Nach dem Gewitter, Gedicht 113
Die Tropfen fallen langſam durch die Nacht, 7 N 1 ☛
Die ſchwüle Sommernacht, die bange ruht Die Wolken ſinken tief mit Uebermacht;
Da plötzlich zuckt empor des Blitzes Gluth
Es brechen wild die ſchwarzen Maſſen los, Tief hüllt das Dunkel Erd und Himmel ein. Die Wetter öffnen ihren Fluthenſchoß, Aufblitzt die Finſterniß in Flammenſchein.
Doch ſieh'! da theilet ſich der Regenflor,— Die Wolken ſchwinden all am Himmelszelt, Und aus den Wolken taucht in's reine Blau Es athmet neu beſeligt Wald und Flur, Der volle Mond in feuchtem Glanz empor V Und nach den Wettern, laſtend auf der Welt, Und gießt herab der Strahlen milden Thau. Erfüllet tiefer Friede die Natur.
So iſt's, wenn Thränen, welche weint der Schmerz, Ein neuer Lichtesſtrahl der Hoffnung ſtillt, So iſt es, wenn ein leidenſchweres Herz Ein treuer Freundesblick mit Troſt erfüllt.
Erinnerungen. LXXXII. 1861.
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