Heft 
(1861) 10 10
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Vor den Thoren Magdeburgs. 309

etwas mehr Muth und Vertrauen beſaßen, dieſe zu ſchwächen.

Unter ſolchen Umſtänden griff das Feuer trotz des Regens im Innern des Schiffes raſch um ſich, und wer nicht ganz zur Salzſäule geworden war, ſuchte eine Planke oder einen Balken loszureißen, um ſich mit ihm in das wogende Meer zu ſtürzen. Jolky blieb nur übrig, dieſem Beiſpiele zu folgen und einer Planke, die er mit ſich genommen, ſein Leben anzuvertrauen.

Nirgends zeigte ſich Land und der Abend brach ein. Vor ſich ſahen ſie nichts als das brennende Schiff und die unermeßliche grauſenhaft beleuchtete Waſſer⸗ fläche. Es war eine entſetzliche Nacht, die Jolky bevor⸗ ſtand. Sich krampfhaft an das Holz klammernd, wurde er umhergetrieben, bald hoch hinauf auf den Kamm der Wellen, bald tief wie in den bodenloſen Abgrund, und die Wogen ſchlugen über ihm zuſammen. So, kaum zum Bewußtſein ſeiner Lage kommend und nur mechaniſch die Bohle umklammernd, ſchwankte er unauf⸗ hörlich zwiſchen Tod und Leben.

So verging ihm die Nacht. Mit dem Grauen des Morgens legte ſich zwar der Sturm, dafür machte ſich jetzt die Kälte um ſo fühlbarer. Jolky war vom Froſt erſtarrt und mehr wie einmal nahe daran, ſein Rettungsbot fahren zu laſſen. Der Tag brach an. Den faſt endloſen Waſſerſpiegel begrenzten einige Erhöhun⸗ gen es war Land, es mußte die engliſche Küſte ſein. Das richtete den Muth unſeres Andreas wieder etwas auf. Die Fluth trieb ihn dahin und mitleidige Fiſcher, die ſchon mehrere ſeiner Unglücksgefährten auf feſten Boden gebracht, entriſſen auch ihn dem Tode.

Andreas war ſo glücklich, von einem Manne aufgenommen und beherbergt zu werden, deſſen liebe⸗ volle Pflege ihm bald wieder zu Kräften verhalf. Lange duldete es ihn aber nicht an dieſem abgelegenen Orte. Er verſäumte keinen Tag, nach dem Geſtade zu gehen und auszuſpähen, ob nicht ein Fahrzeug vorüberſegle, das ihn aufnehme.

Sein Wunſch ſollte endlich erfüllt werden, denn ein anderes holländiſches Schiff wurde vom Sturme nach dieſer Küſte verſchlagen und der Kapitän verſtand ſich dazu, Jolky unter der Bedingung an Bord zu nehmen, daß er den Botsknechten die Kleider aus⸗ beſſere. Jolky würde ſich jedem Vorſchlage gefügt haben, wenn ſich ihm dadurch die Ausſicht eröffnete, nach Europa zurückzukehren. Das Schiff ſegelte zwar zunächſt nach der holländiſchen Kolonie Surinam, ſollte jedoch von dort nach kurzem Verweilen ſeinen Cours wieder der Heimat zuwenden.

Einige Wochen noch und ſie liefen glücklich in den Hafen von Paramaribo ein. Jolky blieb dort nur eben Zeit, ſich ein wenig umzuſehen. So fruchtbar das Land war, ſo war es ihm doch ein wenig zu heiß dort, um zurückzubleiben; ſobald das Schiff ſeine Ladung, die in Tabak und Gewürzen beſtand, eingenommen hatte, wurden die Anker gelichtet. Unter den günſtigſten Vorausſichten ſteuerte das Fahrzeug Europa zu, eine volle Woche lang trieben ſie unter dem günſtigſten Winde dahin und kein Unfall ſchien die Fahrt beun⸗

ruhigen zu wollen. Am zehnten Tage erhob ſich plötz⸗ lich ein Sturm. Raſte er auch nicht mit der Heftigkeit des überſtandenen, ſo war er doch gewaltig genug, um das ſchon etwas alte Fahrzeug leck zu machen. Auf offenem Meere ließ ſich der Leck nur nothdürftig aus⸗ beſſern; mit Mühe kamen ſie in die Nähe von Portugal und legten zu Liſſabon bei, um das Fahrzeug für die Weiterreiſe in Stand zu ſetzen. (Fortſetzung folgt.)

Vor den Thoren Magdeburgs. Novollette.

m Frühling des Jahres 1810 traf zu Bern in

demſelben Hôtel, wo ich wohnte, ein junges Ehe⸗

paar ein, für welches ich bald ein großes Intereſſe

empfand. Vom Grüßen kamen wir zum Sprechen,

und ehe ein Monat verging, wurden wir Freunde

und bildeten ein ſehr glückliches Trio. Heinrich Zeiberwar ein Deutſcher, ſeine Frau, die ſchöne Nina, eine Franzöſin. Erſt wenige Wochen vor ihrer Ankunft in Bern waren ſie durch den Segen der Kirche verbunden und trotz ihrer gegenſeitigen Liebe ſchien mir eine Wolke der Traurigkeit den Sonnenſchein ihres Glückes zu ver⸗ hüllen, die jedoch mit der Zeit immer leichter und we⸗ niger bemerkbar wurde.

Ich war genöthigt, mich mehre Monate in Bern aufzuhalten, und die Zeit wäre mir ohne den Umgang des liebenswürdigen Zeiber und ſeiner freundlichen Gattin oft ſehr lang geworden. Bei ihnen fand ich eine Häuslichkeit, war ihnen ſtets willkommen und verlebte viele genußreiche Abende in ihrer Geſellſchaft, indem ich ihnen vorlas oder den hübſchen Balladen und Liedern lauſchte, die Nina mit einer ſüßen Stimme und vielem Ausdruck ſang.

Den größten Theil meiner Zeit widmete ich dem Malen und eines Tages, nachdem ich Ninas Geſicht lange betrachtet hatte, faßte ich mir ein Herz und bat ſie, mir zu einer der Hauptfiguren in meinem neuen Gemälde zu ſitzen. Sie willigte ein und war ſehr neugierig, das Bild zu ſehen; ich weigerte mich jedoch entſchieden, ihr den Gegenſtand, den es darſtellte, zu nennen oder ſie vor deſſen Vollendung einen Blick auf mein Werk werfen zu laſſen. Nina ſaß drei aufeinander folgende Tage, dann verſchloß ich die Thüre meines Ateliers und malte ſchweigend weiter. Jeden Tag fragte Heinrich, ob das Gemälde vollendet ſei, und jeden Tag erhielt er eine verneinende Antwort. Er hatte eine an Anbetung grenzende Liebe für ſeine Gattin, und ich wußte, daß das Intereſſe, welches er für mein Werk an den Tag legte, ihm der Wunſch einflößte, ihre ſchönen Züge auf der Leinwand wiedergegeben zu ſehen. Endlich war das Gemälde vollendet. Es war nach einer kleinen ſpaniſchen Erzählung und ſtellte eine dunkle Höhle dar, welche dicht am Meere lag, deſſen grüne ſich kräuſelnde Wogen bis in die Oeffnung derſelben drangen. Im Mittelpunkte