Heft 
(1861) 4 04
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ſtets als Verführer hinter ihm ſtand, um ein neues Le⸗ ben zu beginnen. Dies Alles machte ihn verdroſſen und barſch.

Und dieſer Zuſtand ſteigerte ſich noch, als der Bau des Wirthshauſes, den der Akkordant ganz leitete, einmal begonnen war, und ſeine paar tauſend Gulden in kurzer Zeit verſchwanden. Nun hieß es Rath ſchaffen. Seinen Unwillen und ſeinen Aerger ſuchte er nun meiſt im Wein zu vertrinken. Das half noch weniger. Seine Nachbarn ſchüttelten über ihn den Kopf. Er wollte zu hoch hinaus und doch ſahen ſie, wie er mit jedem Tage weiter zurück kam. Sie wichen ihm aus, da ſie nichts mehr mit ihm zu ſchaffen haben mochten, ſeitdem der Menſch, der Akkordant, ſein vertrauter Freund war und er ſich nicht ſchämte, mit ihm und dem Lotterieſchreiber in der verrufenen Marketenderhütte, welche nur für die Eiſenbahnarbeiter erbaut war und von keinem ordent⸗ lichen Mann beſucht wurde, die Nächte beim Tarokſpiel zuzubringen. Das konnte zu nichts Gutem führen.

Der Akkordant rückte ſeinem Plane immer näher. Den Oedbauer hatte er jetzt ganz in ſeiner Gewalt, der konnte ihm nicht mehr entgehen, und ſeine Schweſter, die friſche Koſi, auf die er ein Auge geworfen, war ihm gewogen. Das hatte er längſt gemerkt, als er auf einer Bauernhochzeit mit ihr tanzte, und wenn er ſie auf der Alm, auf der ſie den Sommer über war, beſuchte.

Auch dem Mädchen war der Hochmuthsteufel in den Kopf gefahren. Den Waſt, der ſie innig liebte, und den auch der Oedbauer wie ſeine Frau am liebſten als ihren Mann geſehen hätten, weil er ein ordentlicher Burſch war, verſchmähte ſie, überhaupt war ihr jeder Bauerburſch zu gering. Ein Städter mußte es ſein und der Akkordant hatte ſie ganz zu bethören gewußt. Herz und Hand verſprach ſie ihm. Schwindel jubelte. Daß die Oedbäuerin gegen ihn war, wußte er, das kümmerte ihn indeß nicht, denn ihren Mann hatte er in Händen, der mußte Ja ſagen, wenn er um die Roſi warb. Und ſo kam es. Der Oedbauer konnte und durfte die Wer⸗ bung nicht zurückweiſen. Roſi war ſeine Verlobte. Auch über die Mitgift des Mädchens war Alles ins Reine gebracht. Als bäterliches Erbtheil bekam ſie 6000 Gulden, welche auf dem Hofe des Oedbauers als Hypothek ſtanden; die ſollte er ſpäter auszahlen. Der Akkordant wies dagegen als ſein Vermögen zwei Schuld⸗ ſcheine auf, welche von dem reichen Tiroler Holzhändler ausgeſtellt waren und ziemlich dieſelbe Summe betru⸗ gen. Zur Ausbildung ſollte die Roſi auf ein halbes Jahr in die Stadt gehen, und auch hiermit war ſie zu⸗ frieden, ſie war ſtolz darauf, eine Dame zu werden.

Das Treiben auf dem Oedhofe hatte längſt den Unwillen der Bauern in der Buchau erregt. Dazu kam noch der Roſi Verlobung mit dem Akkordanten und des Mädchens Hochmuth, das ſich von allen anderen Mädchen beneidet glaubte.

(Schluß folgt.)

Erinnerungen. LXXXII. 18561.

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Aus dem täglichen Leben des Papſtes. 121

Das tägliche Leben des Papſtes.

eber das tägliche Leben des Papſtes brachte das Magazin für die Literatur des Auslandes 38 nach dem Temps intereſſante Nachrichten, die wir hier im Auszuge unſeren Leſern mittheilen. G Um ſechs Uhr Morgens ſteht Pius 1X 3 auf und begiebt ſich in ſein Zimmer im Vatikan. Die Privatgemächer des Vatikans ſind ſämmtlich ſehl ſchön, reich vergoldet und mit Seide ausgeſtattet. Auf fallend könnte erſcheinen, daß ſie durchgehends nur einfache und ſelbſt ärmliche alte Schemel von bemaltem Holz ſtatt der Stühle haben. Die apoſtoliſche Demuth geſtattet keine Stühle. So iſt es auch auf dem Quiri nal, zu Caſtel Gandolfo und in allen päpſtlichen Reſi⸗ denzen. Um ſieben Uhr lieſt der Papſt in einer zur Seite ſeines Schlafzimmers gelegenen Kapelle die Meſſe Dasſelbe pflegen die meiſten Kardinäle und Biſchöfe zu thun. Sobald ein Prälat in Rom ein möblirtes Quartier bezieht, ſtellt er ſeinen kleinen tragbaren Altar in einen Schrank und lieſt die Meſſe daran. Der Kam⸗ merdiener dient als Miniſtrant. Beim Papſt iſt de Kammerdiener oder Cameriere ein Prälat, Prieſter oder Diakon. Es gibt im Vatikan zehn geheime Camerieri, Kammerherren und Prälaten des Palaſt⸗Dienſtes. Die vertrauteſten ſind in der Ordnung, wie ſie nach ihrem Alter kommen, die Monſignori Stella, de Mérode, Talbot, Ricci. Dieſe vier ſind ſtets um den Papſt, um ihm Geſellſchaft zu leiſten, ihn zu unterhalten, ſo gut ſie es vermögen, ſelbſt in ſcherzhafter Weiſe, denn im Privatleben iſt Pius IX. immer zufrieden und lächelnd. Um acht nimmt der Papſt das Frühſtück, welches aus Kaffee mit Sahne und einigem Backwerk beſteht. Dem Frühſtück wohnt nur Monſignor Stella bei, der dabei die Korreſpondenz öffnet und ſie vorlieſt oder auch nur einen Auszug daraus gibt. Stella iſt bereits ein Geiſt⸗ licher von einigen ſechszig Jahren, des Papſtes ehema⸗ liger Sekretär in deſſen Bisthum Imola, ein vertrauter Freund, und faſt könnte man ſagen, Kamerad des Papſtes, wenn ein Papſt Kameraden haben dürfte. Monſignor de Mérode iſt ein geborner Belgier, Talbot ein Engländer, und Ricci, ein noch ziemlich junger Mann, ein Italiener. Die Zeit des Frühſtücks iſt die gemüthlichſte Zeit während des ganzen Tages für den heiligen Vater. Iſt dasſelbe um neun Uhr beendet und die Privatkorreſpondenz geleſen, ſo tritt der Kar⸗ dinal Antonelli ein, der aus dem oberen Stockwerke herabkommt. Antonelli iſt unterwürfig, aber dabei feſt, ſanft, ſehr ſicher und nicht in Verlegenheit zu bringen, denn er weiß zu Allem Rath. Pius 1X. kann ihn nicht entbehren. Er iſt Santo Padre, Beatissimo Padre zu jeder Zeit, verſteht zu ſchmeicheln wie der beſte Hof⸗ mann, preiſt des Papſtes Geiſt, ſeine Detail⸗Kenntniß der Geſchäfte, kurz, er verſteht es, ſich beliebt und unentbehrlich zu machen. Die politiſche Unterhaltung des Papſtes mit ſeinem Miniſter währt ein oder zwei Stunden. Die Kammerherren, mit denen Antonelli auf ſehr gemüthlichem Fuße ſteht, unterbrechen ſie bis 16