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Louiſe Meunier. 69
„Und Du könnteſt ihn lieben?“
„Ich werde ihn lieben, wie eine gute und zarte Gattin lieben muß, um ihm das Haus in Ordnung und hübſch propre zu halten, ihm ein recht weiches Nachtlager zu bereiten und das Mittagsmahl auf die Minute zu ſerviren. Lieben werde ich ihn, um ihm nach gethaner Arbeit ſüße Ruhe, auf dem Krankenbette liebe⸗ vollen Beiſtand, in ſeinen Berufsarbeiten Erleichterung, im Kummer Troſt und Erquickung zu gewähren.“
„Ja, jal und Du wirſt glücklich ſein,“ rief Louiſe aus, indem ſie die Hände krampfhaft faltete;„aber ich!“
„Glücklich! ich bin noch nicht ſeine Frau; mit mir verglichen iſt er reich; ſein Vater und ſeine Mutter ſind zu gut, als daß ſie mich nicht mit der größten Herzlichkeit aufnehmen ſollten; aber im Grunde, glaube ich, ſehen ſie in mir eine Gefahr für ihren Sohn und es würde ihnen wenig ſchmeicheln, wenn ſie mich ihre Schwiegertochter nennen müßten.“
„Was das betrifft, ſo darfſt Du kühn ruhig ſein; das wird ſchon alles nach Wunſch ſich geſtalten. Das Glück läßt nicht leicht Jemanden im Stich, dem es ſo freundlich die Arme entgegenſtreckt wie Dir. Das Schick⸗ ſal iſt launig, es iſt ein Weib; aber das Glück gehört einem Geſchlechte an, welches ſtets nur den Fortſchritt kennt.“
„Gut! wenn dem ſo iſt, warum ſteigſt Du nicht herab aus der ſchwindelichen Höhe Deines Stolzes, um ihm zu ſeinem Glücke zu gratuliren.“
„Wie? Willſt Du, er ſoll zu mir kommen? Das würde ich nicht überleben. Ich habe mich, ach wie oft! ſchon gefragt, was denn Alles ſo recht eigentlich zur Exiſtenz gehört. Das erſte Erforderniß iſt, daß man eine in Wahrheit, Geiſt und Herz veredelnde Erziehung genieße. Eine ſolche ward Dir in ländlichſittlicher Weiſe trefflichſt zu Theil; eine Andere wird ſie ſuchen in der Strenge der religiöſen Grundſätze, an die ſie ſeit der früheſten Kindheit gewöhnt wurde; eine nicht kleine Zahl, und darin ſind meiſt die niedern Schichten be⸗ griffen, kennt wiederum nur die Familienliebe. Die Einen ſind an ſtete Arbeit gewohnt, die Andern ſchwel⸗ gen in übertriebenem Luxus; ſie haben die Glücksgüter des irdiſchen Lebens gleichſam gepachtet. Ich allein hange an nichts; eine Waiſe, ward ich ebenſo wenig verzärtelt, als ich mich je erinnere, eine ſonderliche Protektion genoſſen zu haben; die Armuth fürchtete ich, den Reichthum haßte ich, und ſo ward ich ein Spielball des Zufalls; Elend oder Glück mußte mein Antheil werden; es war ein Hazardſpiel. So war mein Leben ein reines Nomaden⸗ und Sklavenleben. Nie liebte mich Jemand genug, um ſich um meine Seele zu küm⸗ mern; und von den Wogen des Schickſals umherge⸗ trieben, ſtehe ich da ohne allen Schutz; kein Herz ſchlägt für mich.“
Klärchen antwortete nicht, aber ihr Blick ent⸗ hielt offenbar einen leiſen Vorwurf.—
„Du haſt Recht,“ ſagte Lquiſe.„Iſt denn aber unſere Freundſchaft gar nicht in Anſchlag zu bringen? Freilich wird nie ein Dritter uns ſo verſtehen, wie wir uns verſtehen. Daß weiß ich, das gebe ich zu.“
Die beiden Freundinnen legten ihre Hände in einander; zu reden vermochte keine.
Klärchen nahm nun den abgebrochenen Faden der Erzählung wieder auf.
„Aber Deine Bildung? Deine Talente?“
„Meine Talente? Ueber das Wort will ich nicht mit Dir rechten. Ich habe ſie erworben unter der Herr⸗ ſchaft des Zwanges, mochte er nun von Menſchen aus⸗ gehen oder in den Verhältniſſen liegen. Ich habe ſie auch nie für etwas anderes gehalten, als für Mittel, mich zu knechten; Geiſt und Körper habe ich ihnen zum Opfer gebracht, aber meine Seele nie!“
„Nicht doch! Du thuſt Dir ſelbſt das ſchreiendſte Unrecht; aber die Liebe wird Dir die Achtung vor Dir ſelbſt zurückgeben, wird Dir eine Vergangenheit und eine Zukunft ſchaffen; ein ſo ſchönes treffliches Weſen⸗ wie Du muß Liebe finden. Doch halt! Was macht denn Dein liebenswürdiger Burgvogt?“
„Ich habe nichts von ihm gehört, ſeit ich Dir zuletzt ſchrieb. Aber was kümmert's mich? Was habe ich für ein Intereſſe daran? Was geht er mich per⸗ ſönlich an?“
„Aber wenn er Dich liebte?“
„Wie kannſt Du ſo etwas denken?“
„Wenn er Dich heiratete?“
„Iſt das ein thörichter Einfall!“
„Wenn es nun aber endlich doch wäre?“
„Wenn es auch ſeinerſeits kein Hinderniß gäbe (es gibt deren aber hundert und tauſend), eines liegt gewiß in meiner Vergangenheit und— das dürfte unüberſteiglich ſein.“
„Was denn? Eine Erinnerung? Das iſt etwas für Kopf und Herz. Hätte ich eine und wäre ſie ſüß und wohlthuend, ſo würde ich ihr mein Leben opfern; wenn ſie aber, im Gegentheile, nur grauſame Pfeile gegen mein Herz richtete, ſo würde ich mich ihren Qualen mit der größten Reſignation, ja vielleicht mit einer gewiſſen Begeiſterung hingeben, bis mir der Tod Erlöſung brächte. Aber nein! ich habe in meinem ganzen Leben keine Erinnerung; wohl aber Kummer, Reue, ja vielleicht auch Scham; und doch, glaube mir, Klärchen, bin ich ſo rein, ſelbſt in meinen Gedanken, wie ein Kind, das die Mutter nie aus den Augen verliert, das außer ihrem Schoße und ihrer Hand nichts kennt.“
„Wenn Du ſo ein reines unſchuldiges Gewiſſen haſt, da achte ich alle Hinderniſſe gering; wir werden darüber noch weiter ſprechen, nicht wahr, Louiſe?“
„Ich weiß nicht.“
„Ich bitte Dich, überlaß' Dich nur nicht weiter Deinen Grillen und ſchwarzen Phantaſien. Komm,, meine Liebe, komm' mit mir auf unſern Pachthof. Wir werden uns ein Plätzchen ſuchen unter dem Mantel des großen Kamins; das Knattern des Feuers wird unſer Herz erfreuen; wir werden Kartoffel unter die Aſche legen und ſüße Aepfel auf dem Roſte braten und uns an dieſem delicieuſen Imbiß recht königlich weiden. Alſo ſteh' auf und geh mit.“
Die Beiden ſchlugen bald darauf ihren Weg ein, quer durch die Felder nach dem Pachthofe des Herrn


