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id Anwen. enſpan die rketen muß. Raminweg hen muß; Adung bis
im gleichen weſentlichen natürliche Kälte.
irchlein, ſo ieſenſchritt neiſten ſind hen kaum, ſie angehö⸗ infalt mit vandernden Leben des genden ge⸗ ſit Hörnern t; da iſt s fjugend an ausgelaſſen seifer ganz ner grßten ünſtler ge⸗ frage, daß einen gan⸗ rfes logirt habe.— , Fa hir s, edel im it Marnor⸗ Kirchen die iberteeffen. welches aus Beihifft der hönen Baut in der Welt feine Nah⸗ wußte, da det daſtand. die in den
Dorfleben in den Alpen. 267
hinausjagt und ihrem Schickſal preisgibt,— oder iſt's nicht vielmehr das beinahe vertrocknete Gemüth, das ſelbſt zu Fels und Stein gewordene Elternherz, das dieſen zur Volksgewohnheit gewordenen Akt immer wie⸗ der erneuert?— Aus dieſem Grunde iſt auch der Akt der Taufe in vielen Gegenden der Alpen durchaus kein Familienfeſt. Und wiederum liegt der äußerſte Gegen⸗ ſatz dicht daneben. Dort, wo das Volk, ſei es aus Glau⸗ benseifer und Ueberzeugung, oder gedrängt von der Nothwendigkeit, Werth auf das Sakrament der Taufe legt, finden oft weite Wanderungen bis zur Kirche der Gemeinde mit dem erſt wenig Tage alten Kindlein ſtatt; denn Haustaufen ſind in den Alpen unbekannt, und nicht jedes Dorf, nicht jeder weit in einem Seitenthal gele⸗ gene Weiler oder Hof hat ſeine eigene Kirche. Die evan⸗ geliſchen Walliſer gingen, als vor einigen Jahrhunder⸗ ten nach der Reformation ringsum das katholiſche Glau⸗ bensbekenntniß wieder angenommen wurde, mit ihren Täuflingen über Schnee und Eis, wohl ſechs bis ſieben Stunden weit, nach dem proteſtantiſchen Grindelwald, um dort vom Pfarrer ihres Glaubens die kirchliche Weihe über die Aufnahme ihrer Kinder in den Bund der Chriſtenheit ſprechen zu laſſen,— einen Weg, den heutzutage der kühnſte Berggänger kaum zurückzulegen ſich getraut, weil Alles furchtbar vergletſchert und von Firnſchründen zerriſſen iſt. Da zeigt ſich eben wieder die Kraft und Konſequenz des Aelplers,— der Ernſt und die Ausdauer, der feſte Wille und der Muth, nicht nur in Dingen des alltäglichen Müſſens und Sollens, ſon⸗ dern auch in Sachen eigenen Entſchluſſes, eigener freier Meinung; ſo zäh wie er in ſeinen phyſiſchen Anſtren⸗ gungen iſt, eben ſo nachhaltig iſt er auch in den Reſul⸗ taten ſeines Nachdenkens, ſeiner Willensfreiheit.
Faſt lediglich der natürlichen Körperentwickelung überlaſſen, wächſt nun das Kind, halb nackend unter und mit den Thieren des Hauſes auf. Während der beſſeren Jahreszeit iſt ſein Tummelplatz auf der ſchwel⸗ lenden Matte, welche die„Heimet“ umgibt, im Walde und ob jäher Felſenfluh, immer umgeben von tauſend Gefahren,— hier des Sturzes in den Wildbach und des Zerſchmettertwerdens durch Steinſchläge, dort des Ertrinkens im See, oder der Vergiftung durch Beeren und Pflanzen; aber wie nicht der Frieden, ſondern der Krieg ſeine Helden groß zieht, ſo dienen auch alle dieſe, der zarten Jugend drohenden Schreckniſſe nur dazu, das Alpenkind für ſein ihm beſtimmtes Loos im Leben vorzubereiten und zu kräftigen. Es müßte allenthalben ein ſpartaniſch männlicher, eiſern feſter Volksſchlag er⸗ wachſen, wenn nicht vielſeitig die gänzlich vernachläſſigte Hautkultur und das Leben in engen, oft mit peſtartig verdorbener Luft gefüllten, während des Winters über⸗ heizten Stuben einer geſunden, normalen Körperaus⸗ bildung weſentlich hindernd entgegen träten. Darum in einzelnen Gebirgsgegenden, wo noch andere beeinträch⸗ tigende Faktoren mitwirken, die auffallende Menge von Kretins, blödſinnigen und nur halb entwickelten Men⸗ ſchen. Die Schule quält den jungen Welthürger der Alpen mit Wiſſensbeläſtigungen herzlich wenig; drei bis vier Elementar⸗Fächer, innerhalb der engſten Grenzen,
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genügen, um die Baſis für den geiſtigen Horizont des ganzen Lebens zu legen,— alles Uebrige muß die Praxis ſpäterer Jahre lehren. Und dieſe Schulzeit,— o nachahmungswürdiges Beiſpiel, Seligkeitsgedanke der unterrichtsfeindlichen, ſtundenſchwänzenden Jugend,— dauert jährlich nur ſechs Wintermonate; den ganzen ſchönen, langen Sommer über, von Oſtern bis Michaeli, ſind Ferien,— Ferien für Lehrer und Schüler. Was von den Gehirn⸗Nerven während des Winters dürftig aufgeſogen und von den zugeſpitzten Fingern techniſch erlernt wurde, hilft das freie, ungebundene Sommer⸗ leben innerhalb der Berge und an den kräuterduften⸗ den Halden glücklich wieder verſchwitzen; nur einige Jahlenreſte für die Haus⸗ und Markt⸗Arithmetik, etwas Leſefertigkeit und die oft ſchwer entzifferbaren Hiero⸗ glyphen der Namens⸗Unterſchrift, ſind in ſehr vielen Fällen die ganzen für die Zukunft eroberten Schätze der Schulweisheit.
Tritt nun der Knabe in's Leben ein, ſo hängt, wie überall, ſeine Zukunft von der Eltern Beſitz, von der Zahl ſeiner Geſchwiſter und hundert anderen Umſtänden ab. Gar mancher arme Bube, der einſt die Ziegen hü⸗ tete und wenig mehr als ſeine Kleidung ſein Eigenthum nannte, gelangte dennoch zu Reichthum und Gütern. Da ſind vor allen die Graubündner ein wunderbar ſpe⸗ kulatives Volk. Das große, ſchwach bevölkerte Land ſen⸗ det alljährlich eine namhafte Zahl ſeiner Angehörigen in’'s Ausland, damit ſie dort ihr Brod erwerben. Was ihnen daheim am Mindeſten geboten wird, Zucker und Leckereien, das legt den Grund bei Vielen zu nicht ge⸗ ringem Wohlſtand. Als arme Knaben wandern ſie, mit dürftigem Zehrpfennig und einer Reiſe⸗Empfehlung aus⸗ gerüſtet, weit fort nach Italien, Rußland, Deutſchland oder Frankreich, um bei einem dort etablirten Konditor als Helfershelfer und junger Dienſtknecht einzutreten. Hier müſſen ſie Kakao reiben, Zucker mörſern, Kaffee ſie⸗ den lernen, und bilden ſo ſich nach und nach zum Schweizerbäcker aus. Die wenigen Pfennige Lohn und Trinkgeld erſparen ſie mit Harpagons⸗Geiz. Inzwiſchen findet ſich Gelegenheit, mit einem anderen Landsmann ein kleines Stübchen zu miethen, ſelbſt einen Kaſtanien⸗ Handel, eine kleine Chokoladen⸗Fabrik oder Kaffee⸗Sie⸗ derei zu etabliren. Aus den verdienten Groſchen werden Thaler, die Kompagnons trennen ſich, um Jeder nun auf eigene Fauſt dem Gelderwerbe weiter obzuliegen, ſie richten größere Geſchäfte ein, und das hohe Mannes⸗ alter findet ſie als reiche Leute. Da treibt ſie denn die Sehnſucht wieder heim in's alte liebe Vaterland, wo ſie nach und nach Güter, Wieſen, Häuſer erwerben, und dort verleben ſie, in ſtiller Einſamkeit, den Abend ihres Lebens.— Ein anderer Theil der jungen Burſchen, be⸗ ſonders aus den katholiſchen Schweizerkantonen Wallis, Uri, Unterwalden, Schwyz und auch aus Graubünden, verlaſſen heimlich Haus und Hof, um in fremden Dien⸗ ſten als Lohnſoldaten ihr Glück zu verſuchen. Die Schweizertruppen in Neapel und Rom erlangten in jüngſter Zeit traurige Berühmtheit. Oder der Tiroler iſt als Kaiſerjäger in den Garniſonen Oeſterreichs zum feſten Mann herangereift, hat kapitulirt und dient dem
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