Erinnerungen.
Mlustrirte Mläkler für SBrnel und Bumor. 82. Band.(Ein und vierzigſter Jahrgang.) Heft I.
Der Jakobiner. Erzählung von Alfred Aſſolant. (Fortſetzung.)
Vm Morgen darauf kaufte er ſich das ſchönſte Pferd, das in Koblenz aufzutreiben war, und be⸗ eilte ſich, zur beſtimmten Stunde bei Sara zu ſein. Sie erwartete ihn ſchon in prächtigem Reit⸗ kleide, das ihr ſehr gut ſtand. Sie galoppirten einige Zeit neben einander ohne ein Wort zu ſagen. Sara brach zuerſt das läſtige Schweigen.„Wie iſt die Natur ſo ſchön!“ rief ſie aus.
Erinnerungen. LXXXII. 1861.
„Ach was würden Sie erſt ſagen,“ bemerkte Ro⸗ land,„wenn Sie Verſailles in all ſeinem Glanze geſehen hätten. Da wurde die Natur geleitet, geregelt und verbeſſert durch das Genie des Menſchen. Die Natur an dieſen Rheinufern nimmt ſich dagegen wie eine Land⸗ ſchöne gegen eine Dame von Bildung aus.“
Er brach ab, denn er merkte, daß Fräulein von Kransperg etwas ganz anderes als ein Lob der Gär⸗
„ten in Verſailles erwartet hatte. Sara wurde ſeine Verlegenheit inne und brachte ihn freundlich wieder auf den rechten Weg, indem ſie ſagte:„O, wenn Sie mich liebten, würden Sie für den alten Rhein, an dem meine Heimat liegt, ebenſo eingenommen ſein wie ich, und Sie ſprächen mit mir die ſchönen Worte der Ruth zu Noemi:;


