Heft 
(1861) 9 09
Seite
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Wie man auf Island reiſt. 277

Pluto's des Unterweltfürſten, dort zeigt ſie eine Zu⸗ ſammenſetzung von Höhlungen und Schnörkeln in den abſonderlichſten Formen, wie das überladenſte Rococo, dann iſt ſie wie eine Treppe, nach der Länge auf den Weg hingelegt, eine viereckige Grube nach der andern, in welche die Pferde nach einander ſteigen müſſen. Ueber Alles hinweg ſetzen breite und ſchmale Klüfte, dazwiſchen tiefe Gruben, welche ſich als Höhlen unter die Schale hineinziehen. Auf dem Zuſammenhängenden liegt ein Chaos ſcharfkantiger, löcheriger, gezackter Lava⸗ ſchlacken umher. Das iſt die Oberfläche eines Lava⸗ feldes, worüber in Island ſo oft die Wege führen. Wenn man die Feuerprobe eines Lavarittes während eines Tages öfter überſtanden, den Verlockun⸗ gen einer isländiſchen Lorelei glücklich obgeſiegt hat, und endlich ein gaſtlicher Hof, das Ende der Mühſale verſprechend, vom Hügel herüberwinkt, dann beginnt noch eine Noth, zwar kürzer als die ſchon beſtandene, aber ſo lange ſie währt, nicht minder groß. Ein Mhri trennt den Reiſenden noch vom Ziele. Um die Paſſage durch einen Sumpf zu finden, iſt ein landeskundiger Führer am allernothwendigſten, denn am Myri endet alle Spur eines Weges, wie an einem Fluſſe. Es führt auch eine Furth hindurch, die geſucht werden muß. Bei

manchen Sümpfen ſollen gewiſſe Pflanzenarten erkennen

laſſen, wo ſie zu paſſiren möglich und wo nicht. Es iſt immer eine höchſt unbehagliche Lage, man reitet wie auf Gummi elaſtikum, der Boden ſchwankt auf und nieder unter dem Fußtritt des Pferdes. Das Pferd ver⸗ ſinkt mit den Hinterfüßen, und indem es ſich anſtrengt, wieder frei zu werden, geht es ihm vorne ebenſo. Dabei wird es unruhig und der Reiter muß ſich beeilen, deſſen Rücken frei zu machen, um ſeine eigenen Füße vor deſſen Schlägen in Sicherheit zu bringen. Bei der erſten Begegnung dieſer Art erinnerte ſich Winkler recht leb⸗ haft an den glücklichen Einfall Baron Münchhauſen's, mit dem eigenen Schopf ſich ſelbſt und ſein Pferd aus dem Sumpfe zu ziehen. Er brachte das nicht zu Stande. Es kam vor, daß er einmal einen Lootſen brauchte, um durch ein Myri zu kommen. Dasſelbe war nur einige hundert Schritte breit, und jenſeits lag ein Haus, zu welchem er gelangen wollte. Das hieß Flugumyri und befand ſich im Nordlande. Er hatte damals zwei Führer, von denen einer aus der Gegend ſelbſt zu Hauſe war, aber beide machten vergebliche Anſtrengungen, eine Furth zu finden. Ueberall, wo ſie einzudringen verſuchten, brachen die Pferde durch. Die Bewohner von Flugu⸗ myri hatten ſich mittlerweile verſammelt und ſahen dieſen Nöthen zu. Sie ſuchten durch Winke auf die rechte Spur zu helfen. Aber es war vergeblich, bis einer von ihnen ſelbſt ein Pferd beſtieg, zu den Reiſenden herüberkam und ſie durch's Myri lootſte.

Im Nordlande kommen mehrere Stunden lang fortziehende Hügel vor, deren Rücken ein weites Plateau bildet. Es ſind eigentlich Heidis, nur mit geringer Höhe über dem Meere und überwiegender Ausdehnung in einer Richtung. Die Isländer heißen dieſe Art Landes⸗ bildung Hauls. Dieſe Hauls gelten ſelbſt bei den Ein⸗ gebornen als ſehr ſchlimme Paſſagen. Die Oberfläche

derſelben beſteht abwechſelnd aus Steinbänken, Schutt⸗ flächen und ſumpfigen Stellen. Dazwiſchen gilt es ſich durchzuwinden wie durch hundert Fallen. Das macht den Weg ſehr lang, wobei man aber noch immer gerade in die unbehaglichſten Situationen geräth. Wenn man das Nordland quer durchwandert, hat man, beſonders an ſeiner Grenze gegen das Weſtland, Gelegenheit, öfter mit dieſen Terrains Bekanntſchaft zu machen. Beſonders verrufen iſt dort der Hrutafjördrhaul, ein Hügelrücken, der ſich lang an der öſtlichen Seite des tief in's Land eindringenden Hrutafjördr hindehnt. Von dieſem Haul erzählen ſich die Isländer folgende Anek⸗ dote. Zwei Weiber zankten ſich einmal mit einander und erhitzten ſich dabei ſo ſehr, daß die eine der andern zurief: es möge ſie der T..... holen. Die ſo Beleidigte war aber viel unbarmherziger, indem ſie ihrer Gegnerin das Aergſte wünſchte, ſie möge verdammt ſein, über den Hrutafjördrhaul reiten zu müſſen.

Aus dem Feſten und Halbfeſten geräth man unverſehens in's beweglich Flüſſige. Die Flußübergänge ſind bös, denn die Flüſſe haben alle den Charakter von Bergſtrömen und es bleibt keine andere Wahl, als durch ſie hindurchzureiten. Je nach der Geſchwindigkeit des Laufes, der Tiefe des Fluſſes und der Beſchaffenheit ſeines Grundes ſind die Flußpaſſagen ſehr verſchieden. Das eine Mal iſt ein reißender Bergbach voll tiefer Gruben und großer Blöcke, aber mit kryſtallklarem Waſſer zu durchreiten, das andere Mal iſt es ein trüber milchiger Gletſcherſtrom, dem man den guten Glauben ſchenken muß, daß er wirklich eine Furth beſitzt, denn ſehen kann man in ſeinen Wellen nichts, oder auch der Fluß iſt zu einem See angeſchwellt. Ein Fluß dieſer letzten Klaſſe verſetzte unſern Reiſenden einmal in eine große Unbehaglichkeit. Seine Führer haben ihm geſagt, man komme bald an ein Waſſer, und eilen nach dieſer Meldung wieder voraus. Es geht gemach fort durch eine ſparſam mit Moos und Birkengeſtrüpp bedeckte alte Hraun. Von rechts, gar nicht ferne, ſchaut ein niederer Krater herüber, aus dem dieſe Lava gekommen war.Nach einer Weile ſehe ich auf, da liegt in einiger Entfernung eine weite Waſſerfläche vor mir, ein nicht unanſehnlicher See; das wird doch nicht das Waſſer

ſein, durch welches wir reiten ſollen? Mein Blick hängt

eine Weile wie feſtgebannt an der durch den Sturm in ſchäumende Wellen gekräuſelten Fläche. Ein Thier, wahrſcheinlich ein Pferd, ſehe ich eben auf dem Wege dahindurch, und gerade wo das Waſſer am breiteſten. Es ſcheint zu ſchwimmen, denn nur den Kopf hält es über die Oberfläche empor. Während ich mir ſo dieſe Scene betrachte, kommt der Bauer an mich herangeritten, deutet auf den See hinab und ich verſtehe zu meiner nicht angenehmen Ueberraſchung eben ſo viel von ſeinem Isländiſch und ſeinen Geberden: wir müſſen in der Richtung durch den See, welche das Pferd nimmt. Was mich aber nun bei dieſer Nachricht ernſtlich beun⸗ ruhigte, war der Zuſtand meiner Stiefel, denen ich nicht mehr viel zutrauen durfte. Hätte ich nicht gefürch⸗ tet, daß man den Abhaltungsgrund von dieſer Seite nur für eine Ausrede auslegte, ſo würde ich noch mein