ne darüber
die allae⸗ allge⸗
b hat aber den ge — genont⸗ 2 eutſchland berühmten a Nahre in
² 1858). rböhmiſche ch), deſſen
zu ſuchen Münch⸗ um grauen verliert
ge der Ger⸗
He⸗ zur Mitte che, wo in d wüthete. s alle Ge⸗ en auch die ichſten Nie⸗ n in den genoſ⸗ hſinn ge⸗ ölkerung n wieder r neue er⸗
d Exgö⸗
; aber auf im öſtlichen olitiſchen und viel⸗ lus dieſem ſiger Seite desſelben r ſonſt gar geben wäre. ſags bilde⸗
Stadt einen
res„Ober⸗ hrigen Fa⸗ jeſer Würde einem Feſt⸗ trikots trug en rieſigen, Käfig, der ar indeſſen wei Tau⸗ gen. Den die Träger von einer und einer Zeiten ſe⸗ Muſik, die
Alfred Waldau: Böhmiſche Faſchingsſpiele. 307
einen luſtigen Marſch ſpielte, begleitet, begab ſich der Faſtnachtszug nach dem Ringplatz. Während daſelbſt von vielen der hervorragenden„Zunftglie⸗ der“ allerlei humoriſtiſche Reden und Debatten ge⸗ pflogen wurden, die ſich vorzugsweiſe als ſcherzhaft feindſelige Demonſtrationen gegen das bisherige Oberhaupt manifeſtirten, zog die Abtheilung der taubentragenden Masken mit der Muſikbande durch die Stadt, zuerſt vor das Rathhaus, dann vor die Häuſer aller Honoratioren in abſteigender Linie. Meiſtentheils gaben ſich alle Theilnehmer(holu- bari) im Kreiſe die Hände, ohne die Käfige bei Seite zu ſtellen, und tanzten um den großen Käfig einen kurzen, eigenthümlichen Reigen; hernach er⸗ hielten ſie überall ein Geldgeſchenk, das häufig recht namhaft ausfiel.
Nach vollendetem Rundgang begab ſich der ganze Zug vor das mit einer Ehrenpforte ge⸗ ſchmückte Haus des„Zweitälteſten“, welcher nun mit lebhaften Akklamationen zum Aelteſten für das laufende Jahr gewählt wurde. Kaum war dieß ge⸗ ſchehen, ſo wurden, wie auf einen Wink, ſämmtliche Käfige geöffnet und durch die Lüfte flatterte, von einem homeriſch lauten Jubel begleitet, das befreite Heer der Tauben nach allen Richtungen hin. Manch⸗ mal wurden ſchon während des Zuges, der an ein⸗ zelnen beſtimmten Stationen anhielt, ſtets zwei Tauben losgelaſſen. Zu gleicher Zeit wurden zahl⸗ reiche Piſtolenſchüſſe abgefeuert. Hierauf lud der Neugewählte ſeine Wähler in ſein Haus zu einem Feſtmahl, wo es an Braten, Kolatſchen, Bier und Liqueur durchaus nicht mangelte. Schließlich ging der koſtümirte Zug, an der Spitze den neuen Ober⸗ älteſten, der auch den Titel cechmistr(Zunftmei⸗ ſter) hatte, in nicht mehr ganz ſtreng geregelter Ordnung in das Wirthshaus, wo fröhlicher Jubel und Tanz bis in die erſten Stunden des Aſcher⸗ mittwochs herrſchte.
Auf dieſe Weiſe ging es viele, viele Jahre zu. Der Faſchingsdienſtag des Jahres 1848 hat aber den letzten„Taubenhaltertanz“ geſehen. Mit die⸗ ſem wurde auch die ganze originelle„Zunft“ zu Grabe getragen und ihre Häupter wurden den „entthronten Größen“ beigeſellt. Die„letzten Mo⸗ hikaner“ des holubärsky cech in Wamberg wa⸗ ren der Stadtbarbier Poſtkehovſky und der Schuhmacher Polatek, beide ſehr paſſionirte Tau⸗ benfreunde, welche viele Jahre hindurch in dem Amte des Oberälteſten und Zweitälteſten abwechſelten.
II. Der Wachteltanz.
Eine Faſchingsunterhaltung ganz eigener Art beſtand und beſteht wohl theilweiſe noch jetzt in den Gegenden von Pürglitz, Schlan, Beraun, Plaß, Jungbunzlau, Kuttenberg u. ſ. w. Dieſe iſt eigent⸗ lich aus einem Kinderſpiele hervorgegangen, dem
die Dorfjugend auf den Dorfplätzen, in Gärten, auf Angern und Wieſen an ſchönen Frühlings⸗ und Sommerabenden mit Vorliebe obzuwalten pflegt. Die erwachſenen Burſchen und Mädchen hingegen haben es mit einigen Modifikationen zu einem Faſtnachtstanze gebildet, der in der großen Wirths⸗ ſtube als„Wachteltanz“ zur allgemeinen Beluſti⸗ gung aufgeführt wird.
Sechs Burſchen und ſechs Mädchen treten auf. Sie tragen Geſichtslarven in Geſtalt von Vogel⸗ köpfen und ſind am ganzen Körper mit bunten Lappen, dann mit Weizen⸗ und Erbſenſtroh behan⸗ gen. Die Burſchen heißen krepelèci(Wachtel⸗ männchen), die Mädchen krepelky(Wachtelweib⸗
chen).— Indeſſen Alt und Jung im Tanzſaale einen großen Zuſchauerkreis bildet, ſtellen ſich die Zwölf in der Mitte in zwei Reihen auf— hier
die Burſchen, da die Mädchen. Nun erfaſſen ſie einen etwa klafterlangen Stab, und jener Burſche, der ſo glücklich iſt, denſelben allen Andern zu ent⸗ winden, iſt krepeläk nejstarsi(der Wachtelkönig) und gebietet als ſolcher über alle Andern. Da ruft er mit lauter Stimme den Muſikanten zu: „Tus, pâni muzikanti!“(Einen Tuſch, Ihr Her⸗ ren Muſikanten!) Sogleich ertönt eine luſtige Fan⸗ fare und mit hellem Jubel fallen die Zuſchauer ein. Nun bilden die Zwölf eine Ronde und hüpfen von rechts nach links, wobei ſie das nachſtehende Liedchen ſingen: „Peter ſä'te Hirſe, Weizen, Eine Wachtel ſcheuchte er auf; Das Wachtelweibchen haben wir, Das Wachtelmännchen iſt nicht hier— Wenige ſind wir, Wenige ſind wir, Geh Du, Janek, Weg von uns!“
Bei den letzten Worten ſtößt der Wachtelkönig Einen aus der Kette heraus, der bei Seite gehen muß. Die Uebrigen ſchließen wieder die Kette und ſingen das Lied von Neuem, bis bei den letzten Worten abermals eine Perſon verbannt wird. Alſo geht es im Ganzen zehnmal zu, bis zuletzt nur der Wachtelkönig und die Wachtelkönigin übrig bleiben, die ſich nun die Hände reichen und kreis⸗ förmig ſich drehen. Dabei ſingen ſie:
„Peter ſä'te Hirſe, Weizen,
Eine Wachtel ſcheuchte er auf;
Das Wachtelweibchen haben wir, Das Wachtelmännchen iſt nicht hier— Wenige ſind wir, Wenige ſind wir, Kommt ihr Alle Her zu uns!“
„Tus, pni muzikanti!“ ruft wieder der Wachtelkönig, die Muſik fällt mit rauſchenden Klän⸗ gen ein und alle„Wachteln“ treten in den Kreis und beginnen paarweiſe nach Art des bekannten, Holubiec in dem polniſchen Mazur ſchnell zu tan⸗ zen, wobei ſie ſingen:
39*


