—
Kaiſer m bald örfer, er und ten die
ſeinem
hinar. örung n. Nur en als
nehmen
ga. T.
elk er ⸗
r der
diſen Jahre len, in h und e noch
ſcricht s ent⸗ nd die
Den kamen, g, daß ihnen gwohn als es komme dachte
drich
Mack.
nlaſſes gen zu
Emil Dietze: Die Hofburgbelagerung.
175
ſeiner Aufnahme getroffen ſeien. Der Kaiſer nahm die Botſchaft halb ſcherzend, halb vorwurfsvoll auf und verſicherte den Ueberbringern, es ſollte Niemand etwas von ihm zu fürchten haben. Das Volk zeigte ſich da wie umgewandelt, es fiel vor ihm auf die Kniee und jubelte ihm zu; deſſenungeachtet vergingen volle zwei Tage mit Unterhandlungen, ehe der Kaiſer ſeinen Ein⸗ bug in die Stadt halten konnte, und eine der Haupt⸗ Ledingungen, unter denen es geſchah, war die unverzüg⸗ liche Entlaſſung ſeines Kriegsvolkes. Niemand fühlte ſich durch dieſen Beweis von Schwäche mehr gekränkt als Friedrichs Gemalin; ſie überhäufte den Kaiſer mit Vorwürfen und ſagte zu ihrem Sohne„Wenn ich wüßte, daß Du dereinſt eben ſo handeln könnteſt, wie Dein Vater, ich würde bedauern, Dich für einen Thron ge⸗ boren zu haben.“
Um weiteren Unruhen vorzubeugen veranſtaltete Friedrich alsbald eine Rathswahl und ernannte Sebaſtian Ziegelhauſer zum Bürgermeiſter. Dieſer war aber keineswegs der Mann, den das Volk wünſchte; Holzer, der ſelbſt nach dieſer Würde ſtrebte, ſtachelte den Unmuth der Menge noch mehr an und dieſe machte ſich endlich in lauten Beſchwerden Luft, daß bei dieſer Wahl der Stadt Geſetze und Gewohn⸗ heiten nicht beachtet worden ſeien. Ziegelhauſer wurde auf' ſchmachvollſte verunglimpft und ange⸗ feindet, bis er ſelbſt für gut fand ſeine Würde nieder⸗ zulegen und ſie Ulrich Holzer zu überlaſſen.
Das war es, was Holzer, das war es, was ſein Anhang beabſichtigt hatte. Der Kaiſer, zu ſchwach zum Widerſtande, forderte nur, daß ihm Holzer und die übrigen Stadtobern ſchwören ſollten, und kaum war dieſe Förmlichkeit vollzogen, als er auch, um jeden wei⸗ tern Argwohn zu beſeitigen, ſeine ſteiriſchen Reiſigen entließ.
Gab es irgend etwas, was neue Unruhen herbei⸗ zuführen im Stande war, ſo war es dieſe Maßregel, denn die Krieger waren— ohne Sold heimgeſchickt worden und Raub und Plünderung häuften ſich von Tag zu Tag. Die ſchwer heimgeſuchten Wiener beſchwer⸗ ten ſich bei Friedrich nachdrücklicher als zuvor. Aller⸗ dings hätte er ſelbſt gern dem Unweſen ein Ende ge⸗ macht, aber er war von allen Hilfsmitteln entblößt. Um den Wünſchen der Bürger willfahren zu können, forderte er ein Anlehen von ſechstauſend Gulden, eine Forderung, die der Bürger böſes Blut auf's Neue in Wallung brachte.
Gerade zu dieſer Zeit begnadigte Friedrich einen Mann, der vom Magiſtrat um irgend eines Ver⸗ gehens willen zum Tode verurtheilt worden war. Der Kaiſer beſtand auf der Freilaſſung, der Magiſtrat auf ſeinem Urtheil. Friedrich, der ſein kaiſerliches An⸗ ſehen ſo mißachtet ſah und gleichwohl nachdrückliche Schritte ſcheute, entzog dem Rath den Blutbann. Sich dafür zu rächen, legten die Bürger die Gefälle in Be⸗ ſchlag, ſtießen die Anhänger des Kaiſers aus ihrem Kollegium, und da des Raubens noch immer kein Ende gemacht wurde, ja als es dem Volke ſchien, als ob Friedrich die Räubereien begünſtige, riſſen ſie die
kaiſerlichen Abgeſandten, die vermittelnd eintraten, von den Stühlen, ſchleppten ſie nach dem Kerker und drohten ihnen mit dem Tode. Dem Kaiſer aber ſandten ſie— es war am Erichtage nach Michaelis 1462— folgenden Abſagebrief:
„Aller durchlauchtigſter Kaiſer, allergnedigſter Herr, — Wir der Bürgermeiſter, Richter, Räthe, Genannte und die ganze Gemain der Stadt zu Wien haben Ew. Kaiſ. Gnaden mannichmalen umb merklich groß anliegend Notturfft ſchriftlich und mündlich als das wiſſentlich iſt, verkündt und zu erkennen gegeben, und des Verderben, darin wir vor der Zeit her, der Vormundſchaft unſers Herrn Königs Ladiſloi ſeel. und nochmals Euer Erbl. Regiments, mannichfaltiger Weiß kommen ſein, darwider uns Ew. Kaiſ. Gn. allweg gar gnediglichen ſchrift⸗ und mündlich vertröſtet hat, uns Gewalt und Unrechts, von der Feind wegen des Lands, und in ander weg vor zu ſein, dem aber noch unzher notturftiglich nie nachgegangen worden iſt, ſondern das Land und wir für und für nur in mehrer Schäden und Verderben kommen ſein und noch täglich kommen.
„Allerdurchl. K. Nun haben wir uns das vergan⸗ gene Jahr als die Feinde um Königſtetten lagen auf Ew. K. Gn. und auf Euer Räth Vertröſtung hoch und vaſt angegriffen und ſeind aus uns die beſten und mannhaftigſten, mitſammt der Gemein auf ſolch Euer Kaiſ. Gn. Vertröſtung und Hilf gegen den Feind gezogen und haben dazumal von Ew. K. Gn. ſolcher Hilf er⸗ wartet, daß uns aber gar Niemand iſt kommen, alſo daß wir flüchtiglich, nachdem uns der Feind zu ſtark worden, mußten abziehen, uns und der Stadt zu großer Koſtung und Schmach auch Schande. Und von derſelben Zeit haben wir ſtetiges merkliches und groß dargelegen auf Söldner zu Roß und zu Fuß in der Stadt zu wider⸗ ſtehen den Feinden zu Günthersdorf, Mödling, Berch⸗ tolsdorf, Nußdorf und auf Schloß Kahlenberg, auf dem Tabor, daſelbſt zu Burkersdorf, unzher gethan, das wir doch Ew. K. Gn. von Rechtswegen nicht ſchul⸗ dig ſeind geweſen zu thun, ſondern Ew. K. Gn. und ein jeder Landsfürſt iſt den Seinen ſchuldig ſie vor Gewalt und Unrecht zu ſchützen und zu ſchirmen, darum nimmt er ihm des Landes Nutz und Renten ein.
„Wir haben von Ew. K. Gn. von guten Willen und mehren Gehorſam mit unſern großen Schaden und Mehnigern viel Jahre her gethan, das unſer Vorfordern Euern Vorfordern nie gethan haben.
„Item haben wir auch bei den Zeiten unſerer Vor⸗ fordern, Regierern, Burgermeiſtern und Räthe viel wenig und ungewohnlich Anſchlag geduld und ſein jetzt am nechſten zu widerſtand Euern Gnaden Feinden eins ſondern merklichen Anſchlags und Eidſteuer überein worden nach großem und unſern merkl. Verderben, und hätten gehofft, daß uns ſolcher unſer williger Dienſt und ſchwer Darlegen, die wir Euer kaiſ. Gn. unver⸗ droſſentlich haben gethan, unzher zu gut nit ſollten ver⸗ geſſen werden, davon aber Ew. K. Gn. kein benügen
„noch aufhören gehabt, ſondern als ſich jetzt Ew. K. G.
gewilliget, die Söldner zu bezahlen an uns vorvor be⸗ gehrt hat, Ew. Gn. zu Hilf zu geben 6000 Gld., daß


