Heft 
(1861) 6 06
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Herbſtlich ſonnige Tage, Gedicht.

Beptember.-

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Berbſtlich ſonnige Tage.

Herbſtlich ſonnige Tage, Mir beſchieden zur Luſt, Euch mit leiſerem Schlage Grüßt die athmende Bruſt.

O wie waltet die Stunde Nun in ſeliger Ruh'! Jede ſchmerzende Wunde Schließet leiſe ſich zu.

Nur zu raſten, zu lieben, Selig lern ich es ſpüren, Still an ſich ſelber zu bau'n, Wie die Schöpfung entlang Fühlt ſich die Seele getrieben, Geiſt und Welt ſich berühren Und mit Liebe zu ſchau'n. Zu harmoniſchem Klang.

Und ſo ſchreit ich im Thale, Was da webet im Ringe, In den Bergen, am Bach, Was da blüht auf der Flur, Jedem ſegnenden Strahle, Sinnbild ewiger Dinge Jedem verzehrenden nach. Iſt's dem Schauenden nur.

Jedem leiſen Verfärben V Jede ſproſſende Pflanze, Lauſch' ich mit ſtillem Bemühn, Die mit Düften ſich füllt, Jedem Wachſen und Sterben, Trägt im Kelche das ganze Jedem Welken und Blüh'n. Weltgeheimniß verhüllt.

Schweigend blickt's aus der Klippe, Spricht im Qellengebraus; Doch mit heiliger Lippe Deutet die Muſ'es aus.

Erinnerungen. LXXXII. 1861. 23