Heft 
(1861) 9 09
Seite
263
Einzelbild herunterladen

errſcht die daß ſie um ßte, die ſi er ſtill zur

was habe

dar in jened eints durch aber er iſt in zu neh⸗ nichts aus⸗

agen Sie?

ht mit mir unverſtänd⸗ n, wenn ich n das eher berufen Sie gewiß.

im Garten Zunmw, ch daun an

zueb ille rende Ver⸗ ltloſe Auf⸗

Süͤra begte niethen Be⸗

on Boul⸗ den die Je⸗ res einzigen tcht berlan⸗ iiſe die ge⸗ geben. 3

diges Näͤd dig.Jhre

le; darlber

h Charaktet

Mitheilmg on Bour⸗ ibts noch icts weg

Maach ihrem Sohne. Rens aber war ſeit früh

Louiſe Meunier.

263

mein Herr; können Sie mir nicht ſagen, was ſie ver⸗ brochen hat?

Ich kann nicht Richter und Partei in meiner eigenen Sache ſein. Darum erlauben Sie mir, ganz einfach die bezügliche Thatſache zu erzählen.

Moriz erzählte nun, wie er Louiſe kennen ge⸗ lernt, dann die Reiſe und ihre plötzliche Trennung. Seine Erzählung unterſchied ſich von der des jungen Mädchens viel weniger als man hätte vermuthen ſollen. Er betonte die außerordentliche Sympathie, die er für Louiſe gehabtv; ihr jugendliches Alter und ihre Furcht⸗ ſamkeit hätten ein längeres Verbleiben bei Madame Savenay nicht geſtattet. Er hätte es darum für ſeine Pflicht gehalten, ſie zu der Ueberſiedelung nach Paris zu bereden; nachdem er dieſen Plan einmal entworfen, habe er auch auf die Ausführung gedrungen, weil er Louiſens Unbeſtändigkeit gekannt. Aber er ſei den⸗ noch das Opfer dieſer Unbeſtändigkeit geworden ehe er es gedacht, und die brüske Art, in welcher ſie ſich von ihm getrennt, ſei nicht nur eine Inkonſequenz, ſondern eine Undankbarkeit geweſen, eine grobe Beleidigung, deren Folgen indeß nicht, wie er geglaubt, ſie allein ge⸗ troffen, ſondern unglücklicher Weiſe ihn ſelbſt mit.

Was für ein Streich! rief Madame von Bour⸗ gueville aus.Ein ſo junges Mädchen verläßt ſeine natürlichen Beſchützer, um ſich einem jungen Manne anzuvertrauen! So einen Leichtſinn beſitzt die, die René zu heiraten beſchloſſen!

Das Spiel war geſpielt! Moriz und Lucia

ließen Madame von Bourgueoille wieder abrei⸗

ſen; ſie eilte jetzt nur nach Hauſe. Lucia, gewiß, nicht gehört zu werden, drang in die Gräfin, nur René nichts von dem Abenteuer zu erzählen.Der Fehler Louiſens, ſagte ſie,iſt nicht ſo groß und über⸗ haupt nicht ſo handgreiflich, daß er ſie darum nicht auch ferner lieben ſollte. Dieſe Indiskretion würde nur zur Folge haben, daß er ſeine Ruhe verliere und diejenigen haſſe, die ſein Glück auf dieſe Weiſe zerſtört. Allein Madame von Bourgueville beſtand auf ihrem Rechte, von dem Vernommenen beliebigen Gebrauch zu machen..

Aufs Schloß zurückgekehrt, frug die Gräfin ſofort Morgens

auf der Jagd. So bereitete ſie ſich denn inzwiſchen auf

die Unterhaltung vor, die bei ſeiner Rückkehr ſtattfinden

mußte, und zwar wie ein Advokat am Vorabende eines wichtigen Plaidoyers; ſie wollte um jeden Preis René überzeugen, daß Louiſe der Liebe eines Ehrenmannes unwürdig ſei. Dabei ſchreckte ſie der Gedanke an die Troſtloſigkeit und den Schmerz, den ſie ihrem Sohne bereiten würde, nicht einen Augenblick ab.

Aufgeregt wie ſie nun einmal war, wurde ſie in hohem Grade unzart, als ſie ihrem Sohne das Aben⸗ teuer Louiſens erzählte. René hatte bis dahin zu enthuſiaſtiſch die kindliche Reinheit, die Unſchuld Loui ſens verehrt, als daß ihn nicht die Erzählung der Mutter tief hätte erſchüttern ſollen. Allein ſeine plötzlich beränderten, entſtellten Geſichtszüge, ſeine zuſammen⸗ geballten Hände, konnten eben ſo gut ſtille Wuth, wie

tiefen Schmerz bedeuten. Vergebens ſuchte die Gräfin zu erforſchen, was in ihm vorging; er gab keine Ant⸗ wort. Das beunruhigte die Gräfin nicht wenig.

Wohin will er? ſagte ſie zu ſich.Wird er Moriz zum Duell fordern? Sollte ich ſein Leben ge⸗ fährdet haben, indem ich ſein Glück nur im Auge hatte?

René verließ in ſtürmiſcher Eile das Schloß. Die Gräfin befahl ihrer Kammerfrau, die mit ihr an der Wiege des Sohnes gewacht, ihm in einiger Entfer⸗ nung zu folgen und Acht zu geben, wohin er gehe. René ging zu Louiſe. Er fand ſie allein. Sofort erklärte er, warum er gekommen; er machte ihr keinerlei⸗ Vorwürfe, ſondern bat einfach um Aufklärung. Ohne Weiteres erzählte ſie ihm dann, wie ſie zu dem unklu⸗ gen Streiche mit Moriz gekommen, und dies that ſie mit ſolcher Einfalt, Treuherzigkeit und Offenheit, daß René unmöglich ihr zürnen konnte. Und als ſie ihr Bekenntniß mit den Worten ſchloß:Mein Ruf iſt hin, Renész hören Sie auf, mich zu lieben! und er ihr in das treue, thränende Auge ſchaute, erwiederte er:

Nie, Louiſel

Dieſe zwei Worte berauſchten Lo uiſe vollſtän⸗ dig; ihre Dankbarkeit und Liebe konnten nicht mehr größer werden.

René, ſagte ſie,ſeien Sie überzeugt, daß nicht ein Traum, nie ein Gedanke die Reinheit meines Herzens befleckte. Ich war treu und keuſch. Ich gehöre Ihnen ganz an. Laſſen Sie mich nur Ihr Geſchick thei⸗ len und Ihren Namen! Nur Ihre Liebe iſt mein Loſungswort. Ich habe nichts Anderes als mich ſelbſt; und mich gebe ich Ihnen; wer Wenig hat, gibt Alles; Freigebigkeit iſt die Tugend der Armen.

Das war mehr als genug, um René zu über⸗ zeugen. Der Ton in Louiſens Erklärung ließ nicht den geringſten Zweifel an der Wahrheit deſſen, was ſie ſagte, zu. Er hatte bis dahin noch nie Lo uiſens Werth ſo erkannt, noch nie ſie ſo ſehr geachtet und ge⸗ liebt, wie in dieſem Augenblicke.

Als René zu ſeiner Mutter zurückkehrte, beob⸗ achtete ſie zunächſt ſeine Geſichtszüge mit ſichtlicher Un⸗ ruhe. Als er aber lange nicht Miene machte, zu reden, entſchloß ſie ſich ſchließlich, ihn zu fragen. Aber René unterbrach ſie gleich bei den erſten Worten und bat ſie, auf dieſen Gegenſtand nie wieder zurückzukommen.

Betrachten Sie Louiſe als meine Frau, ſagte er;lieben Sie ſie wie Ihre Tochter; alles Andere ſei vergeſſen! 4

Hierauf wagte Madame von Bou rgueville kein Wort mehr. Aber ſie konnte es noch immer nicht begreifen, wie René an Lo uiſe Gefallen finden konnte. Louiſe war ihr nun einmal verhaßt.

Sie hätte gern Lucia noch beſucht, weniger um ſie um Rath zu fragen in ihrer peinlichen Lage, denn das war hinfort unnütz, ſondern um ihre Galle auszu⸗ laſſen. Aber das ging nicht. Die einzige Hoffnung, die ihr übrig blieb, war: daß die Macht der Verhältniſſe noch eine Aenderung in René's Entſchluß hervorbrin⸗ gen könnte,