Aus dem ſiebenbürgiſchen Sachſenlande. 13
Kommt man von ungefähr zwiſchen zwei Schwe⸗ nacht. Vielverbreitet in dieſen Nächten mit Ausnahme
ſtern oder unter den Spiegel(die gewöhnliche Stelle V der Chriſtnacht iſt das Bleigießen, wobei in der Andreas⸗
für ein ſtädtiſches Brautpaar) zu ſitzen, ſo wird man Braut oder Bräutigam.
anſchneiden kann.
nacht während dieſes Aktes ein bloßer Fuß(hie und da in Deutſchland die ganze Perſon nackt) auf die Bettſtatt geſetzt wird unter den bekannten Worten:
Bettſtatt, ich tritt dce
jerblätteri 4 fü Heiliger Andreas, ich bitt' dich,
Vierblätterigen Klee finden bedeutet Glück, doch Laß mir heint Nocht erſcheinenn
darf er nicht über’s Waſſer getragen werden. Den Allerliebſten meinen!
Reif zum Heiraten iſt, wer einen Leib Brod gerade
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Ledige Sachſen aus Siebenbürgen.
Wünſcht man ſich plötzlich etwas beim Fall einer In der Neujahrsnacht geht man zu einem Holz⸗ Sternſchnuppe, ſo geht es in Erfüllung. lager und nimmt, was man mit beiden Armen faſſen Wer ein erloſchenes Licht wieder anblaſen kann, kann, Holz aus demſelben: ſind die Scheite gepaart, ſo wird Pfarrer oder Pfarrerin. heiratet man nächſtes Jahr, im Gegentheil nicht.
Stellen ſich derartige Vorbedeutungen nicht ein, Auch gehen die Mädchen ſchweigend zu einem
ſo wird geradezu das Orakel befragt. Die hiebei be⸗ Brunnen, ſchöpfen Waſſer, klopfen ein friſch gelegtes Ei⸗ deutungsvollſten Nächte ſind: die des Andreas und in dasſelbe und deuten aus den bis Morgen ſich bilden⸗ Thomas, dann die Chriſtnacht und Neujahrs⸗ den Figuren das Geräthe oder Geſchäft des Zukünftigen.


