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von eit das Ehren. dieſer gegen
Erinnerungen. FIIustrirte Blätter kür Brnsi und Bumor.
82. Band.
(Ein und vierzigſter Jahrgang.)
Heft IV.
Louiſe Meunier. Von P. D. (Fortſetzung.)
enés Bruſt war in tiefer Aufregung, wenn
auch ſeine Züge dieſelbe nicht verriethen. Er
gedachte der Leiden, die er bereits an Louiſe
entdeckt und er wußte es ihr Dank, daß ſie noch
ſo geblieben, wie er ſie beurtheilt, gut und un⸗
ſchuldig, ſanft, ſich ſelbſt zum Trotz und unge⸗
achtet der Nattern der Leidenſchaft, die ſich ſo vielmal ſchon in ſeinem Buſen regten und ihn ängſtigten.
Die Unterhaltung war zu Ende, das Thema er⸗
ſchöpft. Der junge Graf legte darauf die letzte Hand an
Friſur, Bart und Kravate und begab ſich zu Herrn
Erinnerungen. LXXXII. 1861.
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Meunier. Die Züge Louiſens im Augenblicke
ſeiner Ankunft konnten nur die tiefe Zuneigung, die er für ſie ſchon lange hegte, ſteigern. Noch nie hatte er ſie ſo ſchön, ſo liebenswürdig, ſo bezaubernd melancholiſch geſehen. Um ihre Taille, deren anmuthsvolle Nachläſſig⸗ keit die ganze Elaſticität ihres Körpers erſt ſo recht hervortreten ließ, fiel ihr ſchwarzes Barégekleid in ebenſo reichen als zierlichen Falten. Ihre Augen waren nicht rothgeweint, aber die ſchwerfällige, läſſige Bewegung der Augenlider bewies, daß ſie doch geweint hatte. Auch der Zuſtand, in dem ſich ihre Haare befanden, beſtätigten etwas Aehnliches. Sie rahmten in langen dicken Flechten die Wangen ein und bildeten ein wenig oberhalb des Nackens einen dichten Knäuel; und gerade in dieſer nachläſſigen Friſur lag ein überaus verführe riſcher Reiz.


