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Der Soldatenrock als Kulturmittel.
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Boden. Sie fielen faſt ſämmtlich vereinzelt und ver⸗ kommen ihrer gänzlichen Demoraliſirung zum Opfer. Die wenigen Reſte dieſer einſt ſo ſtolzen Heere zogen als„gartende Knechte“, wie die entlaſſenen Soldaten genannt wurden, welche mit dem Schwerte in der Hand bei Bürger und Bauern Almoſen forderten und jede Weigerung mit Mißhandlung und Lodtſchlag rächten, im Reiche umher, Land⸗ und Stadtgemeinden in Schrecken verſetzend, und fanden ſchließlich zum großen Theil ein ſchimpfliches Ende auf dem Hochgerichte.
Auf ſeinem Tiefpunkte kam das Soldatenthum in der eiſernen Zeit des dreißigjährigen Krieges an. Das Geſindel der halben Welt von den Säulen des Herkules bis zum Balkangebirge und von den klein⸗ ruſſiſchen Steppen ſammelte ſich in Deutſchland und verübte drei Jahrzehnte lang jeden Gräuel. Hauſten ſchon die geordneten Heere ſchrecklich, ſo trieb es das ihnen folgende Geſindel noch ſchrecklicher.
Dieſe Marodeurs, auch Merode⸗Brüder genannt, werden von einem Zeitgenoſſen folgendermaßen geſchil⸗ dert:„Betreffend nun erſtlich ihren Namen, will ich nit hoffen, daß es demjenigen dapfferen Kavalier, unter dem ſie ſolchen bekommen, ein Schimpf ſei, ſonſt wollte ichs nicht einem Jeden ſo öffentlich auf die Nas binden. Dieſer Name wird nicht abgehen, ſo lange die Teutſche kriegen; es hat aber eine ſolche Beſchaffenheit damit: Als dieſer Kavalier(nämlich ein Herr von Merode) einſtmals ein neu geworben Regiment zur Armee brachte, waren die Kerle ſo ſchwacher, baufälliger Natur, wie die frantzöſiſche Britanier, daß ſie alſo das Marſchirn und ander Ungemach, das ein Soldat im Feld aus⸗ ſtehen muß, nit erleiden konnten, derowegen denn ihre Brigade zeitig ſo ſchwach wurde, daß ſie kaum die Fähn⸗ lein mehr ausfüllen konnte, und wo man einen oder mehr Kranke und Lahme auf dem Marſch, in Häuſern und hinter den Zäunen und Hecken antraf und fragte: Was Regiments! ſo war gemeiniglich die Antwort: „von Merode!“
„Davon entſprang, daß man endlich alle dieje⸗ nige, ſie wären gleich krank oder geſund, verwundt, oder nit, wenn ſie nur außerhalb der Zugordnung daher zot⸗ telten, oder ſonſt nicht bei ihren Regimentern ihr Quar⸗ tier im Feld nahmen, Merode⸗Brüder nannte, welche Burſch man zuvor Immenſchneider geheißen hatte; denn ſie ſind wie die Brumſer in den Immenfäſſern(Bienen⸗ ſtöcken), welche, wenn ſie ihren Stachel verloren haben, nicht mehr arbeiten, noch Honig machen, ſondern nur freſſen können. Ein Reuter, ſo ſein Pferd und ein Mus⸗ ketier ſeine Geſundheit verleurt, ſo vergleichts ſich mit nichts beſſer, als mit den Zügeinern, weil ſolch Geſind⸗ lein nicht allein nach ſeinem Belieben vor, nach, neben und mitten unter der Armee herumb ſtreicht, ſondern auch denſelben beydes an Sitten und Gewohnheit ähn⸗ lich iſt; da ſieht man ſie haufenweis bei einander(wie die Feldhühner im Winter) hinter den Hecken, im Schat⸗ ten oder nach ihrer Gelegenheit an der Sonnen oder irgends umb ein Feuer herumb liegen, Tabak zu kauen
und zu faullenzen, wenn unterdeſſen anderwärts manch ’ armer Soldat vor Mattigkeit unter ſeinen Waffen ver⸗
ſinken möchte. Sie ſpoliren vor, neben und hinter der Armee alles, was ſie antreffen; und was ſie nicht ge⸗ nießen können, verderben ſie, alſo daß die Regimenter, wenn ſie in die Quartier oder ins Läger kommen, offt nicht einen guten Trunk Waſſer finden.“
Ein Spottgedicht der Zeit läßt die Soldaten von ſich ſelbſt ſagen:
„Wir ſind Leut von Qualitäten,
Unter uns iſt wenig Beten,
Fluchen, Läſtern, Bauern plagen,
Nichts nach Höll' und Himmel fragen.
Wir tragen, was nicht gehen kann
Und führen es mit uns von dan'n;
Was mancher Bauer lang verborgen,
Das macht uns manchen frohen Morgen.
Wir ſorgen nicht um Wein und Bier
Wann wir nur finden gut Quartier,
So ſchafft man uns all' dieſe Sachen,
Wenn wir uns wacker unnütz machen.
Oft müſſen wir den Hiob ſingen
Und hungern, daß die Bäuche ſpringen;
Oft ſind wir ganz von Beuten reich
Und leben recht den Schweinen gleich.
Vor uns man Alles muß verhehlen,
Dieweil wir wie die Raben ſtehlen.
Wir freſſen manchen guten Braten;
Mit Namen heißt man uns Soldaten!“
Die Wiedererhebung des Soldatenthums erfolgte durch Preußen und ſeinen großen Kurfürſten. Man nahm tüchtige Leute in das Heer auf, ſorgte vorzüglich für die Ausbildung der Officiere und bezahlte die Leute ſo, daß ſie nicht zu plündern brauchten. Die erſte Frucht der neuen Ordnung war der glänzende Sieg von Fehr⸗ bellin(18. Juni 1675). Ihm folgte die Eroberung von Demmin durch den Generallieutenant v. Görkzke, bei der eine That geſchah, die uns zeigt, welcher Geiſt in den brandenburgiſchen Soldaten lebte.
Görtzke beſchloß, dieſe Feſte womöglich durch Ueber⸗ rumpelung zu nehmen, und hatte eine ſtürmiſch dunkle Nacht zur Ausführung dieſes kühnen Vorhabens aus⸗ erſehen. Fünfundzwanzig Dragoner, geführt von dem Wachtmeiſter Jobſt Bertram, waren freiwillig vorge⸗ treten, um das Unternehmen zu wagen, bei dem es darauf ankam, eine über den Graben geſchobene Planke zu überſchreiten, den Wall zu erklettern, die Thorwache niederzumachen und den inzwiſchen außerhalb verſam⸗ melten Truppen die Thore zu öffnen. Um eilf Uhr Abends führte Jobſt Bertram in aller Stille ſeine tapfern Fünfundzwanzig zu der Stelle, wo die Planke über den Graben geſchoben werden ſollte. Die Schwe⸗ den mußten, ſollte es gelingen, im Schlafe überfallen werden; tiefes lautloſes Schweigen war daher die ein⸗ zige Inſtruktion, die jeder ſich einzuprägen hatte. Der alte Görtzke war ſelbſt zugegen und gab das Zeichen zum Hinüberſchieben der Planke, was unentdeckt ge⸗ lang. Der Wachtmeiſter betrat ſie zuerſt, und kam wohl⸗ behalten drüben an; ihm folgte in athemloſer Stille Einer nach dem Andern, bis auch der Einundzwanzigſte die ſchmale Bahn betrat. Er mochte ungefähr bis an die Mitte des Grabens gekommen ſein— da plötzlich hört man ein dumpfes Geräuſch, wie von einem ſchwe⸗ ren Falle, die Waſſer rauſchen auf, die Planke klatſcht


