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Er galt als der Sohn des reichen Grafen M. aus Kleinrußland. In engeren Kreiſen aber erzählte man ſich, er gleiche einem leibeigenen För ſter, der früher als Büchſenſpanner im Schloſſe des Grafen in Dienſten ſtand, auf ein Haar, weß halb ihn auch der Graf vom Hauſe entfernt und einem Inſtitute in Petersburg zur Erziehung über geben habe.
Seiner loſen und boshaften Streiche wegen ſei er bald aus der Erziehungsanſtalt entlaſſen und dem alten Grafen wieder zugeſchickt worden, der ihn nun, erzürnt wie er war, nach Paris geſendet habe, um das ungerathene Kind, für das er im Herzen keine Stimme fand, ſo weit als möglich
vom Hauſe zu entfernen. Wlkoff habe nun in Paris erſt recht die Gelegenheit gefunden, im Kreiſe gleichgeſinnter Kameraden ſeiner Zugeuoſigkeit nach zuhängen und ſei nach der Verpraſſung des ihm von dem alten Grafen ausgeſetzten Erbtheils zur afrikaniſchen Armee gegangen; von dort jedoch nach Jahresfriſt wieder entfernt, ſei er nach Paris zu rückgekommen, das er aber auch bald wieder ver laſſen mußte; und nun lebe er in Warſchau von einem kleinen Gnadengehalte ſeines nur zu gütigen Vaters.
Wie es ſich in der That mit Wlkoffs Vor leben verhielt, laſſen wir dahin geſtellt ſein, für uns genügt es zu wiſſen, daß er der Tonangeber unter den jungen Leuten war, denen er durch die allbekannte Gewandtheit ſeiner Fauſt in Hieb und Stich, dann die Sicherheit ſeines Auges im Piſto lenduell nur zu ſehr imponirte, während er durch dieſe Geſchicklichkeit wie durch ſeine allzeit bereite Kampfesluſt und Streitſucht die Schwächeren förm lich terroriſirte.
„Der Morgengruß, Herr Kapitän,“ ſagte der Zahlkellner, indem er dem geſchätzten und gefürch teten Stammgaſte, der nun mit Recht oder mit Unrecht den Titel eines franzöſiſchen Kapitäns be anſpruchte, ein Quart der ſtärkſten Wiſchnowka aus nahmsweiſe perſönlich präſentirte, welches dieſer nach altpolniſcher Sitte erſt gegen das Licht hielt, wohlgefällig beſah und darauf mit einem Zuge austrank.„Ah!“ ſagte er,„das wärmt, konnt' es kaum erwarten, mir iſt ſo kalt, ſo garſtig kalt. Jeanl bringen Sie Tſchai für uns Alle, und zwar Tſchai mit doppelt Rum! Aber ſchnell, recht ſchnell, ſonſt haben Sie's mit mi thun!“
„Sogleich, Herr Kapitän! im Augenblick, ich werde ſelbſt beſorgen,“ antwortete Jean, und eilte aus dem Salon.
„Wird aber der Doppelrum nicht zu ſtark ſein?“ ſagte ein ſchmachtender Blondin in Civilkleidung. Ein finſterer Blick des Kapitäns, in dem Alles, nur nichts Gutes zu leſen war, genügte, um den beſcheidenen Frager und Trinker verſtummen zu machen. „Es war aber auch recht abſcheulich kalt, heute,“ ſagte Wlkoff, indem er ein Glas des in⸗
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F. Breuntovansly: Der Duellant.
195 deſſen hereingebrachten Tſchai's hinabſtürzte;„der verdammte Nebel an der Weichſel, er geht einem durch Mark und Bein! Sie ſcheint ſich völlig an zukleben, dieſe naſſe, ſchaurige Kälte! Hu, hu, noch einen Tſchai! Ha, ha, dem rothköpfigen Engländer, denn um ihn blond zu heißen, war er doch zue roth, wird wohl nimmer kalt ſein, der braucht weder Weichſel noch Porter mehr ſoll's probiren, ob ihm die ſchöne, ſtolze, pretentiöſe H edwig nun⸗ mehr warm machen könnte. Und wenn ſie vor Zorn, Eiferſucht oder Leidenſchaft in Flammen auf gehen wollte, den guten Jungen wird ſie nicht mehr in Transſpiration bringen, ha ha ha!“
„Gewiß nicht, Bruder Wlk off,“ entgegnete hierauf Graf Mirowsky, ein ſeiner Wunden halber auf Halbſold geſetzter Infanteriehauptmann,„der Stich war famos! Ein Appell, und die Klinge ſaß feſt, feſt bis zum Stichblatt! Ein zweiter à Gorge Stich wie dieſer wird nicht ſo bald in der Duell geſchichte vorkommen! Und die Grage, die kräftige Biegung Deiner Fauſt, ja, liebſter Wlkoff, es war, als offerirteſt Du unſerer ſchönen Großfürſtin einen Teller Bonbons, aber nicht als wollteſt Du einen hoffnungsvollen engliſchen Knaben, dereinſti gen Erben der Peerswürde, an den Spieß ſtecken!“
„Ja, ja, Freund Mirowsky, Du haſt recht, es war ganz ein charmanter à Gorge, aber, der Burſche war ja ganz außer ſich!“
„Das möchte ich denn nicht ſo ganz beſchwö ren,“ fiel v. Pawlowsky ein;„er zitterte wohl ein wenig, als er auf dem Platze ankam, aber dieß ſchien die feuchte Morgenluft zu verurſachen, denn als er den Degen in die Hand nahm, da, da ſtreckten ſich ſeine Glieder, das Zittern war im Nu vorbei, das Auge erglühte und muthvoll griff er an— doch der fatale Stich, der ging in's Leben.— Fecht meiſter war er wohl leiner, aber als Mann iſt er doch gefallen und ſein letztes Wort„Hedwig!“ das er ſo ſchmerzvoll im Sturze ausrief, es bezeugte, daß er ſie vom Herzen geliebt habe und mit ſich das Bewußtſein in die Grube trage, für ihre Ehre ſein Herzblut auf fremder Erde verſpritzt zu haben.“
„Freund Pawlowsky! Du nimmiſt Dich des albernen Burſchen wärmer an, als es mir an genehm iſt und. ich von meinem Freunde erwartet, hätte. Sollteſt Du vielleicht Luſt oder Beruf füh len, den Inſulaner zu vertreten und ſeine Partie zu nehmen? Bitte— hier bin ich nur offen, heraus mit der Sprache. Züchtigen Sie mich, Herr von Pawlowsky
„Gott ſei vor! liebſter Wlkoff, ſo hab' ich's doch nicht gemeint, beleidigen wollt' ich Dich nicht
Jaber ich meinte nur ſo— entſchuldige!— der ſteht nicht mehr auf, und alſo auch nicht mehr dafür, daß ſich zwei alte Freunde ſeinetwegen ent⸗ zweien ſollten! Deine Hand! Wlkoff!— und
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