Heft 
(1861) 11 11
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Erinnerungen.

Illuſtrirte Blätter für Ernſt und Humor.

Bocca di Cattaro.

8 i geräumiger Hafenbucht liegt Cattaro dicht

von öden, zerriſſenen Felswildniſſen umgeben, und hält als Grenzpoſten weſteuropäiſcher Kultur Wacht. Gleich jenſeits der Berge beginnt Mon⸗ tenegros Gebiet mit ſeinen raubluſtigen Be⸗ wohnern, gegen deren Anfälle der Boeccheſe ſtets gerüſtet ſein muß, weßhalb er nicht nur in jedem Zimmer Flinten, Piſtolen und deutſche Wolfsklingen hängen hat, ſondern auch Haus, Thür und Fenſter feſtungsartig mit Schießſcharten und Verrammlungen

und Gordiccio aus geöffneten Höhlen ausſpeien. Kaum einige hundert Schritt vom Thore ſchießt die 60 Klaftern breite Fiumera aus einem öden Felsabhange hervor und tobt in einer Schlucht entlang zum Hafen, wogegen die Gordiccio, welche gleichfalls dicht vor dem Thore aus einer Höhle hervorbricht, unter dem Meeresſpiegel im Hafen mündet. Dort ſteigt ſie gewaltig broddelnd empor, treibt das Waſſer wirbelnd im Kreiſe umher und bildet nach anhaltendenBindfadenregen mäch⸗ tige Wellenberge. Nicht minder ſeltſam hat ſich das Kalkgebirge hinter Cattaro aufgeſchichtet, denn von der Stadt aus ragt es wie eine ſchief geſtellte Tafel 800 Fuß empor, um dann jäh und ſchroff nach Oſten hin

Krieger, Bauern, Schiffer und Handelsleute der Bocca die Cattaro.

verſieht, um ſich eindringender Feinde zu erwehren. Nichts liebt der Cattarer mehr als goldreiche Kleider und mit Perlmutter ausgelegte Gewehre.

An den zahlreichen Buchten des Hafens breitet ſich die Stadt aus, Kanonenmündungen ſchauen von dem Kaſtell auf den Felſen, hohe Mauern ſchützen die Stadt mit ihren zahlreichen Kirchen, Leder⸗ und Cor⸗ duanfabriken, und enge Straßen krümmen ſich hügelauf und hügelab. Unheimlich fühlt ſich der Fremde ergriffen, wenn er von der kleinen Grenzfeſte nach den nahen öden Felſen ſchaut, die den Ort in's Meer zu drängen drohen, an ihrem Fuße nur Wein⸗ und Olivengärten dulden und plötzlich die waſſerreichen Flüſſe Fiumera

zuutſtdigen. Mauern klettern an dieſem Rieſenfelsblock empor, Baſtionen und Thürme decken die Zugänge und eintönig klingt des Nachts von dort oben der Anruf der Schildwachen hernieder in die Stadt.

Cattaro iſt für die Montenegriner der Handels⸗ platz, an dem ſie ihre Felle, Holz, Käſe, Fiſche, Kar⸗ toffeln, Wolle, gedörrtes Fleiſch, Wachs, Honig, Mais u. ſ. w. gegen Fabrikwaaren eintauſchen. In großen Zügen kommen ſie an den Markttagen herabgeſtiegen, um den Bazar vor dem Thore zu beſuchen, denn in die Stadt dürfen ſie nur, wenn ſie im Thore ihre Waffen abgeliefert haben. Bäume umſchatten den viereckigen Bazar, vor welchem ein ſteinerner Vorbau gegen de

Berg kann. grinen er es abzu unte

Catt meil und umre Olibe

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