Heft 
(1859) 8 08
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Das neapolitaniſche Volk. 243

Poeſie zu gewinnen, und wer ſich ja dem Volks liede zuwandte, produzirte mit Bewußtſein nachah⸗ mend und übertrieb und verdarb, was naiv und ſchön war.

Und ſo ſank das Volkslied immer tiefer, und nur was ſich aus früheren Zeiten erhielt, bewahrte eben noch theilweiſe wenigſtens die alte Reinheit und Vollendung. Für einzelne Zweige aber gab es doch noch günſtige Momente.

So entſtanden im dreißigjährigen Kriege, in den Türken⸗ und anderen Kriegen in Eugens Zei ten, ſo wie ſpäter in denen Friedrich II. Soldaten lieder, die, da ſie nicht aus der Hefe der Kriegs heere, ſondern von gebildeten Abenteurern herſtamm ten, die ihre urſprüngliche Bildung mit demn Sinne und Geiſte des Volkes zu vermälen wußten, hiemit in gleicher Weiſe, wie das frühere Volks lied, die beſten Bedingungen für ihr Gedeihen vor fanden.

Und ſo waren auch für's Jägerlied bei er neuerter, kunſtmäßiger Betreibung des Weidwerkes im 17. und 18. Jahrhunderte alle Bedingungen zur Blüthe vorhanden. In's Volk indeß drang nur dasjenige und erhielt ſich in demſelben, was ſich nicht auf's Speziellſte des Jagdhandwerks bezog.

In den übrigen Gattungen verſchwand der feinere Duft, das Bäueriſche, Rohe nimmt über hand; die herrliche Regelloſigkeit ſcheint verächtlich, man wird logiſcher, nüchterner und zuletzt proſaiſch. Was früher lebendig aus der Seele quoll, wird zur todten, unverſtandenen rein erborgten Wendung, und das handwerksmäßige Gedicht nun hier ebenſo, wie in der Kunſtdichtung. Fremde, romaniſche For men verdrängen die urdeutſchen; wir haben im Volke dasſelbe, was unter den Gebildeten die ſchleſiſche Dichterei iſt.

Wie ſich die deutſche Kunſtpoeſie endlich zu ihrer zweiten herrlichen Blüthe erhob, gehört nicht hieher; wohl aber können wir einiges wenige über Aufnahme des Volksliedes unter die Gebildeten ſpre chen, wobei ſich der Einfluß desſelben auf die Kunſtpoeſie von ſelbſt ergibt, wenn man nur den einen Namen Goethe nennt.

Als im letzten Drittel des vorigen Jahrhun⸗ dertes, vorzuglich Percy's Sammlung und Macpher ſon's Oſſian in Deutſchland ein größeres Intereſſe für Volksgeſang erweckte, war es beſonders Herder, der auf den hohen Werth desſelben aufmerkſam

machte; und alsbald begann man, die deutſchen

Volkslieder, die ſich auf fliegenden Blättern, in Hand⸗ ſchriften oder in alten Liederblichern erhalten hatten, theils in Zeitſchrifften und Sammelwerken, theils in eigenen Liederſammlungen dem Publikum zugäng⸗ lich zu machen. Verſuchten auch Einzelne dieſes Streben lächerlich zu machen, ſo gewannen ſie doch

keinen Einfluß oder erreichten, wie Nicolai, das Gegentheil von dem, was ſie beabſichtigten. Die Sammlung dieſes Mannes erſchien unter dem Ti⸗ tel:Eyn feyner kleyner Almanach Vol ſchönerr

echterr lieblicherr Volksliederr, in 2 Jahrgängen; und war ſo, wenn auch in ganz anderer Abſicht, ein Anfang gemacht, ſo lam gleich auch Herder mit ſeiner Sammlung von Liedern aller Nationen, und bald Andere, beſonders Arnim und Brentano mit des Knaben Wunderhorn. Auch Büſching und van der Hagen, ſowie Meinert mit Liedern in der Mund art des Kuhländchens ſind zu erwähnen, und wegen

der beigegebenen Originalmelodien, wodurch erſt die

Volksliederſammlungen ihre eigentliche Bedeutung erhalten, Erk und Irmer, und ganz vorzüglich Hoffmann und Richter mit ihren ſchleſiſchen Volks liedern.

Uhland's alte hoch⸗ und niederdeutſche Volks lieder ſind ein wahrer Schatz von Volksdichtungen, und ebenſo die Sammlung Simrock's wegen ihrer leichtern Verſtändlichkeit ſehr zu empfehlen.

Ueber Volkslieder iſt ſehr Vieles, ja Unüber⸗ treffliches geſchrieben, und wenn wir denVerſuch einer geſchichtlichen Charakteriſtik der Volkslieder germaniſcher Nationen von Talaj, den Abſchnitt bei Gervinus und ganz beſonders die Abhandlung das Volkslied in Profeſſor Bratranel'sBeiträ gen zu einer Aeſthetik der Pflanzen hier nament lich aufführen, ſo geſchieht dieß blos, weil dieſe Schriften die leichtere Zugänglichkeit vor andern voraus haben.

Schließlich nur noch eine Bemerkung zur rech ten Würdigung der meiſten Sammlungen: eine charakteriſtiſche Auswahl iſt nur bei den zuletzt ge nannten zu finden; ſie allein bieten zum größten Theile ſchönes, wahrhaft hieher gehöriges: die an deren verwirren mehr als ſie nützen und beſtäti gen nur in ſehr geringem Maße das Urtheil über das deutſche Volkslied, das im Verlaufe dieſes Auf ſatzes als wirklich berechtigt mitgetheilt worden iſt.

Das neapolitaniſche Volk.

G=. Gh ee Ihe Charakter des neapolitaniſchen Volkes hat, (2 wie der eines jeden Volkes, ſeine guten und ( So ſchlechten, ſeine Licht⸗ und Schattenſeiten. ,)7 Der Neapolitaner iſt leicht erregbar und leidenſchaftlich. Beim geringſten Wortwechſel

zittert er gleich am ganzen Körper, aus ſei nen Augen ſprüht Feuer blinder Leidenſchaft. Da hauen die Mütter ihre Kinder auf den Boden, oder beißen ſie in's Geſicht oder in die Hände. Zuwei len übergeht eine krampfhafte Wuth in eine Art von Tanz. So ſah ich in St. Lucia zwei Weiber, welche nach hartnäckigem Gezänke zu tanzen und einander zuzukreiſchen begannen:Willſt Du hier die Frau ſein? dabei blähten ſie ihre Kleider nach Geſtalt der Krinolinen auf.

Zu dieſem heißen Temperament, das vom heißen Klima geſchaffen wird, geſellt ſich große

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