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Louiſe Meunier. 259
froh, meinen kecken Geſellen einmal los zu ſein. Da das ſtille Glück einer in der Zurückgezogenheit von dem
hörte ich plötzlich die Glocke eines kleinen Kloſters zum Abendgebet läuten. Ich ging, ohne es ſo recht zu wiſſen, darauf zu, und bald fand ich mich in einer kleinen Ka⸗ pelle, die hinter dem Altare durch ein Gitter und einen grünen Vorhang abgeſperrt war. Hinter demſelben wur⸗ den in höchſt melodiſcher Weiſe Pſalmen geſungen. Der Geſang erquickte mein Herz buchſtäblich; ich fing an, mit mir zu Rathe zu gehen und bald ſtand's feſt bei mir:„Ich kann und darf nicht zu Moriz zurückkehren!“ Denn ich fühlte es zu gut, daß er nicht der Mann ſei, der uneigennützig ſich einer vom Unglück hart geprüften Frau zur Dispoſition ſtellt, und daß ich ſelbſt nicht die
nöthige Energie haben dürfte, um ihn auf die Dauer
in Schach zu halten.
„Während ich in dieſe Gedanken vertieft war, verſtummte der Pſalmen⸗Geſang und es folgten gemein⸗ ſchaftliche Gebete, in welchen die frommen Kloſterfrauen den Ewigen prieſen und ihn um ſeinen Segen anflehten. Da betete auch ich; ſeit langer Zeit war dies das erſte Mal; nicht als hätte ich früher nicht meine kath oliſchen Pflichten erfüllt, das geſchah mit der größten Pünktlich⸗ keit; aber was heißt das Gebet, wenn man nicht zugleich Gott und die Menſchen lieb nd umfängt. Delphi⸗ nens und ihrer Mutter Nähe raubten meinem Gebete die Innigkeit; ich konnte meine Seele zu meinem Gott nicht erheben. Ich konnte nur verzeihen, meinen Haß beſiegen— aber lieben konnte ich nicht. Ja— ich ſagte mir öfter, Delphinens Gott, der Gott dieſer kalten, abſtoßenden, widerwärtigen Delphine, könne unmög⸗ lich mein Gott ſein. In jenem Augenblicke aber kannte ich alle dieſe Verirrungen nicht; ich betete heiß; ich blickte voll Vertrauen zu meinem Schöpfer empor— ich war wie umgewandelt. Plötzlich vernahm ich eine innere Stimme; ich folgte ihr und ſuchte den Eingang zum Kloſter. Man öffnete mir, und ſofort erklärte ich, die Oberin ſprechen zu müſſen, ich bedürfte dringend ihres Rathes und ihres Schutzes.
„Kaum hatte die Oberin von meinem Wunſche Kenntniß bekommen, ſo befahl ſie, mich zu ihr zu führen. Das geſchah. Während ſie eben noch eine Unterhaltung mit einer Nonne beendigte, die ſie dann verabſchiedete, hatte ich Zeit, ein wenig um mich zu ſehen. Alle Möbel des Zimmers, in dem ich mich befand, denn eine Zelle konnte man es nicht wohl nennen, ſo geräumig war's, waren höchſt einfach; aber überall herrſchte eine Rein⸗ lichkeit, die man im weltlichen Leben in der That nicht kennt, alles glänzte förmlich; das Arrangement der Möbel war ſo regelmäßig, ſo ſymmetriſch, wie man's ebenfalls nicht leicht anderswo findet. An den Wänden herum hingen eine Menge Heiligenbilder, theils Oelge⸗ mälde, theils Holzſchnitte. Vor Allem aber feſſelte den Blick ein prachtvolles marmornes Krucifix, welches auf einem kleinen Tiſchchen ſtand.
„Saint⸗Thereſe, ſo hieß die Oberin, mochte etwa fünfzig Jahre zählen, wie ihr etwas eingefallenes Geſicht errathen ließ, übrigens hatte ihre Körperfülle noch jugendliche Friſche; ihre ſchöne Stirn zeigte noch keine Falte, aus ihren großen blauen Augen ſprach
Treiben der Welt glücklichen Seele.
„Nachdem ich auf ihre freundliche Aufforderung neben ihr Platz genommen, erzählte ich in Kürze meine Geſchichte und ſchilderte ihr die Lage, in der ich mich befand. Sie hörte mir mit eben ſo viel Aufmerkſamkeit als Theilnahme zu. Ich war offenbar für ſie gleichſam der Bote aus einer andern Welt, und ſie ſchien begierig zu wiſſen, ob die Neuigkeiten, die ich noch erzählen würde, dazu angethan ſeien, ſie den Eintritt in's Kloſter bedauern zu laſſen. Aus dieſem Grunde gab ſie, als ſie bald darauf die Unterhaltung abbrechen mußte, um den Pflichten, die ihr als Oberin oblagen, nachzukommen, Befehl, mich in eine kleine Zelle zu führen, die an ihr Zimmer anſtieß und aus der eine Thür in dasſelbe führte, ſo daß wir ſpäter unbemerkt unſere Unterhaltung fortſetzen konnten.
„Man ließ inzwiſchen aus dem Gaſthofe, wo Moriz Dornet mich erwartete, meine Koffer holen. Ich ſchrieb ihm ein paar Zeilen zum Abſchied; dieſelben enthielten zugleich eine Aufklärung über den von mir gethanen Schritt, die im Weſentlichen dahin lautete, daß ich den Gefahren mich nicht weiter habe ausſetzen wollen, in welchen eine junge Dame ſchwebe, die mit einem jungen Herrn allein reiſe. Ich vermied dabei ſorgfältig jegliche Anſpielung auf ihn. Nichts deſto we⸗ niger folgte er mein Gepäck in einer Wuth aus, die nach der Erzählung derjenigen, die Zeuge derſelben waren, wahrhaft komiſch geweſen ſein muß, und mich in eine ſo heitere Stimmung verſetzte, wie ich ſie in meinem ganzen Leben bis dahin nicht gekannt.
„Nun bleibt mir nur noch Weniges zu erzählen, liebes Klärchen. Ich brachte ein ganzes Jahr in jenem Kloſter, wo ich eine Zufluchtsſtätte gefunden, zu.
und nur meine ſehr angegriffene Geſundheit zwang mich,
zum Onkel zurückzukehren. Daß ich allmälig wieder hergeſtellt wurde, verdanke ich Dir und Deiner Freund⸗ ſchaft. Der tiefe Friede des Kloſters, jene brüderliche Eintracht, die abſolute Gleichheit Aller unter einer Oberin, hatten auf meine Seele einen höchſt wohlthäti⸗ gen Einfluß gehabt. Arbeit war für die Folge meine größte Freude. Die Nonnen hatten eine beträchtliche Anzahl von Penſionnären und ich ward bald mit beim Unterrichte verwendet. Ich unterrichtete die vorgeſchrit⸗ tenſten Schülerinnen in den geſelligen Künſten und half außerdem dem vielfach unvollſtändigen und wenig me⸗ thodiſchen Wiſſen meiner Kolleginnen nach. In dieſem Wirkungskreiſe gefiel es mir allmälig ſo gut, daß ich nie in die Welt zurückzukehren wünſchte; ich war glück⸗ licher, als ich bis dahin je geweſen war. Aber, wie ſchon geſagt, nach und nach ſchwand meine Geſundheit; ein Arzt ward geholt; und ſein Recept lautete:„Friſche Landluft und Freiheit!“ So kehrte ich zum Onkel zurück.“
VIII.
Nach beendigter Lektüre blieb Klärchen noch lange in tiefes Nachdenken verſunken; ſie war ganz außer ſich und nur eine Zuſammenkunft mit René
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