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(1861) 11 11
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Emil Dietze: Ein Abenteurer wider Willen. 837

Flucht hätte ſie retten können, unglücklicher Weiſe trieb ſie der Wind ihnen gerade entgegen. Der Wind wurde zum Sturm; näher und näher kamen ſie den Korſaren. Da zerſplitlerte der Mittelmaſt und jetzt waren weitere Fluchtverſuche geradezu unmöglich.

Daß es zum Kampfe kommen würde, darüber konnte Niemand in Zweifel ſein, und da er nicht zu vermeiden war, rüſtete man ſich dazu. Was nutzte die tapferſte Gegenwehr gegen die Uebermacht der Türken? Die beiden Malteſerſchiffe waren nach kurzem Gefecht geentert, die Muſelmänner ſtürmten auf das Verdeck, hieben Jeden nieder, der ihnen Widerſtand leiſtete und legten die Wehrloſen in Feſſeln. Jolky, der ſchmächtige, waffenloſe Jüngling, gehörte zu dieſen letzteren.

Sieben lange Wochen ſchwammen die armen Ge⸗ feſſelten auf dem Meere und ſieben lange Wochen mußten ſie ſich an der Ruderbank abmühen, ohne daß man dafür geſorgt hätte, ſie mit anderer als der elendeſten Koſt abzuſpeiſen. Endlich erreichten ſie Land. Wie es hieß, hat Jolky nie erfahren, denn die Sprache ſeiner Kerkermeiſter war ihm fremd. Nach einem kurzen Aufent⸗ halt am Hafen ſetzte ſich der Zug der Gefangenen unter gehöriger Bedeckung in Bewegung. Auf dem Marktplatze einer volkreichen Stadt machten ſie Halt; ſie wurden zum Verkauf ausgeſtellt.

Ohne Zweifel hielten die Korſaren Jolky, ſeiner zarten Hände wegen, für einen Jüngling von vornehmer Abkunft, wenigſtens war der Preis, den man für ihn forderte, ſo hoch, daß Alle vor dem Kaufe zurückſchreckten. Während alle ſeine Unglücksgeſährten Liebhaber fanden, blieb er allein übrig. Er wurde weiter transportirt nach einem Orte, der Bachna hieß. Hier fand unſer Andreas ſeinen Käufer in einem vornehmen Türken, einem wohl⸗ wollenden Greiſe, der ihm das Joch der Sklaverei kaum empfinden ließ, deſſen Aufſeher indeß durch Grau⸗ ſamkeit das rechte Maß wieder herbeizuführen wußte.

Bald im Haus und bald im Garten oder auf dem Felde beſchäftigt, mußte Jolky vom frühen Morgen bis in die ſinkende Nacht, die beſchwerlichſten, anſtren⸗ gendſten und erniedrigendſten Arbeiten verrichten, und Alles, was ihm dafür zu Theil wurde, war eine dürftige erbärmliche Koſt und Prügel. Mit blutendem Herzen gedachte da der Arme bei ſeiner ſchweren Tagesarbeit ſeines Vaterlandes und ſeiner Eltern und Brüder und Freunde, die je wieder zu ſehen er kaum zu hoffen wagte. Warf er ſich des Abends auf ſeine elende Schlaf⸗ ſtätte, dann fühlte er ſich zu kraftlos und erſchöpft um ſich noch länger mit ſeiner traurigen Lage zu beſchäftigen. Daß ſie je ein Ende nehmen würde, das ſchien ihm kaum möglich.

Und doch ſollten noch beſſere, aber auch noch ſchlimmere Tage ihm bevorſtehen.

Jolky's Gebieter pflegte ſich jede Woche einmal nach einer unfernen Inſel fahren zu laſſen, um ſich dort am Fiſchfange zu ergötzen. Faſt regelmäßig begleitete ihn Andreas und dies war für dieſen, weil er dann der Gewalt des Aufſehers entzogen war, der einzige Feſttag der Woche.

Die Vorbereitungen zu dieſer Fahrt wurden eben Erinnerungen. LXXXII. 1861.

auch wieder getroffen, als ſich dem alten Türken für den nächſten Tag ein Freund zum Beſuch anſagen ließ. Alles wurde ſogleich in Bewegung geſetzt, ihn prächtig zu bewirthen; man bedurfte dazu auch der Fiſche und der Aufſeher erhielt Befehl, mit Jolky und einem Knaben nach der Inſel zu fahren und nicht ohne einen guten Vorrath heimzukehren.

So geſchah es auch; das Fahrzeug ſtieß vom Lande⸗ Kaum hatten ſich die Drei vom Ufer entfernt, als auch der Aufſeher, ohne irgend eine Urſache dazu zu haben, ſeine Würde dadurch zur Geltung brachte, daß er den chriſtlichen Sklaven, während dieſer mit dem Aufſpannen der Segel beſchäftigt war, mit Schlägen traktirte. In Jolky kochte es vor Wuth, ein plötzlicher Gedanke überkam ihn zum erſtenmale befand er ſich mit dem verhaßten Aufſeher allein und ſo wie der Gedanke ſich regte, folgte ihm die Ausführung. Ohne ſich zum Ueberlegen Zeit zu gönnen, packte er den Aufſeher, der ſich eben über Bord neigte, an den Beinen und ſtürzte ihn in's Meer. Aber dieſer war ein vortrefklicher Schwimmer, der ſich nicht ſo ſchnell aus der Faſſung bringen ließ. Kaum kam er an die Oberfläche des Waſſers zurück, ſo arbeitete er dem Fahrzeuge nach.

Jetzt galt es! Nachdem der erſte Schritt gethan, durfte Jolky nicht vor den weiteren zurückſchrecken ſein Leben ſtand auf dem Spiele. Mit dem Stocke des Aufſehers bewaffnet, ſtand Andreas bereit, und ſo oft der Muhammedaner ſich dem Bote näherte, trieb ihn der junge Mann mit Stockſtreichen wieder davon. Noch einigemale verſuchte der Aufſeher des Schiffes wieder habhaft zu werden, aber alle ſeine Verſuche ſcheiterten. Er mußte fürchten in dem unnützen Kampfe ſeine Kräfte zu verlieren, und ſo ließ er endlich ab und wendete ſich dem Ufer zu.

Jolky athmete hoch auf, er war frei!

Mit Entſetzen hatte der Knabe dem ganzen Vor⸗ gange zugeſchaut. Wohl mochte er fürchten, daß nun auch an ihn die Reihe kommen werde. Er warf ſich auf die Knie und flehte um Schonung. Aber es lag nicht in Jolkys Abſicht, ihm ein Leid zuzufügen, im Gegen⸗ theil betrachtete er ihn als einen ſchätzbaren Gehilfen; er beſchwichtigte ſeine Beſorgniſſe, und als ihm dies ge⸗ lungen war, wendete er ſeine Aufmerkſamkeit dem Laufe des Schiffes zu. Da ſah er denn nun freilich, daß er ihn nicht in ſeiner Gewalt hatte, und er hielt es für ein Glück, daß der Wind es vom Lande abtrieb, ein weiteres Glück war es, daß bereits die Mundvorräthe für den Herrn an Bord gebracht geweſen waren, ſie kamen den beiden Jerfahrern jetzt ſehr zu ſtatten, wenn ſie ſchon bei der Ungewißheit der Dauer ihrer Fahrt, damit äußerſt haushälteriſch umgehen mußten.

Acht Tage und neun Nächte ſchwammen die Beiden dahin, ohne daß ihnen ein Unfall zugeſtoßen, ohne daß ihnen aber auch ein Fahrzeug in Sicht gekommen wäre; am neunten zeigte ſich ihnen am Horizonte ein ſchwarzer Punkt. Daß es ein Schiff war, ließ ſich nicht bezweifeln, es war ſogar ein ſehr großes.

So ſehr Jolky nach einer ſolchen Rettung aus⸗ geſchaut hatte, ſo ſehr bemächtigte ſich jetzt ſeiner die

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