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Jeiflüchkeit
wwere Opfer
Erinnerungen. TMluskrirfte Rlätker kür Brnsk und Bumor.
77. Band.
(Neununddreißigſter Jahrgang.) Heft XII.
Städtlein und Herrenburg. Von Ferd. Lauffer.
(Schluß.) IV.
ls die aufgehende Sonne die Wipfel des Heg⸗ waldes vergoldete, wogte es auf der Halde 5 bereits von bunten, geräuſchvollen Menſchen⸗ — gruppen. Da ſprang das loſe Völklein der Schuljugend jauchzend beim Anblick der köſt⸗ 2 lichen Dinge, die des Kühnen und Kletter⸗ fertigen Preis waren und ſchlug, die Schwungkraft ſeiner Gliedmaſſen probend, Rad und Purzelbaum über den grünen Raſen. Da trieben die rüſti⸗ gen Geſellen aller Gilden und Zünfte ſich ſchäkernd mit roſigen Mägdlein um. Die Mannen ſelbſt ver⸗
gaßen für dieſe Stunde des harten Dranges der
Erinnerungen. 1859.
Zeit und der Gefahr, die über ihrem und ihrer Angehörigen Haupt gleich einem Schwert am dün⸗ nen Haarſeil hing. Welke Mütterlein ſelbſt und Greiſe, in mächtiger und ſüßer Erinnerung ſich verjüngend, krochen an Stab und Krücke daher, das ſeit Jahrzehenden ob der Gefahr vor Ueberfall und Gemetzel nicht mehr begangne Maifeſt mitzu⸗ feiern.
Da verkündete auf einmal der hohle brüllende Ton eines großen Hornes vom Waldſaum herüber, daß der Heerbann der Stadt im Anzug ſei. Schon hörte man das taktmäßige Klirren beerzter Ferſen auf dem ſteinigen Pfad und im nächſten Augen⸗ blick bewegte ſich der geſchloſſene Zug, an der Spitze die mächtige Heldengeſtalt des Hauptmanns Kor⸗ nelius in die Lichtung heraus und dann zwiſchen dem beiderſeits Raum gebenden und auseinander⸗ weichenden Volke dem Luſtbaum zu.
Hier angelangt, gebot der Heermeiſter mit mächtiger Stimme:„Halt!“ Wie eherne Bildſäulen
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