Heft 
(1861) 11 11
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Th. Reinwald: Theodor 327

zu weit in der Schonung für Andere. Es iſt auch eine Art Egoismus, das Leiden für ſich allein haben zu wollen. Warum verbirgſt Du Deinen Zuſtand ſo hart⸗ näckig?

Bah, verſetzte er achſelzuckend.Mama wenn Du mich liebſt, ſo halte mir Wort. Ich haſſe dieſe tau⸗ ſend Fragen und Beſorgniſſe. Du weißt, ich habe mir in früheren Jahren nie viel aus meiner Geſundheit ge⸗ macht jetzt noch weniger.

Du willſt alſo Dein Leben mit Abſicht preis⸗ geben?

Nimm die Sache nicht ſo tragiſch, ſagte er bitter;was iſt's auch um ein Paar armſeliger Tropfen Blutes mehr oder weniger? Uebrigens iſt es ja wieder gut; beruhige Dich.

Dieſes unglückſelige Feuer, klagte Frau von Krüden.

Ein herber Ausdruck ſchwebte um Theodors Lippen. Kühl ſagte er nach einer Pauſe:Wollteſt Du mir ſonſt etwas, Mama?

Nein. Ich ſehe, daß ich den Schlüſſel zu Deinem Weſen nicht mehr beſitze. Du biſt auch mir ein Räthſel geworden.

Verzweifle nicht an mir vielleicht kann ich in Zukunft offener ſein, ſagte er mit trübem Lächeln.

Ich fürchte, Dein Räthſel liegt in der Vergan⸗ genheit, ſagte Frau von Krüden, ohne das For⸗ ſchende dieſer Bemerkung hervortreten zu laſſen.

Du haſt es getroffen, ſprach Theodor leiſe; aber frage mich nichts! ſetzte er ſchnell hinzu, als er ſie bereit ſah, ihn weiter zu beſtürmen;es iſt nicht gut, zurückzuſchauen. Vielleicht bin ich an Vielem ſelbſt

Schud. Ich hätte Deinem Wunſche folgen und während

dieſer zwei Jahre heimkommen ſollen.

Und was wäre dann beſſer?

Vielleicht viel vielleicht nichts, ſagte er ſtill.

Frau von Krüden gab jede fernere Frage auf. Sie verließ ihn und verglich im Stillen ſein Weſen von Einſt und Jetzt. Er war nie wie andere Knaben, nie wie andere Jünglinge, jetzt war er vollends ein Mann wie wenig andere. Worin lag es? Er hatte wohl immer eine ganz beſondere Origine gezeigt; aber kultivirt war ſeine Eigenthümlichkeit nicht worden. Sie hatte ſich blos durchgedrängt durch alle angelegten Formen, wie die Zweige eines Baumes hinüber wachſen über Mauern und Einfriedungen.

Von ihrem Sohne glitt Frau von Krüdens prüfender Blick auch auf He dwig. Sie fand ſie ern⸗ ſter, zurückhaltender als ſonſt. Aber das konnte ſo natürlich ſein! Manches weibliche Weſen ſtreift in der Ehe ſehr raſch den mädchenhaften Sinn ab, ohne darum an Reiz und Anmuth zu verlieren. Es klären und feſti⸗ gen ſich blos die ſprudelnden Elemente, es ſchwindet die lachende Sorgloſigkeit.

Und Hedwig hatte ſchon gelernt, ſich zu be⸗

ven. Ihr junges Herz kämpfte einen heißen Kampf, ſtritt im Dunkeln; es kannte oder wollte ſeinen

ſelbſt noch unbewußte, von ihrer Vernunft vielleicht ver⸗ abſcheute, von ihrem Gefühl aber ſchon aufgenommene Liebe.

Und trotz dieſer verborgen arbeitenden Schlange

in ihrer Bruſt war Hedwig noch rein, die Zättlichkeit,

womit ſie ihrem Gatten begegnete, war noch kein Ver⸗ rath. Sie ahnte ſelbſt noch nicht, daß die bis jetzt ſchlummernde Leidenſchaft in ihr geweckt worden und der ſie unbewußt geweckt, nicht ihr Gatte ſei!

VII.

Das Erſcheinen des Generals von Krüden in der Reſidenz nach einer zweijährigen Zurückgezogenheit auf dem Lande war ein Ereigniß, das der kleinen beau-monde einen willkommenen Geſprächsſtoff gab. Seit zwei Jahren hatte man ſich begnügen müſſen, nur einzelne Gerüchte über die Familienverhältniſſe des Ge⸗ nerals zu vernehmen, und die Mediſance rächte ſich dafür auf die ſchonungsloſeſte Weiſe. Vor zwei Win⸗ tern von einer Reiſe zurückgekehrt, hatte der General und ſeine Gemalin ein junges Mädchen mitgebracht, über deſſen Herkunft man durchaus keinerlei Gewißheit erlangen konnte. Feſt ſtand nur, daß dieſe junge Fremde im Hauſe des Generals wie eine Tochter aufgenommen ſei; daß ſie ſchön war und daß Alexander von Treuen, damals eben aus dem Dienſte geſchieden ihr die unzweifelhafteſte Aufmerkſamkeit widme. Das Alles wußte die Welt und fand es viel zu wenig für ihre Neugierde, obſchon es ſchwer begreiflich war, wie ſie zur Kenntniß dieſer Details gelangt ſein konnte. Die Wißbegierigſten wandten ſich Anfangs an Theo⸗ dor von Krüden, der ja doch über die Pflege⸗ tochter ſeiner Eltern eine Auskunft geben können mußte. Aber Theodor ſetzte dieſen Fragen eine abſchreckende Undurchdringlichkeit entgegen, die theils ihren Grund in ſeinem Abſcheu gegen alle indiskreten Forſchungen hatte, theils aus ſeiner eigenen geringen Kenntniß nä⸗ herer Umſtände über dieſen Gegenſtand herzuleiten war. Er hatte ſich begnügt, durch ſeine Mutter brieflich zu vernehmen, daß das Geſchick ihr eine liebenswürdige, aber verlaſſene junge Waiſe zugeführt habe, in der ſie von nun an eine Tochter er eine Schweſter ſehen werde. Theodor feagte nicht weiter. Die zu jener Zeit überaus ernſte und tiefe Verſtimmung ſeines We⸗ ſens ließ ihn für Vieles gleichgiltig ſein, was ihn wohl ſonſt angeregt haben würde. Er ſelbſt war zwei Mo⸗ nate früher von einer längeren Reiſe zurückgekehrt, ſchmerzlich verwandelt durch ein Erlebniß, über das er

keinem lebenden Weſen eine Mittheilung gönnte, das

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noch nicht kennen. Dieſer unſichtbare Feind im

i einer Frau iſt eine leiſe heranſchleichende, ihr

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aber ſein ganzes Sein auf grauſame Weiſe verändert haben mußte. Die Pflichten ſeines neuen Berufes nah⸗ men ihn wohlthätig in Anſpruch, aber ſie konnten ſei⸗ nen Trübſinn nicht heilen. Er floh jetzt die Geſellſchaft die er ſonſt blos nicht gerne geſucht hatte, und lebte; Hauſe der verwitweten Präſidentin von Brühl gezogen, unempfänglich für ihre Freundſch antheilslos für die Reize ihrer Tochter