Feuilleton.
Gemeinnütziges.
Die bekannte Handlung von Iules Le Clerc in Berlin läßt jetzt Stahlfedern verfertigen, deren geſpaltener Schnabel aus Glas beſteht(Kryſtallfedern), und eine andere Sorte, deren Spitze mit einem Diamantſplitter befetzt iſt(Goldfedern). Letztere Feder kann durch einen Regulator weicher und härter gemacht werden.
In der Schuhmacherei wendet man jetzt ſtatt der Holznägel mit einer Schraube verſehene Meſſingſtifte an, um die Sohle mit dem Oberleder feſt zu verbinden Die Arbeit wird durch eine Maſchine beſorgt, welche ſo viel leiſtet, wie drei bis vier tüchtige Arbeiter. koſtet bei Lemercier in Paris 1000 Francs. Derſelbe hat binnen zwölf Monaten 178 Stück verkauft. Die Schräub
chen ſtehen in ſo vielfacher Verbindung mit dem Leder,
daß ſie nie herausfallen können.
Ein Schutzmittel gegen Ameiſen. In den heißen Sommermonaten ſind die Ameiſen, vorzüglich auf dem Lande, den Hausfrauen um ſo unwillkommenere Gäſte, da ſie ſich beſonders dort einfinden, wo Eßwaaren, na⸗ mentlich Süßigkeiten, aufbewahrt werden. Sie erſcheinen oft in ſolcher Menge, daß die Speiſen verderben. Um dieſe Thierchen von den Speiſen fern zu halten, ſetzt man das Gefäß, in welchem ſich die Speiſe befindet, auf Aſche und beſtreut noch ringsumher den Tiſch mit etwas Aſche. Gebraucht man dieſe Vorſicht, ſo wird keine Ameiſe der Speiſe ſich nähern. Worin die Schutzkraft der Aſche be⸗ ſteht, hat man bis jetzt noch nicht ermittelt.
Einen ſehr guten Porcellankitt erhält man, wenn man 20 Theile gebraunten Gyps mit 5 Theilen arabi⸗ ſchen Gummi's mengt und dieſes mit Waſſer zu einem ſteifen Brei anrührt. Will man den Kitt von ſogend einer Farbe haben, ſo kann man den gewünſchten⸗ Farbeſtoff dem Brei zufügen.
Um alter Seide Glanz zu geben, laſſe man Kaffee⸗ ſatz mit Waſſer aufkochen, gieße es durch ein Tuch und löſe darin ein wenig arabiſches Gummi auf. In dieſe Miſchung taucht man die Seide, ringt ſie aus und bü⸗ gelt ſie auf der umgekehrten Seite. Natürlich eignen ſich für dieſes Verfahren nur dunkle Farben. Helle Farben behandelt man auf dieſelbe Weiſe mit reinem Gummi⸗ waſſer.
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Ein Stück.
Statiſtiſches.
Das älteſte Kaffeehaus Wien’s hat aufgehört zu ſein. Dasſelbe, in der Nähe der Ferdinandsbrücke, rechts, gelegen und den älteren Bewohnern Wien's als Hungel⸗ mann'ſches, den jüngeren als Moſer'ſches und endlich Römer'ſches Kaffeehaus bekannt, befand ſich in demſelben Lokale ſeit 1703, alſo faſt ununterbrochen 160 Jahre. Zur⸗ Zeit ſeiner Begründung hieß es„Kaffeehüttel.“
Die„Auſtria“ gibt eine Ueberſicht der Breun⸗ ſtoff⸗ und Taglohnpreiſe an verſchiedenen Orten des öſter⸗ reichiſchen Kaiſerſtaates zu Anfang des Monats Juni 1861. Hienach koſtete die Wiener Klafter hartes Brennholz zu 36 Zoll Länge in Wien 26 fl., in Prag 19 fl., in Bo⸗ zen 18 fl., in Krakan 16 fl., in Brünn 16 fl., in Trieſt 15 ½ fl., in Olmütz 13 ¾ fl., dagegen in Leibach nicht ganz 10 fl., in Gratz 10 ½ fl., in Hermanſtadt 9 ½ fl., in Raguſa 8 fl., in Reutte(Tirol) 6 fl., in Teſchen 5 ¾ fl., in Radautz(Bukowina) gar nur 3 ¾ fl. Der höchſte Preis des weichen Brennholzes ſtellt ſich abermals in Wien heraus, mit 17 fl., der niedrigſte wieder in Radautz mit 3 fl.(Aus Böhmen erſcheinen folgende Holzpreiſe no⸗ tirt: Hartes Holz, Prag 19 fl., Elbekoſteletz 15 fl., Leit⸗ meritz 14 fl. 88 kr., Piſek 12 fl. 96 kr., Klattau 9 fl. 60 kr.; weiches Holz, Prag 13 fl. 86 kr., Elbekoſteletz 13 fl. 50 kr., Leitmeritz 12 fl. 60 kr., Piſek 10 fl. 8 kr., Klattau 8 fl. 40 kr.)— Der Taglohn eines gewöhnlichen Ar⸗ beiters ohne Verköſtigung iſt am höchſten notirt bei Fiume, nämlich 1 fl. 10 fr.— 1 fl. 50 kr., ſodann kömmt Bozen mit 1 fl. 5 kr., Wien mit 70 kr.,— 1 fl., Prag mit. 63— 84 kr., Koſtainica(Mütrargrenze) 75— 85 kr., Reutte 70—80 kr., Trieſt 80 kr., Raguſa 87%. Beſlach 70— 75 kr. Im Uebrigen variiren die Taglöhne zumiſt zwiſchen 30— 60 kr.(Aus Ungarn und der Wojwodina ſeac die betreffenden Eingaben nicht nach Wien gelangt.).
Lebensmittelverbrauch in Wien. Nach einer vor Kurzem gemachten ſtatiſtiſchen Berechnung verzehren die Bewohner Wiens jährlich im Durchſchnitt 350,000 Eimer Wein, 1 Million Eimer Bier, 98.000 Stück Rindvieh, 140.000 Kälber, 100.000 Schafe, Hammel, Ziegen, Läm⸗ mer, Spanferkel und Friſchlinge, 100.000 Schweine, 330.000 Gänſe, Kapaune, Enten, Truthühner, 1,300.000 Paar Hühner und Tauben, 6000 Hirſche, Wildſchweine, Rehe und Gemſen, 180,000 Haſen, 50.000 Faſanen, Schnepfen und Birkhühner, 70.000 Rebhühner und Wild
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