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Th. Reinwald: Theodor. 295
nach, wie Tantalus nach den Früchten. Wenn es Dir Freude macht, ſo findeſt Du ein prächtiges Revier und alles Rüſtzeug, das für mich nur noch Plunder iſt.“
„Alexanderl“ Mit dieſem ſchmeichelnd aus⸗ geſprochenen Wort ſchlang Hedwig ihren Arm um ſeine Schulter und ſtrich koſend ſein braunes Haar aus der Stirne.„Haſt Du mir nicht verſprochen, Dich dieſes traurigen Unmuthes zu entſchlagen? Du thuſt mir weh mit dieſer Heftigkeit! Was iſts denn auch um die Jagd! Haſt Du Langeweile? Biſt Du unbefriedigt durch unſere Einſamkeit?“
„Mein liebes Weibchen— verzeih!“ ſagte der ſchnell Beſänftigte, indem er einen Kuß auf dieſe beredt fragenden Lippen drückte;„es wird noch lange dauern, bis ich Dir mein Wort unverbrüchlich halten kann. Der Gedanke an meine ungenügende Thätigkeit iſt eine Qual für mich.“
Sie ließ ſchweigend ihren blonden Kopf auf ſeine Schulter fallen. Als ſie ihn nach einer Sekunde wieder erhob, war Theodor aufgeſtanden, und an der halb⸗ geöffneten Balkonthür lehnend, ſtarrte er vor ſich nie⸗ der. Die ſonſt matte Bronzefarbe ſeines Geſichtes war von einer auffallenden Bläſſe überhaucht. Ein halber Blick Hedwigs lenkte Alexanders Aufmerkſam⸗ keit dorthin. Er ſprang auf und ſah ſeinen Bruder fra⸗ gend an. 1
„Biſt Du nicht wohl?“
„Was fällt Dir ein,“ war Theodors kühle Entgegnung.„Ich ſchlage Dir einen Gang in den Wald vor, Deine Grillen zu verbannen. Der Zufall ließ mich heute ſchon einen intereſſanten Punkt ent⸗ decken. Das iſt ein Stück urweltlicher Natur.“
„Wie, Sie waren ſchon am Burgſtein?“ rief Hedwig lebhaft aus;„ach und ich habe mich ge⸗ freut, Ihnen dieſe ſchöne Partie ſelbſt und zuerſt zeigen zu können!“
„Dann bedauere ich den Zufall, den ich eben
zch geprieſen habe,“ entgegnete Theodor mit einer Verbeugung.„Woher der Name Burgſtein für dieſe Steinmaſſen?“
„Der Volkstradition zu Folge hat ein Schloß da geſtanden, und treu der Sage will man in dieſen ge⸗ waltigen Steinen Reſte des alten Baues ſehen,“ er⸗ klärte Hedwig.
„Das müßte ein Rieſenbau aus der Urzeit ge⸗ weſen ſein,“ entgegnete Theodor lächelnd.„Knüpft ſich nicht auch noch eine andere örtliche Sage an den Burgſtein?“
„Ich hörte eine— aber ſie entfiel mir wieder. Dafür habe ich dort meinen Lieblingsſitz aufgeſchla⸗ gen. Ich bilde mir oft ein, ich ſei das Burgfräulein und—“
„Und, und?“
„Noch eine Menge toller Dinge dazu. Es iſt ein köſtlicher Ort für das Treiben der Phantaſie; ich ver⸗ ſichere Sie, jeder Stein erzählt ſeine Geſchichte.“
„Es gibt nur gewiſſe bevorzugte Naturen, für die der todte Stein und die ſtumme Blume eine Stimme erhält. In ihnen ſelbſt klingt der Ton wie ein verbör⸗
genes Saitenſpiel, aber ſie hören ihn wie von weiter Ferne aus einem Märchenland kommen; Sie ſind eine ſolche Natur, nicht wahr?“
Bei dieſen Worten ſah Theodor zum erſten Male voll in das blühende Geſicht der jungen Frau, die, von dem Gegenſtande erfaßt, leuchtenden Auges ſeinem Blicke begegnete. So unbefangen der Strahl ihres von einem poetiſchen Gedanken erhellten Blickes auf ihm lag, ſo magiſch wirkte er; Theodors Wange überzog ſich mit einer jähen Röthe und dann mit plötz⸗ licher Bläſſe. Er wandte ſich ab und ging ſeinem Bru⸗ der in das nächſte Zimmer nach, um ihn nochmals zu dem vorgeſchlagenen Ausflug zu animiren. Nach einer Viertelſtunde traten Beide wohlausgerüſtet ihre Wan⸗ derung an. Alexander drückte einen herzhaften Kuß auf die Lippen ſeines Weibes. Unter ſanftem Sträuben machte ſich Hedwig los und bot, von Purpur über⸗ goſſen, ihre Hand dem Schwager, der ſchon halb ab⸗ gewandt zum Fortgehen bereit war.
„Weidmannsheil!“ ſagte ſie lächelnd, denn Theo⸗ dor war zur Jagd gekleidet und Alexanders Hund Tartar umſprang ihn wedelnd und beuteluſtig.
Er dankte ſtumm, nur mit einem Aufblitzen ſeiner ausdrucksvollen Augen und berührte die Hand der jun⸗ gen Frau kaum mit den Fingerſpitzen.
Gedankenvoll blickte Hedwig den beiden Brü⸗ dern nach. Alexander ſah zurück und winkte ihr Grüße zu, Theodor ſchritt raſch vorwärts, ohne zu ihr aufzuſchauen. Er war nicht ſo groß als ſein Halb⸗ bruder und faſt zu ſchlank. Die Geſtalt hätte auf kaum vierundzwanzig Jahre ſchließen laſſen, wenn nicht das Geſicht etwas mehr verrathen hätte. Dieſe feſten, mehr im Ausdruck als in der Form edlen Züge erſchienen mit ihrer an die Kreolen mahnenden Bronzefarbe zu⸗ weilen wie aus Erz gegoſſen; und doch zuckte es hinter dieſer Außenſeite oft ſo ſchmerzlich, doch flammte es ſo unruhig in dem hellgrauen Auge, das den feſſelndſten Zauber beſaß. Die Stimme klang zuweilen ſo kalt, ſo feierlich, wie eine Glocke, und vibrirte auch wieder wie ein nachzitternder Saitenton. Was iſt', das ihn oft mit einemmale ſo blaß werden läßt? Was liegt Ge⸗ heimnißvolles in ihm verborgen? Warum iſt er nicht ſo frei, ſo offen, ſo heiter wie Alexander?
So zog es an Hedwigs Geiſte vorüber, als ſie träumeriſch noch immer am Balkon ſaß, wo die beiden jungen Männer verſchwunden waren.
„Er iſt eine intereſſante Studie,“ hatte ſie dieſen Morgen zu Alexander geſagt.„Eine gefähr⸗ liche Studie,“ dachte ſie jetzt ganz leiſe, ſo leiſe, daß der Gedanke wie ein Nebel durch ihren Geiſt ſchwebte und ein unbeſtimmtes Gefühl von Unbehagen in ihrer Seele erzeugte. Zum erſtenmale fand Hedwig keine paſſende Beſchäftigung, ſich die Zeit zu vertreiben. Sie ging ab und zu, blickte bald in ein Buch, bald koſte ſie mit ihren Vögeln; bald ſetzte ſie ſich an's Piano und brachte es nicht über ein Paar Takte hinaus; ſie wollte ſingen und fand es plötzlich ſonderbar, ſo ganz allein ihrer Stimme Schall zu hören. Eine nie gefühlte Un⸗ ruhe trieb ſie. Die Stunden ſchlichen heute ſo träge, es


