Heft 
(1861) 2 02
Seite
49
Einzelbild herunterladen

wein⸗ ch ſitzt,

t. Da

einem

g zum ſollen hübſch kkel der lle ge⸗ dafür ten im lle der rbeits⸗ im be⸗ iſt ein Maen,

K M Bäder, der bon vurden. Bade⸗ er, und Bad am ttel. In merigen, ls allge⸗ ublikum eht und adegäſte

in den es Feſt, tt wird. uſchauer icht aus, ſchlechte entlong on denen dere, und oderwelb der Ju⸗ Ungü- hne Füße hon von den ihre ſcch ar über o

Die Tataren der Dobrudſcha. 47

Während die Proceſſion im Waldkirchlein ſingt und betet, wogt durch die Budenveihen vor und um dieſelbe ein geräuſchvolles Jahrmarktsgetümmel. Da kann man kaufen, was man wünſcht, Schmuck, Kleider, Naſch⸗ und Spielwaaren, Wein, Wurſt, Brod, Gläſer, Flaſchen und Waſſer; die Bauern halten in großen Fäſſern Wein und Waſſer, Bier und Branntwein feil. Unter den Bäumen lagern eſſende, trinkende, ſingende und ſcherzende Gruppen, Drehorgeln ziehen von Gruppe zu Gruppe, Bettler halten Nachleſe, Gaukler zeigen Kunſtſtücke.

Das eigentliche Feſtleben aber entfaltet ſich in den Wirthshäuſern, welche näher an Peſt liegen, beſonders auf der Wieſe des Leopoldifeldes, wo Tauſende ſich durch⸗ einander drängen, im Graſe lagern, tanzen, ſpielen, oder ſich am Zuſchauen vergnügen; Zigeunerbanden ſpielen und laden ſich hier und da zu Gaſt, denn ſie ſind an jedem Tiſche willkommen, Tauſende ſtrömen ab und zu, wogen in den Baumgängen auf und nieder, Wirth und Kellner ſind betäubt von dem Lärm und Trubel, werden betrogen und betrügen, um den Schaden einzubringen, Hauſirer aller Art durchſtreifen die Reihen der Liſche, Lotterieſpiele werden arrangirt, Händel brechen aus und werden geſchlichtet, und dieſes Treiben dauert bis in

den ſpäten Abend hinein.

Hier in dem ſonnigen Süden lebt der Menſch gern im Freien, iſt heiter und guter Dinge, da ihm ſo viele Herrlichkeiten zuwachſen, um welche der Landesbewohner von anderen Völkern beneidet wird. Aber allgemein hört man die Klage, daß die frühere Heiterkeit und Lebens⸗ nuſt, Geſelligkeit und Offenheit verſchwunden ſind. (Eur.)

Die Tataren der Dobrudſcha.

Hie Auswanderung der muhammedaniſchen Tata⸗

ren aus der Krim iſt gegenwärtig eine vollendete

20 Thatſache. Sie war bekanntlich eine Folge des letzten orientaliſchen Krieges. Bei ihrem Ein⸗ marſch in die Krim hatten die Führer des fran⸗ zöſiſch-⸗engliſchen Heeres einen Aufruf an die Tataren erlaſſen, ſich ihnen anzuſchließen, und dies war denn auch allgemein geſchehen. Beim Friedensſchluſſe hatte man ſich dieſer Bundesgenoſſen annehmen müſſen und ihnen Freiheit der Auswanderung ausbedungen. Viele waren noch während der Belagerung von Seba⸗ ſtopol fortgezogen, die übrigen folgten im Laufe der nächſten Jahre. Ihren Höhenpunkt erreichte dieſe Wan⸗ derung eines ganzes Volkes im vorigen Sommer. Die Ruſſen berechnen die Zahl der Tataren, die 1860 in

ihre neuen Wohnſitze überſiedelten, auf 230.000 Köpfe.

Allein im Hafen Eupatoria ſchifften ſich 81.000 Män⸗ ier, Frauen und Kinder ein und nahmen 13.700 Rin⸗ wer, Pferde, Kameele und Schafe mit an Bord.Volks⸗ ſſſen, ſchreint ein Augenzeuge, deſſen Bericht die hoch wor⸗ itUnſere Tage aufgenom⸗

frinner. 4

men hat,welche auf Nimmerwiederſehen ihre Geburts⸗ ſtätten verließen und einem ungewiſſen Schickſal in der Ferne entgegengingen, zogen von allen Seiten durch die Thore der Stadt; ſie erſchienen mit allerlei Arten von Transportmitteln und Zugvieh. So drängten ſie ſich durch die engen Straßen von Eupatoria dem Hafen zu. Dieſe Karawanen zeigten eine ganze Bevölkerung in Bewegung, wie ſie alle Habe der häuslichen Einrich⸗ tung, ihr Ackergeräth, ihre Vorräthe, ihr Geflügel, das nöthige Zugvieh u. ſ. w. mitnahmen. Mit einem Worte, es war wie zu den Zeiten der Erzväter. Der kleine Reſt der Tataren, der im vorigen Sommer wegen Mangels an Schiffen zurückbleiben mußte, hat in dieſem Frühling die Heimat auch verlaſſen. Rußland iſt durch dieſe Auswanderung um 321.000 Men⸗ ſchen ärmer, die Türkei um eben ſo viele reicher ge⸗ worden.

Die Dobrudſcha, in der die fortgezogenen Tataren jetzt wohnen, iſt nicht die Wüſte, für die ſie ſeit dem hirnloſen und darum ſchrecklich verunglückten Zuge des Generals Espinaſſe in der erſten Zeit des orientaliſchen Krieges gilt. Sie iſt verwahrloſt, enthält aber frucht⸗ bare Gefilde genug, denen nur die fleißige Hand des Menſchen fehlt. Ob die Tataren die rechten Leute für die Urbarmachung eines ſolchen Gebietes ſeien, möchten wir bezweifeln. Eine auf eigener Anſchauung beruhende Charakteriſtik dieſes Volksſtammes, die wir in dem zweiten Bande von WutzersReiſe in den Orient Curopa's und einen Theil Weſtaſiens(Elberfeld, in der Bädeker'ſchen Buch⸗ und Kunſthandlung) finden, beſtätigt die ungünſtigen Urtheile, welche frühere Schrift⸗ ſteller über die Tataren gefällt haben. Der Verfaſſer, deſſen gediegenes Werk die weiteſte Verbreitung ver⸗ dient und in den Händen eines Jeden ſein ſollte, dem es um eine genaue Kenntniß der wirklichen Zuſtände des Orients zu thun iſt, verkehrte mit den Tataren längere Zeit. Was er über ſie ſagt, theilen wir in dem Folgenden mit.

Die Tataren bilden in der Gegenwart einen Menſchenſtamm, in welchem häßliche Körperformen die ſeltenere Ausnahme machen. Sie ſind meiſtens hoch und ſchlank gewachſen. In ihrer Haltung zeigt ſich eine Art von Selbſtbewußtſein, die auf Ueberſchätzung ihrer eigenen Perſon hindeutet. Ein großes, ſchwarzes Auge, eine lange, ſchwach gebogene Naſe, ſtarker Bart an der Oberlippe, glattes Kinn, bilden eine vortheilhafte äu⸗ ßere Erſcheinung. Aber der Tatar iſt unreinlich und unordentlich. Ein tatariſches Dorf läßt ſich von ferne her durch den Geruch erkennen. Die Fortſchaffung von Thierleichen, die auf der Straße herumliegen, wird den Hunden und Raubthieren überlaſſen.

Die Trägheit der Tataren iſt in Rußland ſprich⸗ wörtlich. Sie ſind unſäglich faul. Der arme Tatar arbeitet nie für Tagelohn. Leibeigenſchaft exiſtirt bei den ruſſiſchen Tataren nicht. Außer den vorgeſchrie⸗ benen Gebeten in der Moſchee beſorgen ſie nur den Viehſtand. Bodenkultur liegt ihnen ſehr fern. Die Steppe gewährt Viehfutter ohne ſie. Getreide, Reis, Tabak und Kleider kaufen ſie wohlfeil. Sie ſind alſo