten, um ſo jede Bewegung des Thieres zu erdrücken. Es gelang glücklich, obwohl nicht, ohne daß der Eine von ihnen einen tiefen Biß in die Hand bekommen hätte, während einem Zweiten ein ziemliches Stück Fleiſch aus dem Schenkel ausgeriſſen wurde. Aber nun fragte es ſich, wie ſie den Affen transportiren wollten. So jung und klein nämlich derſelbe auch noch

war er hatte, da er, wie ſich nachher herausſtellte, kaum etwas über zwei Jahre Fühlte, nur ei