Heft 
(1859) 10 10
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erfüllſt, wenn ſeineg Führer treu ihrer Untreue bleiben!

Königin, hald halten ſie vor unſerem Caſtell, was befehlt Ihr zu thun?

Armer Pandolfello, was ſprichſt Du vom Befehlen? Wir dürfen den wachen Löwen nicht reizen; unſere ſcheinbare Ruhe und Ergebung ſoll ihn einſchläfern. Grüß ihn als König! Tritt in die Schar ſeiner Trabanten, ſtimme ein in ihr Halloh, es kann Dich retten! Ich muß ja auch, ſprach ſie leiſe und das Antlitz gewaltſam zu einem Lächeln derziohend,dem Könige mich beugen und Dehtemn Thun folgen!

Pandolfello verließ das Gemach. Ihm war alles gleichgiltig geworden. Da er nur den Untergang vor ſeinen Augen ſah, ſo war ſein ſonſt zaghaftes Herz durch das Verſenken in dieſe Vor ſtellung für alle Furcht abgeſtumpft, ja faſt mit Kraft un Entſchloſſenheit erfüllt. Mit einigen Edel⸗ leuten ſtellte er ſich am Thore des Caſtel nuovo auf, ſtill dem Nahen des Königs entgegenſehend.

Heil unſerem König! ſchrie das Volk. Ja kob winkte dankend nach allen Seiten hin, in⸗

dem er durch die ſich in der Volksmenge öffnende Gaſſe vorritt. Sein Blick ſchweifte über die Fenſter des Palaſtes. An einem derſelben ſtand die Köni gin, die mit aller Macht den Schmerz und Grolk in ihrem Herzen zu betaͤuben ſich bemühte.

Sieh, Cäſar iſt wieder frei! rief ſie und faßte krampfhaft und wie Hilfe ſuchend Kathari⸗ n a's Hand;mein Verderben funkelt aus ſeinem Blicke!

Julius Cäſar ritt vor dem Könige ins Caſtell und rief Pandolfello bemerkend:Ge witzigt, Herr Großkämmerer? So wünſche ich Euch Glück!

Pandolfello ſchwieg und ſchritt dem Kö⸗ nige mit ehrfurch tsvollem Gruße entgegen. Ohne ein Wort zu erwiebern, eilte dieſer mit ſeinen Be gleitern in den Saal, wo Johanna ängſtlich ihn erwartete.

Jetzt aber erhob ſie ſich gefaßt bei ſeinem Er ſcheinen, ſie ſchien ſich bewußt zu werden, daß ſie es ſei, die hier zu befehlen habe.

Willkommen, mein werther Gemal, in mei⸗ nem Reiche! rief ſie ihm entgegen.Ihr aber, ſprach ſie zu den verſammieelten Edelleuten,wenn ihr mich liebt und treu dem Hauſe Durazzo an hängt, ſo begrüßt meinen Gemal als euren könig lichen Gebieter!

Jakob ſah verwundert bei dieſem unerwar⸗ teten Empfange bald Johanna, bald die Edel⸗ leute an, die ihre Schwerter aus den Scheiden riſ⸗ ſen und um die Häupter ſie ſchwingend riefen:Es lebe Königin Johanna, es lebe König Jakob! Heil beiden!.

Scheinbare Freude, täuſchender Friede ſchweb⸗ ten über dem Palaſte. Alle Befürchtungen ſchienen ſich in reines Glück verklärt zu haben, doch unter

Julius Cüäſar von Capua.

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dem ſchimmernden Schleier Zogen die Wolken des Verderbens ſich ſenmnn Die Königin ſtrahlte in verſtellter Freundlichkeit, Jakob wang ſich heiter, natürlich, glücklich zu erſcheinen. Die Edelleute aber hofften in Wirklichkeit ſchönere Zukunft, nur Cäſar ſchritt düſter buic die glänzenden Reihen und Alopo floh mit ſätnen Schweſter das Feſt.

Unten wogte das Volk, Pracht und Glanz erwartend.

Aber nur kurze Zeit war der Täuſchung ge weiht. Der hohle Freudenklang mußte bald verſtum⸗ men, um einer ſchauervoll bangen Stille zu wei chen. Dumpf legte ſich's wie die ängſtigende nie derdrückende Schwüle vor einem Gewitter auf die Gemüther Aller und glücklich pries ſich, wer die drohende Atmoſphäre vor ihrer Entladung verlaſ ſen konnte.

Wenige Adelige umgaben nur mehr das kö⸗ nigliche Paar. Cäſar ſtand dicht vor demſel ben, durch ſeine Nähe die Erbitterung der Königin meh rend, ihre Geduld auf die härteſte Probe ſtellend. Da begegnete ſein finſter lauernder Blick dem des Königs, der faſt betroffen zuſammenzuckte, doch bald ſich faſſend ihm ein Zeichen mit der linken Hand gab und dann wieder der Königin ſich zuwendete. Bald verließen die letzten Gäſte den Saal. Unten harrte das Volk k noch immer, um eine glänzende Feier zu ſehen; wie ein erkältender Schauer wirkte die plötzliche Stille beklemmend und Ausſprüche böſer Vorbedeutung gingen von Mund zu Munde, wie das Meer unheimlich rauſcht vor dem nahen Sturme.

Eine trübe, ſternenloſe Nacht legte ſich über Neapel, kalt wehte der Wind vom Meere her.

Die Königin ſtand allein in ihrem Gemache am offenen Fenſter und athmete gierig die einſtrö mende friſche Luft; mächtig hob ſich ihre Bruſt, in welcher der Schmerz mit dem Zorne rang. Alopo trat ein, ſie beachtete es nicht. Stumm blieb er vor ihr ſtehen.

Da erhob ſie ihr biſt's? Kommſt Du vergebens nach Troſt und Faſſung ringt? Wie endet dieſer Tag! Ward ein ſolches Feſt jemals ge ſehen? Preiſe das Volk ſeinen prachtliebenden, frei⸗ gebigen König, der ihm bei ſeiner Ankunft ſol chen Glanz, ſolche rauſchende Vergnügung geboten! Fordere es von Jakob, was ich ihm einſt ge⸗ währte!

Jakob weiß ſich gut unwillkommene Störer vom Leibe zu halten; Caſtel nuovo iſt Jedem ver⸗ ſchloſſen!

Wie, ſo ſind wir fangene? 2

Seine Franzoſen und Cäſar's Anhang be ſetzten das Caſtell, Jakob nur beſiehlt an dieſem Orte. Wer ſich nicht beugte, fiel oder fällt noch!

So wehe uns! Ich habe ihn erhoben, um mich ſelbſt zu ſtürzen!

Haupt:Alopo, Du endlich, da mein Herz

Gefangene, Jakob's Ge⸗

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