Heft 
(1859) 8 08
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237
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L. Korber: Das deutſche weltliche Volkslied. 237

rin zu werden, aber kein rechtes Talent. Dieſe Ueberzeugung danke ich meiner geſtrigen Unterhal⸗ tung mit Ihnen. Es iſt ſchrecklich, ſich ſo was geſtehen zu müſſen, beſonders wenn die ſchönen Träume eines ganzen Jahres dadurch plötzlich ver⸗ weht werden; aber ich beſitze wenigſtens die eine Tugend, ich bin redlich gegen mich. Und da ich denn keine Künſtlerin werden kann, will ich ei⸗ nen Platz ſuchen, den auszufüllen ich völlig im Stande bin.

Nein nein! das werden, das dürfen Sie nicht! rief Otto. Er ſprach dieſe Worte, als wäre ein hehrer Geiſt über ihn gekommen, der ihm das Schickſal Emm a's in die Hände legte.

Und warum nicht? fragte Emma mit ungewiſſem Tone.

Weil Sie zur Schauſpielerin, zur Künſtle⸗ rin geboren ſind, verſicherte Otto,und weil es eine Sünde gegen den Genius wäre, wenn Sie den heiligen Geiſt, der Sie durchweht, verbannen könnten.

Ich habe kein Vertrauen mehr zu mir, ſprach Emma einfach und reſignirt, daß dieſe Worte Otto durch's Herz ſchnitten.

Laſſen Sie mich Ihnen das Vertrauen wie⸗ der geben! rief Otto hingeriſſen,laſſen Sie mich Ihren Freund, Ihren Rathgeber ſein!

Sie ſind ein edler Mann, ſagte Emma gerührt,aber laſſen Sie mich meinem Schickſale.

Wenn es erſt Ihrer würdig iſt, entgegnete Otto.Weiſen Sie mich nicht zurück. Meine Ueberzeugung ſteht feſt, Sie haben eine große Zu⸗ kunft. Geſtatten Sie mir, was an mir iſt, Sie darauf vorzubereiten. Viel fehlt Ihnen noch, das ſage ich offen, aber die Hauptbedingungen ſind da: Talent und Wille; das andere muß ſich finden.

Ihre Worte klingen ſüß und verlockend, ſprach Emma;es kündet ſich darin eine Seele, die die ich finde das Wort nicht. Sie bieten mir viel. Ihre Freundſchaft, Ihre Unterſtützung, das iſt mehr als worauf eine Unbekannte An⸗ ſpruch machen kann. Aber ich fürchte mich an Ihrer Großmuth zu verſündigen, wenn ich ſie nicht annehmen würde. Ich vertraue mich Ihnen, ſein Sie mein Lehrer, mein Freund.

Sie reichte ihm die Hand und ohne zu wiſſen was er that drückte er ſeine Lippen darauf.

Der Bund war geſchloſſen.

*

(Schluß folgt.)

Das deutſche weltliche Volkslied.

Von T. Korber. (Schluß.)

U' enden wir uns zu dem Einzelnen, ſo ſchei⸗ b]) det ſich das ganze Gebiet des Volkslie⸗ ‿˙ des in zwei große Gruppen: in die des o epiſchen und in die des lyriſchen Liedes. Das eigentlich hiſtoriſche Volkslied gelangte in Deutſchland zu einer verhältnißmäßig nur geringen Bedeutung. Die Gegenſtände von allgemeinem Intereſſe waren ſo bedeutend, daß ſie in den engen Rahmen eines Liedes ſich nicht fügten, oder ſie waren nicht Thaten, ſondern Be⸗ gebenheiten, alſo ohne eigentliche epiſche Elemente und nur für den Roman mit Erfolg zu benützen. Was aber von allgemeinem Intereſſe nicht war, gab zwar vielleicht den Stoff zu einer Romanze, die aber bald verhallte, da ja eben dieſe Perſön⸗ lichkeiten und Verhältniſſe für alle übrigen unver⸗ ſtändlich oder von abſoluter Bedeutungsloſigkeit wa⸗ ren. Geſchehen iſt an allen Orten genug, aber nur Weniges davon hatte irgend bedeutende Folgen. Wo dieſe aber eintraten, fehlte auch der Geſang nicht. So riefen im 14. und 15. Jahrhunderte unter den Schweizern ihre ruhmvollen Schlachten gegen Oeſterreich und Burgund zahlreiche Lieder hervor, wovon die berühmteſten ſind die des Luzer⸗ ner Halb⸗ſuter, von dem beſonders jenes auf die Schlacht bei Sempach, in der er ſelbſt mitgefochten hatte, von großer Kraft und dem ganzen kecken Trotz der Eidgenoſſen zeugend, und die Veit We⸗ ber's, der die Verbindung der Schweizer gegen, und ihre Siege über die Burgunder beſang.

Andere Lieder entſtanden im Norden unter den Dithmarſen, die ſich im 15. und 16. Jahr⸗ hunderte ſiegreich gegen eroberungsluſtige Fürſten zu vertheidigen wußten.

Die Lieder aber, die die Fehden einzelner Kantone, oder Vorfälle im Innern von Deutſch⸗ land zum Inhalt haben, ſind durch Werth und Verbreitung von weit geringerer Bedeutung.

Anders ward es in den beiden erſten Drit⸗ teln des 16. Jahrhundertes, wo im Gefolge der Reformation ſo Vieles geſchah, was allgemeine Theilnahme erregte, und ſo wurden die Helden der Reformation, die Ereigniſſe des Bauernkrieges, die Belagerung Wiens durch die Türkentund Anderes beliebte Gegenſtände des Volksgeſanges.

Auch ſagenhafte Stoffe aus den Fabelkreiſen der früheren Jahrhunderte waren nicht ſehr im Schwunge, außer wenn ſie Wunder⸗ und Liebes⸗ geſchichten enthielten. Bisweilen wurden noch die Namen der Perſonen und andere Bezüge beibehal⸗ ten, wie im Tannhäuſerlied; meiſt aber ward all' dieſes getilgt, und unzählige Liebesromanzen, an denen die Deutſchen ſo reich ſind, beruhen auf die⸗