Heft 
(1861) 11 11
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Der Schloſſer von Philadelphia. 331

männer in ſeinen anſpruchsloſen Laden treten, welche den Befehl vorzeigten, eine Hausſuchung bei ihm zu halten. Jakob arbeitete an dieſem Tage glücklicher Weiſe nicht zu Hauſe. Nach einer dreiſtündigen ſehr ge⸗ nauen Unterſuchung(die allerdings nicht die geringſten Reſultate gehabt) entfernten ſich die Gerichtsdiener höf⸗ licher als ſie erſchienen waren.Darf ich mindeſtens wiſſen, fragte ſie Sparks beim Weggehen,was mir dieſen Beſuch zugezogen hat? Er erfuhr zu ſeinem Erſtaunen, daß es die an der Bank geſtohlene Summe ſei, nach welcher man in ſeiner armen Wohnung geſucht habe.Des Diebſtahls angeklagt, rief der ehrliche Mann händeringend, in dem kleinen Stübchen, wo die beſtürzte Familie beiſammen war, auf⸗ und abgehend, aus. Die Nachbarn, die ſich, theils um Troſt zu bringen, theils wohl auch aus Neugierde eingefunden hatten, ver⸗ ſuchten es, den aufgeregten Mann und die weinenden Frauen zu beruhigen. Einer von ihnen rieth Sparks, Erkundigungen über die Urſache des Verdachtes einzu⸗ ziehen. Dieſen Rath zu befolgen machte der Schloſſer⸗ meiſter ſich auf den Weg und erzählte bei ſeiner Heim⸗ kehr, daß der reiche Kaufmann Struttmann der Ur⸗ heber der ihm widerfahrenen Unbill ſei. Dieſer hatte nämlich ſein Geſchäft aufgegeben und den von Sparks einſt geöffneten Geldſchrank der Bank überlaſſen. Die geſtohlene Summe hatte ſich in dieſem Schranke, welcher mittelſt eines Häkchens oder Nachſchlüſſels geöffnet wor⸗ den war, befunden.

Sogleich nach der Verübung des Diebſtahls hatte der Direktor der Bank Struttmann befragen laſſen, ob er im Beſitze eines zweiten Schlüſſels geweſen und dieſer ihm vielleicht entwendet worden ſei. Strutt⸗ mann, welcher wohl meinen mochte, daß die Zeit, ſich an Sparks und ſeinem Sohne zu rächen, nun erſchie⸗ nen ſei, hatte geantwortet, daß ſeiner Ueberzeugung nach nur ein Mann, nämlich der Schloſſermeiſter Amos Sparks, im Stande ſei, das Schloß des Schrankes zu öffnen. Nach den Erkundigungen, die der Direktor über die Familie Sparks eingezogen und welche ſämmtlich zu ihren Gunſten gelautet, hatte man an⸗ fänglich jede Beſchuldigung gegen die Ehre des Mei⸗ ſters zurückgewieſen. Als aber am Ende alle Verſuche, den Dieb zu entdecken, geſcheitert waren, ſah die Be⸗ hörde ſich genöthigt, eine Hausſuchung bei dem Be⸗ ſchuldigten halten zu laſſen.

Dieſer Erzählung wohnte der unterdeſſen heimge⸗ kommene, von den beſtürzten Frauen von dem Vorgange unterrichtete JFakob bei. Kaum gelang es den vereinten Bitten ſeiner Mutter und Schweſtern ihn abzuhalten, auf der Stelle zu Struttmann zu gehen und von dieſem Genugthuung für ſeinen beleidigten Vater zu verlangen. Während dieſes Geſprächs, welches den jun⸗ gen Mann in die höchſte Aufregung verſetzt hatte, trat der Direktor der Bank ein und verlangte e ine Unterre⸗ dung unter vier Augen mit Sparks zu haben.Re⸗ den Sie, mein Herr, rief dieſer aus,ich habe keine Geheimniſſe vor meiner Familie.

Das einfache, edle Benehmen des Schloſſers ſchien dem Direktor zu imponiren, er begann in ſichtlicher Ver⸗

legenheit und ziemlich verworrenen Ausdrücken den Grund ſeines Kommens zu enthüllen.Ich bin von Eurer Ehrenhaftigkeit überzeugt, ſolltet Ihr aber dennoch gegen alle Wahrſcheinlichkeit zufällig im Beſitz der ent⸗ wendeten Million Thaler ſein, ſo würde man Euch ge⸗ gen freiwillige Herausgabe des größeren Theiles der Summe jede weitere Unannehmlichkeit erſparen kön⸗ nen. Kaum war dem athemlos an ſich haltenden Jakob die in dieſem Vorſchlage enthaltene Beleidi⸗ gung klar geworden, ſo ſtürzte er auf den Direktor zu, erfaßte ihn mit beiden Händen am Kragen ſeines Rockes, ſchleppte ihn auf die Straße hinaus und ſchloß die Thür hinter ſich.

Dieſe unbeſonnene That hatte die traurigſten Fol⸗ gen für die Familie Sparks. Der Direktor bot ſeinen ganzen nicht unbedeutenden Einfluß auf, den Verdacht gegen Sparks immer dringender darzuſtellen, ſo daß dieſer wenige Tage nach der oben geſchilderten Scene in das Gefängniß abgeführt wurde.

Ein peinlicher Monat verging, ehe Sparks vor dem Geſchworenengericht erſchien. Trotz der ſehr ge⸗ wandten Rede des von dem Bankdirektor beſtellten An⸗ waltes wurde über Sparks am Ende der Sitzung wegen Mangel an Ueberführungsgründen einnicht ſchuldig ausgeſprochen. Er durfte ſogleich das Gefäng⸗ niß verlaſſen und zu ſeiner glücklichen Familie zurück⸗ kehren. Aber ach! ihre Freude war nur von kurzer Dauer. Der Verdacht, der auf ihm gelaſtet, folgte ihm nach ſeinem Hauſe, begleitete ihn überall hin wie ſein Schatten. Nur zu bald bemerkte er, ſo wie die Glieder ſeiner Familie, daß die Nachbarn, mit denen ſie bisher im freundlichen Verkehr geſtanden, ihnen aus⸗ wichen und ſich nach und nach von ihnen zurückzogen. Scheu und unwillig erwiederte man in der Straße ihre Grüße, und Tage vergingen, ehe irgend ein Kunde in dem kleinen Laden erſchienen wäre. Dazu kam noch, daß der heißblütige Jakob der nicht ertragen konnte, ſeinen unſchuldigen Vater verachtet zu ſehen faſt täglich ſich in allerlei Streitigkeiten für den Ruf und die Ehre desſelben einließ. Die Beſtellungen wurden immer ſpärlicher, und bald war es Sparks nicht mehr möglich, ſeine Familie von dem Ertrage ſeiner geringen Arbeit zu ernähren. So wurde denn zwei Monate nach der Freiſprechung im Familienrathe beſchloſſen, daß man Philadelphia, wo Ehre und Exiſtenz ſo ungerechter Weiſe verloren ſei, verlaſſen und ſich in einer andern Stadt niederlaſſen wolle. Als Jakob ſah, wie ſchmerz⸗ lich es ſeinen Eltern war, ihre geliebte Heimat zu ver⸗ laſſen, ſchlug er ihnen vor, allein weggehen und ſein Glück in der Fremde verſuchen zu wollen, um, wie er ſagte, ihnen durch ſeine Heftigkeit nicht immer neue Un⸗ annehmlichkeiten zu bereiten.Nein, mein Sohn, er⸗ wiederte Sparks, ihn umarmend,man würde Dich ſchuldig glauben, gingeſt Du allein weg. Es ſoll keine Trennung zwiſchen uns ſein. Laß uns unſer Unglück, unſern Schmerz vereint tragen. Der gefaßte Entſchluß wurde ſchnell ausgeführt; es fand ſich ein junger Mei⸗ ſter, der die Werkſtatt übernahm. Die übrigen Habſelig⸗ keiten der Familie wurden in wenige Bündel geſchnürt 42*