Heft 
(1861) 10 10
Seite
291
Einzelbild herunterladen

ut war, lag, igen Deutſch igen herüber⸗ tebenſo ab⸗ mſtand, daß mpagnieftrma dem deut⸗ d wat dem dings Igte tiſten in w ſo großartigen heranreichten; herliche Opern menhang aus i ihren pro⸗ nicht anders Hauptperſonen die moralſſche s Verſehen franzöſiſchen e namentlich gewieſen im VUpte gar dem ſo zu⸗ nt, daß das h ſelbſt zu der vielen en Momente en betrachtet, ſtändige, ge Inſtrumen⸗

die jeinende Nachahmung ſcheinen ihm geleuchtet zu Wiſt ihn die chſt jene des ſt zuvie in aſſendet An zu Raume d N nmern. der d ſt ernſt, würdg eßſcene(2. N

kt verbunden Alt.l un originel ſind d

inale

5 4 recht hübſc

Att) haben din avatine Rr. 12 wiſt ſehr ge und Gteichen die Quel

enſcene

N anl) e war di eine) und j eine) Uu endlich einl 2 nde ke

Schal

Th. Reinwald: Theodor. 291

komm', mein Töchterchen; zum Abſchiede mußt Du mit mir noch eine Zimmerpromenade machen, während ich mein Pfeifchen rauche Wachtpoſtenſchritt!

Während Hedwig dies künſtliche Manoeuvre aus⸗ führte, an der Seite des an einem Beine ſtruppirten Veteranen gleichen Schritt zu halten, zog Frau von Krüden den Sohn ihres erſten Gatten zu ſich auf das Sopha.

Du biſt am Ziele Deiner Wünſche, Alexan⸗ der, ſagte ſie;Hedwig beſitzt Eigenſchaften, die Du mit jedem Tage mehr ſchätzen lernen wirſt. Ach, wenn doch Theodor auch ſo weit wäre! Ich wünſchte ſehnlich, daß er ſich endlich einmal losriſſe. Seine Briefe werden immer kürzer, immer kühler; ich leſe zwiſchen den Zeilen, daß ihn etwas bedrückt. Wie auffallend iſt die Hartnäckigkeit, womit er ſeit mehr als zwei Jahren jede Reiſe nach der Heimat ablehnt; wie eigenthümlich ſein Benehmen im Hauſe meiner alten Freundin, der Präſidentin von Brühl! Von der kränkenden Ab⸗ lehnung, Deiner Vermälung beizuwohnen, will ich gar nicht ſprechen, fügte die Generalin ſeufzend hinzu.

In den meiſten Punkten haſt Du vollkommen Recht, Mama, verſetzte Alexander begütigend; was übrigens die Klagen der Präſidentin anbelangt, ſo können ja die Berichte etwas parteiiſcher Natur ſein. Theodor iſt kein Damenfreund, und Frau von Brühl hat eine ſehr hübſche Tochter. Es iſt wohl nur beleidigte Muttereitelkeit, die ſie verleitet, meinem Bru⸗

der einen Vorwurf aus ſeiner Zurückgezogenheit zu

machen.

Da beurtheilſt Du die Präſidentin falſch, ent⸗ gegnete Frau von Krüden;ſie iſt eine zu geiſtvolle Frau, um ſich der lächerlichen Schwachheit ſchuldig zu machen, nach jungen Männern Angeln auszuwerfen, und Martha von Brühl iſt zu hübſch, als daß der mindeſte Grund dazu da wäre. Der Mangel an Auf⸗ Serkſamkeit von Theodors Seite beleidigt ſie gewiß Scht in dem Sinne, wie Du glaubſt. Eher fürchte ich, daß ein Intereſſe des Herzens dabei im Spiele iſt!

Du glaubſt alſo

Daß meine hübſche Pathe Martha ganz dazu fähig iſt, ſich für einen Querkopf wie Theodor zu paſſioniren, und je ſchroffer er ſich benimmt, je mehr beſtätigt dies meine Befürchtung. Es thäte mir leid

die Wändeide, und mein liebſter Wunſch erlitte dadurch Fenſter undstoß. Entweder iſt Theodor der Liebe gar vnduri ghig, oder er verbirgt eine ältere Leidenſchaft, die müſſen, Marth a's Vorzüge blind macht. anderQuäle Dich doch damit nicht, Mama, ſagte Morlexander.Du kennſt ja ſeine abgeſchloſſene Natur. elläh meinestheils glaube, daß er die Liebe erſt kennen noch zen wird. Seine kargen Briefe ſind übrigens ein leicht aikteriſtiſcher Zug. Er haßt ſchriftliche Ergüſſe und erſieht zit ganzer Seele bei ſeinem Beruf. Ich freue mich materiadie Erfüllung ſeines Verſprechens, mich demnächſt auf länger zu beſuchen. Haben wir uns doch vier Jahre nicht geſehen, und was hat ſich ſeitdem verändert! Da⸗ mals dachte ich nicht, daß meine Laufbahn ſo bald en⸗

digen würde.

Mit verdüſterter Miene blickte Alexander auf ſeinen linken Arm, der in den italieniſchen Feldzügen des Jahres 18**†F von einer Kugel faſt zerſchmettert worden und ihn zu weiterem Dienſte unfähig gemacht hatte. Die Auszeichnung, die ihm geworden, indem er bei noch nicht dreißig Jahren auf dem Schlachtfelde zum Major ernannt, dann noch ſeine Bruſt mit einem Eh⸗ renzeichen geſchmückt ſah, das ihm den Adel brachte, konnte ihn doch nicht mit ſeinem Geſchick verſöhnen, und oft brach der Gedanke an ſeine plötzlich geſchloſſene Carrière mit Bitterkeit in ihm hervor.

Nur heute laß dieſe Klagen, bat Frau von Krüden mit ſanftem Tone.Freue Dich Deines ruhi⸗ gen Glückes. Hedwig iſt beſſer daran, als wenn ſie das angſtbewegte Leben an der Seite eines Soldaten führen müßte.

Alexander ſchüttelte ſeufzend den Kopf; aber an dieſem Tage konnte wirklich die ſchmerzlichſte Em⸗ pfindung nicht Raum faſſen.

Die Pfeife des Generals war ausgegangen, die Stützuhr auf dem Pfeilertiſch ſchlug Ein Uhr nach Mitter⸗ nacht. Noch eine ſtumme Umarmung und eiliſt entfloh der General in ſein Zimmer, um den feuchten Schim⸗ mer in ſeinem ſeit Jahren der Thränen ungewohnten Auge nicht blicken zu laſſen.

Frau von Krüden vergoß mit Hedwig CThrä⸗ nen um die Wette, und dann lachten ſie einander durch dieſe Thränen an; es ſollten ja nur wenige Stunden Entfernung zwiſchen ihnen liegen, und der Winter ſie vollends alle in der Reſidenz pereinen.

II.

Es waren ſonnige Flitterwochen für das junge Paar. Die reizende Lage des Gutes entſprach ganz dem träumeriſchen Sinne Hedwigs, die in den Stun⸗ den, wo Alexander ſeinen adminiſtrativen Geſchäften nachging, auf ſich ſelbſt angewieſen blieb. Das Wohn⸗ haus, in elegantem Styl gehalten, ſtand in einem ein⸗

ſam gelegenen, von ernſten Wäldern geſchützten Thale,

das außerdem nur durch einige einzelne Häuschen be⸗ lebt wurde, und in der Regel die ganze köſtliche Stille ſolcher Waldthäler bot. Die kleine Anſiedelung hieß Burgſtein, welcher alterthümliche Name ihr von der Tradition geblieben war, die an dieſe Stelle vor Zeiten ein großes Schloß geſtellt wiſſen wollte und ſogar auf deſſen Reſte hinwies. Es blieb indeß ſehr zweifelhaft, ob das Schloß Burgſtein je exiſtirt, und ob jener große, hoch und maſſenhaft aufgethürmte Steinhaufe, deſſen groteske Gruppirung an koloſſale Gräber mahnte, je⸗ mals zu einem Gebäude gefügt ſein konnte. Gewiß iſt, daß dieſe alten Steine Jahrhunderte lang unverrückt hier lagen und den wuchernden Moſen ihre vielfache Verſchlingung, dem ſchmiegſamen Epheu ſeine treue Umarmung geſtatteten. Die beweglichen Schatten der Waldbäume ſpielten über demalten Burgſtein, wie das Volk ihn getauft, und nie drang die volle Helle des Tages bis zu dieſer lauſchigen Stelle. Hier brachte

8 37*