Heft 
(1859) 8 08
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volete? wiederholt der Beleidigte und man ſteht verblüfft da. Ertappt der Fremde den Dieb auf friſcher That und will ihn durchwalken oder der Polizei übergeben, ſo nimmt ſich das Volk meiſt des Schelmes an und bittet:Laſſen Sie den ar men Teufel, machen Sie ihn nicht unglücklich!

Denn zwiſchenMein undDein herrſcht bei dem gemeinen Volke noch eine nicht unbedeutende Begriffsverwirrung.

Ueber Morde ſelbſt ſpricht man mit der größ ten Gleichgiltigkeit. So erklärte mir ein Gaſtwirth die Bedeutung eines ſolchen Verbrechens auf fol gende Weiſe:Ich erwähne derjenigen nicht, die je ſo gemacht hatten(dabei zeigte er durch Mimik einen Dolchſtoß an), denn dieß kann Ihnen und mir alle Augenblicke widerfahren. Ich ſpreche nur von ſolchen, die ſich eines Verbrechens ſchuldig ge⸗ macht haben.

In Neapel frug ich Galeerenſträſlinge um den Grund ihrer Strafe.Wir begingen eine Dummheit(pazzia), erwiederte ruhig einer aus ihnen. Auf die Frage, worin die Dummheit be ſtanden habe, erzählte er nicht ohne Befriedigung, daß ſie in Capri einen Hirten, ihren Todſeind, in demſelben Feuer verbrannt hätten, welches dieſer angezündet habe. Der Umſtand, daß der Hirt ſie einſt empfindlich beleidigt hatte, rechtfertigte in ihren Augen dieſe häßliche That. In einem Lande, wo Mordthaten ſo häufig ungeahndet verübt wer den, wo der Verfolgte ſo häufig keinen Schutz und der Beleidigte keine Genugthuung ſindet, ſucht Je der ſelbſt ſich Gerechtigkeit zu verſchaffen, ſeine Rache zu befriedigen. Man erleichtert den Verbre chern die Flucht auf jede mögliche Art, wenn die Behörde ſie verfolgt.

Die neapolitaniſche Gendarmerie iſt gut orga niſirt, ſchön und von hohem Wuchſe. Man hört jedoch ſehr häufig von Räubereien auf der römi ſchen Heerſtraße zwiſchen Gaeta und Terracina, in den Abruzzen und in Kalabrien. Bei den neapoli taniſchen Räubern handelt es ſich nur um's Geld; haben ſie dieſes, dann ſind ſie nicht mordgierig.

Die Banditen ſind zumeiſt Mörder, die vor dem Arme der Gerechtigkeit in die Gebirge ſich flüchteten; daher der Name: Bandito(Verbannter).

Die minder ziviliſirten Völker zeichnen ſich oft durch wilde Verwegenheit aus. Dieß lann man jedoch von den Neapolitanern durchaus nicht ſagen. Fahren ſie z. B. einen ſteilen Berg herab, oder gleitet ihnen das Maulthier aus, dann ſchreien ſie: Langſam! langſam! o mamma mial leigentlich: o meine Mutter!) langſam! halt! und ſpringen gleich aus dem Wagen.

In noch ſo großer Anzahl verſammelte Kinder fliehen vor einem Schoßhündchen, und ein tüchtiger Schweizerſoldat treibt das ganze Dorf vor ſich her.

In Schlachten ſtrecken die einheimiſchen Sol daten faſt immer die Waffen und ſchreien:Mamma mia! o mamma mia!

Enſtachius Schnabel, der Notizenſammler.

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Zur Nachtzeit ſchlug jüngſt, als ich in Capo vimonte übernachtete, der kalte Blitz in die Mauer eines Hauſes ein, und nächſten Morgen ließ ſich die Hälfte der Einwohner des Ortes zur Ader, daß ihnen der Schrecken nicht ſchade.

(Schluß ſolgt.)

Enſtachins Schnabel, der Notizenſammler.

ag es immerhin in manchen Fällen erſprießlich ſein, 8*) durch etwas Ima S6 h.

gination der un N vollkommenen

Wirklichkeit zu

Hilfe zu kommen, ſo iſt es doch auch wahrlich kein beneidenswerthes 8* Glück, ſich einer Vhallzu lebhaften Phantaſie rühmen zu dürfen. Mit einem Gold netz umſpinnt ſie uns; wir ſitzen in der Mitte desſel ) ben, lächeln die vor uns gaukelnden ſchönen Bilder an und glauben ſie ſeien wirklich. Mit leuchtenden Blicken weiſen wir auf ſie hin:Seht, Menſchlein, ihr da draußen, alle dieſe Herrlichkeiten exiſtiren und ſind mein! Erſt ein plötzlicher Sturz von der Höhe öffnet uns die Augen, wir ſchlagen an die Stirn und das Ende vom Liede iſt dann gewöhnlich:O welch' ein Thor war ich, das für blankes Gold zu halten, was nur eitel Schaum und Dunſt!

Auch Herr Euſtachius Schnabel gehört zu den Perſonen, bei denen die glühende Einbil dung Alles, der helle Blick des Verſtandes Nichts iſt. Doch eines müſſen wir an ihm bewundern, die ſtarre Konſequenz, die er einhält. Seinen erträum⸗ ten Gebilden haucht er Leben ein, führt ſie dann hinaus in die kalte Wirklichkeit, glaubt in ſeiner Unſchuld, man werde ihre Wahrheit erkennen und gleich ihm preiſen; und zwingt nun das Un⸗ glück ihn, oberwähnten Monolog zu halten, ſo chelt er ſtill vor ſich hin und iſt der gute alte Euſtachius Schnabel wieder wie vor.

Doch ſtatt aller weiteren Beſchreibung will ich ihn gleich wirkend meinen Leſern vorführen.

* Herr Euſtachius Schnabel ſitzt gemäch⸗ lich in einem weichen Fautenil im engliſchen Kaffee⸗