Heft 
(1859) 4 04
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Erinnerungen.

daten nach tagelangem Kampf und Brand in den Straßen andringend ihn in Flammen aufgel hen ſa⸗ hen, da die letzten Vertheidiger Carth hago's ſich lieber ſelbſt verbrannten als ergaben, und die muthige Gattin Hasdrubals dem Gatten das Beiſpiel gab, was beim Falle des Vaterlandes zu thun ſei.

Um dieſen Hügel herum l lag der glänzendſte und bevölkerteſte Stadttheil.

Das beſterhaltene Monument Carthago's ſind die öſtlich von der Byrſa gelegenen Liſternen, 18 Gewölbe neben einander von zuſammen 150 Länge und 120 Breite. Jetzt liegen ſie trocken, die hintern beherbergen Häänen und Schakale, in den vorderen ſchreiben ſich die Beſucher Carthago's auf die Wand auf.

Längs des ganzen Meeresufers gab es einen Quai mit Thürmen, der nun im Meere liegt. Die größten Reſte kann man im Süden verfolgen, wo über 500 lang und 300 breit große Quadern im Meere liegen.

Der eigentliche Hafen von Carthago beſtand aus zwei künſtlich gegrabenen Strandſeen(portus alii effodiunt). Der äußere Handelshafen hing mit dem Meere zuſammen und hatte 1800 Länge und 800 Breite. Aus ihm kamen die Kriegsſchiffe durch einen Kanal in den Cothon, der etwa 5000 Q.⸗Fuß groß war, und nach der Inſel in der Mitte hieß.

Ein einziges Denkmahl Carthago's erinnert immerwährend an ſeine alte Größe: die Waſſer⸗ leitung vom Zaghwan zu den Ciſternen, die in gerader Linie 8 Meilen, durch die vielen Umwege aber vielleicht doppelt ſo lang iſt.

Es iſt wohl römiſche Arbeit, unter Hadrian oder Sever, wo ihrer zuerſt erwähnt wird. Die Röhre iſt 5 ½, breit und 2 ½ hoch, gewölbt und läuſt theils ober, theils unter der Erde. Die Pfeilerreihen beſtehen aus dem parietes fornacei genannten Mauerwerk. Ueberall ſind Oe effnungen zum Reinigen der Röhre, wo ſie unterirdiſch läuft, ganze Schächte von oben herab hiezu gebaut.

(Nach derWiſſeenſchaftl. Beogra doneien Kalackö.)

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Ritter Kuno. Von Robert Gyr).9

(Schluß.)

2 D) itter Kuno war eine poetiſche Seele! Es war der letzte Tag von den achten, die ihm ein löblicher Regimentsbefehl ge⸗ gönnt hatte, in ſeinem Zimmer ungeſtört Be⸗ trachtungen über die Unverträglichkeit von Poeſie und Inſpektion anzuſtellen.

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Illuſtrirte Blätter für Ernſt und Humor.

Natur irgendwo vergeſſen haben,

Ritter Kuno ging in ſjiai ziemlich großen und in Folge deſſen nur um ſo leerer ausſehenden Zimmer auf und ab.

Wer iſt nicht ſchon auf und ab gegangen? wer hätte nicht ſchon, um Abwechsl lung in dieſe einförmige Bewegung die in ihren Fol gen ſchon oft rieſen- und vielförmige Bewegung im Wettl auf verurſachte zu bringen, wer hätte nicht ſchon einmal die Breite und einmal die Länge ſeines Behäl tniſſes gemeſſen?

Aber für Ritter Kuno war das noch viel zu gewöhnlich er maß die Diagonalen, zueft ſo, dann wieder ſo, ſeinen Weg anders kreuzend; denn aus der Hypothenuſe konnte er ja die Summe der Quadrate der beiden Katheten berechnen, d. h. wenn er jemals über jene ſtolze Brücke gewandelt war, die ſchon ſeit io Vihe Jahrhunderten hält und Hälſe bricht, Pythagoras muß doch ein tüchtiger Vaumeiſter zane ſein!

Er konnte alſo Summen berechnen und Summen war für ihn ein großes Wort, wo es in ſeiner Buchhaltung ſo viel zu ſubtrahiren und

ſo wenig zu addiren gab.

Schon ſeit einigen Minuten hatte ſich die Thüre geöffnet und Lieutenant K. ſchaute mit ver⸗ ſchränkten Armen den Kefens und Querzügen ſei⸗ nes Kameraden zu. Der ließ ſich aber dadurch gar nicht ſtören.

K. trat endlich vollends in's Zimmer, ſchloß die Thüre hinter ſich zu und brach in ein heiteres Gelächter aus.

Was zum Henker treibſt D er W. an.

Dieſer blieb vor K. ſtehen und in napoleoni⸗ ſcher Stellung antwortete er ernſt:

Freund, ich mache Pläne.

Pläne? was für Pläne?

Pläne reich zu werden, denn ich fühle es, ich bin zum Millionär geboren!

Schon möglich, erwiederte K. lachend,aber die Million, die Dir beſtimmt war, muß Mutter denn ſo viel ich weiß, berfteige bei DirSoll immer dasHaben.

Das heißt nichts anderes alsſollte haben! verſetzte im vollen Ernſte Ritter Kuno.

Ja, Du haſt recht! lachte K. noch heiterer. Das iſt eine neue Anſchauungsweiſe, die ich mir merken und verſuchen will, ſie nächſtens meinem Vater begreiflich zu machen. Aber laß hören, was

haſt Du denn für Pläne gemacht?

O großartige! Da nimm aber Zigarren! und damit ſtellte er ein Zigarrenkiſtchen auf den Tiſch, ohne in ſeiner Verzückung zu bemerken, daß ein roſarothes Papier, das den Boden deckte, und zwei Baſthänder den g ganzen Inhalt desſelben aus⸗ machten, der an das einſt Dageweſene mahnte.

Ja, da ſind ja gar keine darin! lachte K. hell auf.

So? na, da rauche denn eine von den

u denn da? rief