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Emil Dietze: Ein Abenteurer wider Willen. 339
Hauſe; er befreite ihn nach zweimonatlichem Dienſte vom Soldatenrock und nahm ihn in ſeine Wohnung, um ihn dort auf ſeine Profeſſion arbeiten zu laſſen.
Für Jolky brach nunmehr eine goldene Zeit an. Von allen Seiten wurde er mit Aufträgen über⸗ häuft und ſelbſt bei dem angeſtrengteſten Fleiße war es ihm nicht möglich, Allen zu genügen. Durch ſeine Geſchicklichkeit erwarb er ſich zahlreiche Freunde, aber auch ſeine Jugend erwarb ihm in der Frau von der Parra eine Gönnerin, die ihn mehr als einmal in Verſuchung führte. Er widerſtand ihr wacker, ſollte aber ſchwer dafür büßen.
Zu ſeinem Glücke fehlte Jolky in der That nur wenig, er war geachtet und geſchätzt und hatte einen ſo hübſchen Verdienſt, daß er etwas zurücklegen konnte. Bei alledem war er nicht zufrieden, ihm fehlte ein Weib und auch die Sehnſucht nach Europa erwachte von Zeit zu Zeit lebhafter. Wie lange Jahre ſollten nicht noch vergehen, und welche Ereigniſſe ſollten nicht noch ſeinen Lebensweg durchkreuzen, ehe er ſo glücklich war, ſeinen Fuß auf europäiſchen Boden zu ſetzen. Dem Mangel eines Weibes ſuchten ſeine Freunde bald abzuhelfen, ſie führten ihm die Tochter eines vermögenden Pachters, Namens Sequin, zu und es währte nicht lange, ſo führte er ſie als Gattin in ſein Hausweſen ein.
Wenn er nun auch überzeugt geweſen war, durch dieſe Verbindung zugleich ſeine äußeren Umſtände zu verbeſſern, ſo hatte er doch ganz und gar unterlaſſen, ſowohl über den Charakter des Weibes, wie über den ſeines Schwiegervaters ſich zu unterrichten. Kaum nach⸗ dem der verhängnißvolle Schritt geſchehen war, begann er zu ahnen, daß wohl ſeine Hoffnungen auf häusliches Glück zu ſanguiniſch geweſen waren, und ſeine Erwar⸗ tung auf eine anſehnliche Mitgift erwies ſich vollends als trügeriſch, denn nicht nur, daß der Schwiegervater dieſe hartnäckig verweigerte, er verſtand ſich auch, da Jolky durch die Beſchaffung ſeiner häuslichen Ein⸗ richtung alle ſeine Erſparniſſe ausgegeben, durchaus nicht dazu, das junge Ehepaar zu unterſtützen, als es der Unterſtützung dringend bedurfte.
Zu den vielen Mühſeligkeiten und Widerwärtig⸗ keiten, welche unſer armer Andreas überſtanden, ſollte nun auch noch die kommen, ein wenig liebens⸗ würdiges Weib und einen geizigen Schwiegervater zu haben, die ihm Beide das Leben nicht allzuſehr ver⸗ ſüßten. Damit ſollten indeß ſeine Unfälle noch nicht zu Ende ſein, im Gegentheil ſchien ihn auch jetzt noch tgs Schickſal dazu erkoren zu haben, ihn zum Spielball ſeiner Launen zu machen. Noch ungleich größeres Unge⸗ mach und Elend ſtand dem Aermſten bevor.
Jolky erholte ſich eben— Dank ſeiner Thätig⸗ keit— von ſeinen pekuniären Nöthen, als ein neuer Unfall ſchweres Ungemach über ihn bringen ſollte. Zu der bevorſtehenden Vermälung einer reichen Holländerin wurde ihm ein Stück koſtbarer Sammet zum Braut⸗ kleide übergeben. Die Zeit drängte, und wollte er nicht ſeinem Rufe ſchaden, mußte er mit ſeinen eingeborenen Gehilfen bis tief in die Nacht daran arbeiten. Die
müßhevolle Arbeit war ſchon nahezu vollendet, da warf
einer der Leute unverſehens die Lampe um und der koſtbare Stoff war unrettbar verdorben. Starr vor Schrecken blickte Andreas auf das Unheil, dann packte ihn wilde Verzweiflung, in der er nahe daran war, den Unglücklichen, der dieſen Schaden herbeigeführt, zu er⸗ morden. Am Morgen hatte er nichts Eiligeres zu thun, als nach dem Magazin der oſtindiſchen Geſellſchaft zu gehen, und da er ſelbſt keinen Kredit fand, auf den Namen des Herrn von der Parra neun Ellen von dem gleichen Sammet zu kaufen. Die angeſtrengteſte Thätigkeit machte es möglich, das verhängnißvolle Kleid noch zu rechter Zeit abzuliefern. Unterſtützt von einigen bemittelten Gönnern tilgte er am nächſten Tage ſeine Schuld im Waarenmagazin.
Damit würde eigentlich die Sache abgethan ge⸗ weſen ſein, aber ſie war es nicht, ſie ſollte ſogar für Andreas ſehr unheilvolle Früchte tragen. Der Sammetpoſten erſchien— mit der Notiz der Zahlung — auf der Monatsrechnung von der Parras. Dieſer, der von nichts wußte, fragte ſeine Gattin, wozu der Sammet verwendet worden ſei, und wer ihn be⸗ zahlt habe; ſie wußte ebenfalls nichts. Von der Parra ſchickte nach dem Magazin und der Diener entſann ſich, daß Jolky den Stoff entnommen und ihn auch bezahlt hatte. Der Präſident war über einen ſolchen Mißbrauch ſeines Namens erzürnt; ungleich mehr aber war es ſeine Frau; ſie gerieth außer ſich vor Zorn, und voll Groll gegen Jolky, der ihre Neigung verſchmäht, drang ſie auf nachſichtsloſe Beſtrafung. Parra konnte nicht widerſtehen, ein Diener wurde beordert, den nichts ahnenden Jolky herbeizuſchaffen, und nun erſt erfuhr dieſer, um was es ſich handle. Der Arme, der ſich mit Schimpfworten und Vorwürfen überſchüttet ſah, erzählte ſeinen Unfall und ſeine Ver⸗ legenheit. Auf den Knieen flehte er um Vergebung, allein das Weib, das eine ſo ſchöne Gelegenheit, ſich um ihrer verſchmähten Liebe Willen rächen zu können, nicht ungenutzt vorüber gehen laſſen mochte, war uner⸗ bittlich— auf ihren Antrieb wurde Jolky ſeinem Hauſe entriſſen und wieder zur Miliz abgegeben.
Hatte der Soldatendienſt für den friedliebenden Jolky nie Reize gehabt, jetzt war es ihm geradezu un⸗ erträglich, ſeinen Wohlſtand, ſein ruhiges Leben aufge⸗ ben zu müſſen und ſich als willenloſe Maſchine von Ort zu Ort ſchleudern zu laſſen.
Genug, Jolky mußte ſeinem Weibe Lebewohl ſagen und in die Miliz eintreten. Und doch war es eine außerordentliche Begünſtigung, daß man ihn als Sergeant mit einem Monatsgehalt von vierundzwanzig Gulden aufnahm.
(Schluß folgt.)


