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Annaberg nächſt Eger.
Hiſtoriſche Skizze von Alois Gärtner.
Der Annaberg, eine Stunde nordweſtlich von 2Eger, iſt einer der längſten Ausläufer des Fichtel⸗ gebirges. Auf dieſem Gebirgsarme finden wir P die alte Pfarrkirche zu St. Anna, deren Entſte⸗ 35 0 hung ich hier ſammt ihrer nächſten Umgebung ) mit Zugrundelegung authentiſcher Aktenſtücke zu ſkizziren verſuche. Am tiefer gelegenen Theile des ſogenannten Grün⸗ berges wurde zu Ehren der heiligen Mutter Anna im
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Erinnerungen. Illuſtrirte Blätter für Ernſt und Humor.
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präſentanten der Stadt gedrungen ſahen, dieſe Kapelle in eine geräumige Kirche umzubauen, welche auch im
Jahre 1691(durch die Egerer Bürgermeiſter Herren
Ignaz Maximilian Werndl von Lehenſtein, Johann Adam Walter von Waldbach, Johann Thomas Reichel J. U. C. und Johann Philipp Martin von Pagrath) zur Vollendung kam.
Dieſe neugeſchaffene Kirche(ſo wie die frühere Kapelle) war nun ein Aſyl für die wenigen dem Glau⸗ ben treu gebliebenen Katholiken, als in Eger und im Egerlande der Proteſtantismus tiefe Wurzeln geſchlagen und als die Stadtpfarrkirche zum heiligen Niklas zu einer proteſtantiſchen Stadtkirche umgeſchaffen worden
Annaberg nächſt Eger.
Jahre 1518 von der Stadt Eger eine Kapelle erbaut, welche von frommen Egeranern öfter im Jahre, beſon⸗ ders aber am 26. Juli als am Gedächtnißtage dieſer Heiligen, in einer feierlichen Proceſſion beſucht wurde.
Im Jahre 1561 ſammelten die Egerer Raths⸗ herren von allen Frauen, welche„Anna“ hießen, Geld, und ließen davon dieſes Bethaus verſchönern und die unvollendeten⸗Theile vollenden. Ein aus dem Egerer Franziskanerkloſter entlaſſener Laienbruder übernahm die Obſorge über dieſes Kirchlein, und bewohnte eine ihm am Grünberge erbaute Eremitage.
Von Jahr zu Jahr wuchs aber die Zahl der Ver⸗ ehrer der heiligen Anna, ſo daß ſich die damaligen Re⸗
war. Damit nun in jener katholiſchen Zufluchtsſtätte der Andacht in jeder Beziehung Rechnung getragen werde, wurde nach Abſchaffung der lutheriſchen Lehre von der Stadt Eger(anno 1701) die Eremitage in eine ordentliche Prieſterwohnung umgebaut, welche zwei Prieſter und zwei Laienbrüder aus dem Egerer Fran⸗ ziskanerkloſter über Anſuchen des Magiſtrates und der hierauf erfolgten geiſtlichen Genehmigung bezogen. Dieſe Geiſtlichen hatten die Verpflichtung, täglich heilige Meſſe zu leſen und alle Sonn⸗ und Feiertage eine Predigt für das Volk zu halten, welche Ordensver⸗ pflichtung durch den daſigen A. R. P. Provincial P. Marcellino Wedel ſchriftlich angelobt wurde.
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