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Alfred Aſſolant:
Der Jakobiner. 39
„Sind Sie ſchwer verletzt?“ fragte ſie.
„Ich weiß es nicht,“ antwortete Roland;„ich halte mich mit vieler Mühe aufrecht.“
„So ſtützen Sie ſich auf mich und folgen Sie mir.“
Mit großer Vorſicht ſtiegen ſie den Felſen hinab, bis ſie in eine Höhle gelangten, wo vor den über⸗ wuchernden Schlinggewächſen die Sonne kaum Zutritt fand. Hier legte ſie den Verwundeten nieder.
„Bleiben Sie hier und rühren Sie ſich nicht,“ ſagte ſie.„Ich will ins Schloß zurück und Eßwaare und Leinwand holen. Geben Sie nur Antwort, wenn ich Sie rufe. Ich werde Ihnen Nachricht von Ihrem Onkel und der Couſine bringen.“ Während ſie ſo ſprach, verband ſie ihm mit Geſchicklichkeit ſeine Wunde und eilte dann, aber auf einem andern Wege, als auf dem ſie gekommen waren, dem Schloſſe zu. Hier fand ſie die größte Beſtürzung unter den Dienern. Ademar, welcher die bewaffnete Menge trotzig empfangen und als man ihm auf den Leib rückte, ſich mit den Waffen zur Wehr geſetzt hatte, war von einem der fallenden Flintenſchüſſe zu Boden geſtreckt worden und Barré hatte die Tochter als ſeine Gefangene erklärt. In der Eile waren zwei Sänften fabricirt worden, auf deren einer man Ademars Leichnam, auf der andern die ohnmächtige Louiſe nach Dives hinabtrug. In Dives wurde das Fräulein in das Stadtgefängniß, einem alten Thurm aus der Sarazenenzeit, geſchloſſen.
Barré triumphirte nun ohne Hinderniß. Er glaubte an dem Ziele ſeiner Wünſche zu ſein. Vergebens proteſtirte der Staatsanwalt gegen die Haftnahme; Barré wußte den redlichen, aber ſchüchternen Mann durch die Drohung, ſein belauſchtes Geſpräch mit Ademar dem Revolutionskomité anzuzeigen, ſo in Furcht zu jagen, daß der gute Karl Reynier nichts Eiligeres zu thun hatte, als ſein Amt niederzulegen, um ſich dann durch die Flucht jeder Verantwortung zu entziehen. Nur auf ſeinen Bruder Heinrich, der ſich auf dem Rückzuge von Mainz in Metz auffhielt, ſetzte er einige Hoffnung, daß es dieſem gelingen könnte, Louiſe zu retten. Unverzüglich eilte er, ohne
Tag und Nacht ſich Ruhe zu gönnen, zu demſelben
und ſchilderte ihm, wie Barré in Dives hauſe und in welcher Gefahr Louiſe ſich befinde. Dieſer Bericht empörte den ebenſo rechtlich denkenden, wie ausneh⸗ mend verliebten Kriegsmann auf das Höchſte, und ſofort führte er ſeinen Bruder zu dem Repräſentanten Merlin von Thionville, der ſich bei der Armee befand.
Der ehemalige Staatsanwalt beglaubigte ſeine Ausſagen durch überzeugende Belege und ſo fiel es nicht ſchwer, daß ſich Merlin, der überdies dem jungen Reynier ſehr zugethan war, beſtimmen ließ, dem tapfern Freunde einen zweimonatlichen Urlaub zu ge⸗ währen und noch ein Blatt Papier folgenden Inhalts mit auf den Weg zu geben:
„Im Namen der Republik!
Befehl an das Revolutionskomité, auf der Stelle
die Bürgerin Louiſe, ehemalige Gräfin von Dives,
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in Freiheit zu ſetzen und den Bürger Barré, Diſtrikts⸗ adminiſtrator, in Haft zu nehmen.
Der Bürgerrepräſentant des Konventes in außer⸗ ordentlicher Miſſion
Merlin von Thionville.“
Dieſe Zeilen thaten Wunder. Kaum war Heinrich Reynier damit in Dives angelangt, thaten ſich für Louiſe die Thüren des Kerkers auf, Barré aber wurde zum Jubel der Bürger, die ſeines tyranniſchen und habgierigen Regimentes längſt müde waren und es nur aus Furcht ertragen hatten, nach Paris in die Conciergerie geſchafft.
Zwei Tage nach der Befreiung reichte Louiſe ihrem Heinrich die Hand. Die Verbindung erfolgte ohne Ceremonien, denn im Jahre 93 eilte man zu leben und glücklich zu ſein, da man eben des Lebens und Glückes nie recht gewiß war. Die Güter des Grafen von Dives, welche Louiſe erben ſollte, waren zwar vom Staate konfiscirt worden und blieben es, aber die jungen Gatten verſchmerzten in ihrem idealen Glücke gar leicht den materiellen Verluſt.
„Ich habe hunderttauſend Francs,“ ſagte ſich Reynier,„das iſt genug für Louiſe und mich. Sie iſt zwar eine geborne Gräfin, aber ſie hat bür⸗ gerlichen Sinn und wird ſich auch in kleiner Haus⸗ haltung behagen. Sobald ich als Soldat meinen Ab⸗ ſchied habe, laſſe ich mich als Arzt in der Provinz nie⸗ der. Das iſt zwar keine glänzende Stellung, aber ſie kann Brod und Zufriedenheit geben.“
Auch Roland heiratete und zwar ſeine Verlobte, Sara von Kransperg, die ihm bis nach Dives nachreiſte. Sie kam kurz nach Reyniers Ankunft in Dives an und traf den glücklichen Zeitpunkt, als Ro⸗ land, den die Zigeunerin in ein Bauernhaus ge⸗ bracht und bald darauf einem ſchmucken Reitersmanne zu Liebe verlaſſen hatte, ſich entſetzlich langweilte. Um dieſem peinlichen Zuſtande zu entgehen, nahm er die ſchöne Sara zum Weibe und reiſte mit ihr nach Spa⸗ nien. Unter dem Konſulate kehrte er wieder nach Frank⸗ reich zurück, wurde dort Senator Napoleons, Pair der Reſtauration und Julirevolution und diente ſo allen Regierungen der Reihe nach, von Allen wegen ſeiner Geburt, ſeines Vermögens und ſeines glücklichen Char⸗ akters gern geſehen.
Der Moral zu Liebe ſollten wir ſagen, daß Barré auf der Guillotine den Kopf verlor; aber als Hiſtoriker müſſen wir berichten, daß er bis zum 9. Ther⸗ midor im Gefängniſſe blieb, dann ſich für ein Opfer Robespierres ausgab, Präfekt und Freund von Cambacéréès und Fouché wurde und als Pair von Frankreich ſtarb,„reich an Jahren wie an Tugen⸗ den“, wie ein hoher Kollege bei ſeiner Leichenrede ſich ausdrückte.
Reynier allein kam nicht zu Reichthum und Anſehen. Der ehrliche Jakobiner war einer der tapfer⸗ ſten Soldaten der„unüberwindlichen Sambre⸗ und Maasarmee“, nahm ſeine Entlaſſung beim Frieden zu⸗ Amiens, wurde wieder Arzt und beſchäftigte ſich einzig mit ſeinen Kranken, ſeiner Frau, die er anbetete, und


