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Karl Guſtav Meyer: Die ſchöne Waldfee mit den Gluthaugen. 363
das stabai mater, welches er am Tage vor ſeinem Sterben beendigte, überſtrahlt Alles, was er je geſchrieben. Mancher nach ihm hat es ge—
wagt, mit ihm um die Palme zu ſtreiten und von
dem Schmerze der heiligen Jungfrau in tief ergrei⸗ fenden Tönen zu ſingen, aber ihn hat keiner wie⸗ der erreicht. Bald ertönte der heilige Geſang durch ganz Italien, und wo ein Wandersmann eintrat in einen hohen Dom und überwältigt von der Macht des Liedes nach dem Manne fragte, der ſolche Himmelsklänge erdacht, da ſah man verwun⸗ dert und ſtolz auf den Fremdling, der nicht wußte von dem Maeſtro Pergoleſi und ſeinem stabat mater.
Die ſchöne Waldſee mit den Gluthaugen. Eine Sage. Erzählt von Karl Guſtav Meyer.
In der Nähe von Kaaden, etwa eine Stunde von dieſer alterthümlichen Stadt entfernt, liegt am linken Egerufer ſtromaufwärts das male⸗ riſche Dörſchen Soſau zwiſchen einem Walde X† von Fruchtbäumen, und hinter dieſem tief ver⸗ E ſteckt in einer Waldſchlucht das einſame Ge⸗ höfte Meſeritz— Dubſchan, wie es vor Alters hieß. Ein kleiner ſpiegelheller Bach, der aber manchmal zu einem reißenden Gebirgswaſſer anſchwillt, ſchlän⸗ gelt ſich durch die Wieſenmatten; die dichten, noch heute beſtehenden. Waldſtände von Fichten und Föhren, zwiſchen denen manchmal eine Eiche das eintönige Grün maleriſch ſchattirt, auf der einen, der himmelanſtrebende Burgberg auf der andern Seite mit ſeinen zerriſſenen Felſenklüften und ab⸗ gerundeten Granitblöcken, die wie gebleichte Schädel von ihrer dunklen Unterlage ſcharf abſtechen, geben dem einſamen Thale einen wahrhaft märchenhaften Charakter. Man kann hier tagelang weilen und ſinnen, kein Laut ſtört die durch das Gemüth zie⸗ hende Gedankenreihe, als etwa der Fall einer Baumfrucht oder der kurz ausgeſtoßene Schrei eines Raubvogels.
Von den Gipfeln der nächſtliegenden Berge ſchauen die Trümmer der alten Ritterburgen trotzig und finſter herab, und erklimmt der Wanderer eines dieſer alten Schlöſſer— die, beiläufig geſagt, hier in der Umgebung alle dem weitverzweigten uralten Geſchlechte der Eggerberge gehörten— ſo erſchließt ſich ihm über die Wipfel der Wälder hin in jeder Richtung eine unermeſſene Ausſicht. Doch richtet ſich des Beſchauers Blick, geſättigt von der herrli⸗ chen Fernſicht, auf ſeine nächſte Umgebung, ſo iſt dieſe nicht minder intereſſant. Da ſteht ein grauer halbverfallener Thurm auf grünem Weidegrunde ſchweigend und ernſt wie eine Hieroglyphe der Vor⸗ zeit; herabgeſtürzte Granitplatten, Felſenſtücke und Mauertrümmer ſind rings umher wie Rieſenkinder
um den Urahn gelagert. Wohl iſt noch hie und da ein Theil der geborſtenen Aufgangstreppe zu erklimmen und die Eintheilung des innern Bghes zu erkennen, aber die öden Thüren, der unzugäng⸗ liche Söller, die lange leere Fenſterreihe grinſen uns ſchaurig an wie die Höhlen des Todtenſchädels.
Ein ſolches Gefühl beſchlich auch mich, als ich im vorigen Herbſte die Ruine Felixburg beſtieg. Unten im Dorfe Roſchwitz vernahm ich folgende Sage, die ich hier in ungeſchmückter Weiſe den Leſern der„Erinnerungen“ erzähle.
Vor einer an der Nordſeite des Burgberges zwiſchen Felſengeklüfte hineingebauten Köhlerhütte ſprang ein kleines ſchwarzlockiges Mädchen munter im Graſe herum. Da rief ihm eine Stimme, die ihrem ſchrillen Tone nach offenbar einem alten Weibe angehören mußte, von der Hausflur zu: „Hole die Ziegen hein, Ammi, und nimm den Phylax mit. Es iſt ein Wetter im Anzuge; ſiehſt Du denn nicht, daß der alte Burgberg bereits ſeine Haube aufſetzt und drüben am Dreikreuzberge ſich ſchon die Höhmännchen zum Rundtanze ſammeln?“
Die Mahnung wirkte ſogleich; das Mädchen machte raſch den Hund von der Kette los und fort ging es im flüchtigen Laufe durch das niedere Knie⸗ holz, ſo daß bald das laute Gekläff des Hundes nur noch aus der Ferne hörbar war.
Aus der Hütte aber trat auf einen Stock ge⸗ ſtützt ein altes Weib, dem man die Jahre und Mühſeligkeiten des Lebens deutlich anſah.
„Wo nur Martin und Röſe ſo lange blei⸗ ben,“ murmelte die Alte vor ſich hin;„ſie müſſen doch auch die Anzeigen des Unwetters bemerkt ha⸗ ben, das bald losgehen wird, und Gnade Gott denen, die es im Walde trifft!“
Als wollten ſich die Worte der Alten ſogleich bewahrheiten, hörte man in dieſem Augenblicke ein fernes Brauſen durch den dichten Föhrenwald, wie wenn ein anſchwellender Wildbach toſend durch Stein und Gerbölle ſich Bahn bricht; die erſt ein⸗ zeln am Burgberge erſchienenen Wolken jagten dunk⸗ ler und immer dunkler werdend in wildem Rund⸗ tanze um denſelben, ſenkten ſich immer tiefer und bedeckten endlich wie ein ſchaurig aufgerolltes Lei⸗ chentuch das ganze Waldthal, einzelne große Tro⸗ pfen rauſchten durch die Bäume vor der Hütte hernieder. Schon ließ ſich das dumpfe Rollen des nahenden Gewitters vernehmen. Da erſchienen zwei Geſtalten am Saume des Waldes und näherten ſich haſtigen Schrittes der Hütte.
Es war Martin, der Sohn der Alten, der
2 D mit ſeinem Weibe Röſe, beim Holzmachen durch
die drohenden Anzeigen aufgeſchreckt, heimkehrte. Sie hatten kaum die Schwelle der Hütte überſchrit⸗ ten, als das gräßlichſte Unwetter losbrach.
So lange ſeine Furchtbarkeit alle Bewohner
der Hütte geradezu betäubte, fiel weder Martin
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