Heft 
(1859) 7 05
Seite
205
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Menſchen, porgeſchaut doch kelle Jrhabenheit di in imm mallen ge⸗ tſie taun, , und da ſchitt, 1 velche ſie er⸗

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Fr. Friedrich:

mels iſt ein erhebender und überwältigender, wenn an dem tiefblauen Gewölbe Tauſende von Sternen funkeln, gleichſam als wären ſie dahin geſäet als ewige Lichter, welche die Menſchennacht erhellen, ohne daß eine Menſchenhand zu ihnen hinaufreicht.

Wir verſuchen wohl die Sterne zu zählen, aber bald laſſen wir davon ab, denn immer neue drängen ſich unſeren Blicken auf, imnier unbegrenz⸗ ter erſcheint uns der Raum des Himmelsgewölbes. Und ſelbſt wenn wir unſer Auge mit dem ſtärkſten Fernrohr bewaffnen, bleibt unſer Bemühen ein ver⸗ gebliches, denn über all' den Sternen, welche an dem Himmelsgewölbe über uns glänzen, gibt es noch weit größere und ausgebreitetere Weltenſyſteme, und von den Räumen, welche ſie von einander trennen, wiſſen wir nichts.

Ja, unendlich iſt die Zahl der für uns ſicht baren Geſtirne am Himmelszelte. Gibt doch der Aſtronom Struve die Anzahl der auf beiden

Hemiſphären bis zur zwanzigſten Größe erkennbaren Sterne auf 20.374,000 an und William Her ſchel, der in der Milchſtraße 116,000 Sterne in einer Viertelſtunde vor ſeinem zwanzigfüßigen Te⸗ leſkope vorübereilen ſah, ſchätzt die Summe der dort angehäuften Sterne auf mehr als 18 Millionen. Denn der über den ganzen Himmel ſich hinziehende weißlich ſchimmernde Streifen, der die Milchſtraße genannt wird, und ſelbſt diejenigen Stellen am Him⸗ mel, welche dem bloßen Auge und ſelbſt ſchwach vergrößernden Fernröhren wie vereinzelte Nebelflecken erſcheinen, ſind zahlloſe Anhäufungen von Sternen. Und von all' dieſen Sternen, welche wir mit unbe waffnetem Auge nicht zu erkennen vermögen, iſt jeder tauſend Mal größer als unſere Erde, denn es ſind Firſterne, Sonnen gleich der unſrigen, mit eigenem, von ihnen ausſtrahlendem Lichte. Nur der unermeß⸗ liche, ja undenkbare Raum, welcher zwiſchen ihnen

und uns liegt, läßt ſie ſo klein erſcheinen. Wollten wir dieſen Raum meſſen, ſo müßten n ir einen Maß⸗ ſtab annehmen, der nicht nach La und Mil lionen, ſondern nach Billionen Meilen zählt.

Und wer von uns vexmag ſich einen Raum von Billionen Meilen vorzuſtellen? Die Erde er ſcheint uns ſo groß und weit und doch beträgt ihr größter Umfang nur 5400 Meilen. Die Sonne iſt von uns 20.682,000 Meilen entfernt und ſelbſt 4854 Sonnenentfernungen würden noch nicht aus⸗ reichen, eine Billion zu bilden. Millionen Mal Millionen iſt eine Billion das gehört für uns Menſchen zu den unbegreifbaren Zahlen!

Unſere Sonne iſt 738 Mal größer als alle ihre Planeten zuſammengenommen und doch wür⸗ den wir ſie nicht erblicken, wäre ſie nur halb ſo weit von uns entfernt, als die nächſten Sterne der Milchſtraße.

Und all' dieſe Sterne, die großen wie die kleinen, die fernſten wie die näheren, durchlaufen wie unſere Erde und nach demſelben Geſetze ihre

Das Weltall. 205 Bahnen und keiner trägt die Gewalt in ſich, von dieſer Bahn abzuweichen.

Und all' dieſe Sterne ſind Weltenkörper, ähn⸗ lich unſerer Erde, und wer vermag es als Unwahr⸗ heit zu beweiſen, daß nicht auch auf den meiſten von ihnen Weſen leben, denen gleich uns ein Herz unruhig und verlangend in der Bruſt ſchlägt, die ſich gleich uns ſehnen, hinaufzuſteigen zu den Ster⸗ nen über ihnen, um zu ſchauen und zu erkennen, wie es dort oben ausſieht! Iſt es uns doch, wenn wir in ſtillen Nächten zu den funkelnden Sternen emporſchauen, als ob auch auf ihnen Augen zu uns herabblickten und uns grüßten als geiſtesverwandte Weſen. Sollte dieß nur eine leere Täuſchung ſein! Es gibt eine Sehnſucht in der Menſchenbruſt, welche durch eine unbewußte und darum unzurückweisbare Ahnung hervorgerufen wird. Wer weiß es, ob es wahr iſt oder nicht!

Der unendliche Raum des Weltalls iſt nicht leblos, denn nirgends in ihr iſt ein abſoluter Still⸗ ſtand. Ein ſolcher iſt in der Natur eine Unmög⸗ lichkeit. Die größten wie die kleinſten Weltenkörper befinden ſich in fortwährender Bewegung. Sie dre⸗ hen ſich um ihre Achſen, rollen auf elliptiſchen Bahnen ununterbrochen fort und beenden Um⸗ ſchwung und Umlauf genau in den ihnen feſtgeſetzten Zeiten.

Das haben alle Sterne in dem großen Welten⸗ raume gemein, das iſt die Verwandtſchaft unter ihnen, daß ſie alle demſelben einen und gewaltigen Geſetze gehorchen. Keiner tritt auf die Bahn eines andern und hindert ihn, keiner vermag ſich aus der unerforſchlichen Harmonie loszutrennen, welche alle zu einem großen Ganzen vereint. Und doch hängt wieder einer von dem andern ab. Sie alle bilden gleichſam ein gewaltiges Uhrwerk, deſſen Räder in einander greifen, von denen keines fehlen darf.

Es iſt dieß nur ein ſchwacher Vergleich, aber welches Werk von Menſchenhänden gemacht ließe ſich mit dem Weltall vergleichen? Wir könnten eben⸗ ſogut und noch eher den Sonnenſtaub, den der leiſeſte Lufthauch aufwirbelt und fortträgt, mit un⸗ ſerem Erdkörper vergleichen. Ja wie weit beide aus einander liegen, wie verſchieden ſie an Größe ſind, wäre möglich zu berechnen; an die Größe des Weltalls kann ſich keine Berechnung heranwagen.

Trotz der außerordentlich großen Schnellig⸗ keit, mit der ſich die Weltkörper drehen und fort⸗ wälzen, iſt die Bewegung doch ſo ſanft, daß wir ſie bei der Erde gar nicht bemerken. Die Luft⸗ hülle, welche die Erde auf 9 bis 10 Meilen um⸗ gibt, wird gezwungen der Erde zu folgen, denn ſie gehört zu ihr und iſt von ihr unzertrennlich. Bliebe die Luft unbeweglich ſtehen, ſo würden wir, wenn überhaupt dann ein Leben auf der Erde mög⸗ lich wäre, während der vierundzwanzigſtündigen Dre⸗ hung der Ende all' den verſchiedenen Temperatur⸗ verhältniſſen aller Zonen ausgeſetzt ſein und wür⸗