Heft 
(1861) 9 09
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W. Ernſt: Heitere Skizzen aus dem Kadettenleben. 283

Hauſe und ſchmiedete bereits auf dem Wege an einem andern Plane, wie ich meinen Willen durchſetzen könnte. Die Eltern ſollten ſehen, daß ihr Sprößling die Fäden ihres Komplottes zu zerreißen wüßte. Mit den grünen Aufſchlägen war es nun freilich aus, aber dafür blieben mir jetzt noch die gelben. Und auf einmal war mir die gelbe Farbe ſo lieb und werth geworden, daß ich kaum begreifen konnte, wie mir die grüne hatte gefallen mögen.

Gelb.

Je mehr ich über meinen unglücklichen erſten Feld⸗ zug nachdachte, deſto klarer wurde es mir, daß ich eigent⸗ lich nichts verloren hatte. Im Gegentheile glaubte ich nun Urſache zu haben, mich zu freuen, daß ich bei den grünen Aufſchlägen nicht zum Ziele gekommen, denn die grünen hatten nur Pantalons, die gelben aber unga⸗ riſche Hoſen.

Ich gehe, dachte ich mir,ſtracks zum Oberſten des gelben Regimentes, ohne den Eltern davon etwas zu ſagen, damit ſie mir nicht wieder heimlich einen Strich durch die Rechnung machen. Der Oberſt wird mich mit Freuden aufnehmen, da er nur wenig Kadetten bei ſeinem Regimente hat, und habe ich nur einmal den Oberſten auf meiner Seite, dann werden die Eltern ge⸗ wiß einwilligen.

Gedacht, gethan. Eines Vormittags ich glaube, es war eines ſchönen Vormittags ging ich in die nahe liegende Feſtung und ſuchte die Wohnung des Oberſten. Als ich ſie gefunden hatte, erhielt ich den Be⸗ ſcheid:Ja, der iſt verreiſt.

Da ſtand ich nun wieder und fürchtete ſchon, daß ich unverrichteter Dinge umkehren müßte.

Glücklicher Weiſe hörte ich noch, daß in Abweſen⸗ heit des Oberſten der Oberſtlieutenant als Regiments⸗ kommandant fungire.Alſo zu Reſeutterief ich und verfügte mich nach der Wohnung desſelben, die man mir zeigte.

Ich klopfe an die Thür. Keine Antwort. Ich klopfe

ſtärker; noch immer regt ſich nichts. Endlich nach wieder⸗ holtem lauten Klopfen höre ich dumpf aus der Ferne ein ſchnarrendesHerrrein! erſchallen. Ich trete ein und befinde mich in einer Pferde⸗ rüſtkammer. Der Eindruck dieſes Lokales war eben nicht geeignet, mir einen ſonderlichen Begriff von militäriſchem Komfort zu geben; doch denke ich, es werde ſchon noch kommen. Da ſehe ich eine zweite Thür, klopfe und aber⸗ mals ein dumpfesHerrrein!

Ich trete durch die Thür in das anſtoßende Zim⸗ mer; ja auch hier ſcheint mir der Herr Oberſtlieute⸗ nant nicht zu wohnen, da es an jedem Möbelſtücke mangelt und nur vier kahle Wände durch das vergit⸗ terte Fenſter magiſch beleuchtet werden.

Ich ſtand ſtill und war unſchlüſſig, was ich weiter thun ſollte, als ſich plötzlich die Thür gegenüber öffnete, und der Herr Oberſtlieutenant vor mir ſtand.

Was wünſchen Sie, junger Mann? redete er mich an.

Ich bitte, Herr Oberſtlieutenant, mich zu Ihrem Regimente als Kadet aufzunehmen.

Ja ja das geht nicht ſo ſchnell. Was haben Sie denn ſtudirt?

Hier ſind meine Zeugniſſe. Mit dieſen Worten übergab ich ihm einige Atteſte.

Ah, die ſind ja recht gut. Was hat Sie denn eigentlich beſtimmt, dieſen Stand zu wählen 2*

Beſondere Vorliebe.

Das iſt leicht geſagt. Haben Sie denn auch über⸗ legt, welche Entbehrungen und Mühſeligkeiten mit dem Militärſtande verbunden ſind? Ich halte es für meine Pflicht, Sie auf alle dieſe Schattenſeiten aufmerkſam zu machen, damit Sie ſpäter nicht einen unüberlegten Schritt zu bedauern haben. Uebrigens fragen Sie ſich in fünf oder ſechs Tagen nochmals an. Wenn Sie dann noch bei Ihrem Vorſatze geblieben ſind, ſteht Ihrer Aſſentirung kein Hinderniß im Wege. Adieu!

Ich ging. Wohl gab er mir Hoffnung, aber zu⸗ gleich auch Bedenkzeit. Sollte es denn wirklich ein ſo harter Stand ſein? Ich glaubte, man werde mir zu⸗ reden, bei meinen guten Zeugniſſen mich freudig will⸗ kommen heißen, meine Annahme ſogleich in's Werk ſetzen: anſtatt deſſen räth man mir halb und halb

ab und ſchickt mich mit Bedenkzeit fort. Mir fiel die

Scene zwiſchen Karl Moor und Koſinsky ein. Und dann, wie ſah es bei einem ſo hochgeſtellten Officier aus ſo düſter, ſo ungemüthlich, und, wie ich mit einem Blicke in's halbgeöffnete Zimmer bemerkte, nur die allernöthigſten Möbeln, und dieſe kaum beſſer, als ſie der gewöhnlichſte Bürger hat! Wenn nicht einmal ein Oberſtlieutenant auf Bequemlichkeit und Eleganz in ſeiner Wohnung Anſpruch machen kann, was mag ich dann als gemeiner Soldat zu hoffen haben? Ich muß geſtehen, nicht die zum Ueberdruß gehörten Schil⸗ derungen des glänzenden Elendes, die man mir vom Soldatenſtande entwarf, brachten eine ſolche Wir⸗ kung auf mich hervor, wie die vier kahlen Wände des einfachen Vorzimmers meines künftigen Oberſt⸗ lieutenants.

Trotz alledem blieb ich meinem Entſchluſſe treu; denn, dachte ich mir, eine ſchöne Wohnung iſt es ja nicht allein, die zur Annehmlichkeit des Lebens und zur Zufriedenheit der Stimmung gehört; ſie gleicht nur zu oft dem vergoldeten Käfig des Vogels. Welcher Stand kann wahl dem Militärſtande an die Seite geſtellt werden in Beziehung der wechſeluden Lebensverhält⸗ niſſe? In welchem anderen Stande lernt man das Leben und die Welt von ſo vielen Seiten kennen? Wir marſchiren von einem Ende des Reiches bis ans ent⸗ gegengeſetzte, bleiben an keinem Orte zu lange, finden überall gedeckten Tiſch, ſchöne Augen, fröhliche Herzen, und dann noch ein Feldzug, eine Auszeichnung, ſchnelle Beförderung ſind das nicht alles die ſchön⸗ ſten Bedingungen zu einer glücklichen Exiſtenz? Kurz, ich bleibe dabei, ich laſſe mich aſſentiren.

Unter dieſen oft wiederholten Betrachtungen ver⸗ ſtrichen die als Friſt geſetzten funf Tage, nach deren Verlauf ich meinen Eltern den unabänderlichen Ent.

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