Heft 
(1858) 7 07
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Thomas, die Büchſe Schrubbs auf der

Schulter, träumeriſch umher und ließ ſei Phantaſie in Indiens fabelhaften Gefild ſchwärmen, von welchen Schrubbs ihm ſchöne Bilder vorzuführen wußte, als er plö lich von einem ängſtlichen Geſchrei aus d

Ferne aus ſeinen Träumereien geweckt wurde.

In einem entfernten Theile des Parkes hielt der Edelmann eine Herde Stiere, die er en ließ, und die manch⸗ ch zeigten, ſo daß außer and dahin ſeine Schritte einen reichgekleideten

aus Schottland kon mal ſich höchſt gef den Jägern ſelte lenkte. Thoma Herrn ſmit einem

ohnmächtig liegende

Mädchen in den Ar i, vor einem ihn ver⸗ ſapenen Pathan ſchnaubenden Stiere angſt⸗ och einige Minuten und Beide

mußten ein Opfer des gehörnten Feindes wer⸗ den; ſchon hörte man deutlich das Schnauben

voll fliehen;

des Thieres, der Lauf des Fliehenden wurd

langſamer und beſ werlich, als in dieſem entſetzensvollen ute plötzlich ein Schuß

ſtürzte zu Boden, er erhob

krachte; der ſich, ſank wieder und wälzte ſich röchelnd au der vom Blute ſich färbenden Erde umher die Kugel ging durch die Luftröhre.

Derr glückliche Schütze, von dem Erfolge ſelbſt überraſcht, blieb auf ſeine Büchſe geſtützt ſtehen. Der gerettete Herr legte ſeine theuere

Laſt vor ihm hin auf die Erde. Junger Mann, rief er,Ihr ſeid vom Himmel geſandt, um mein und meines Kindes Leben zu retten. Womit kann ich Euch dieſe That vergelten? Thomas hatte noch nie einen ſo vorneh⸗ men Herrn und ein ſo ſchönes Mädchengeſicht geſehen; ſie mochte ungefähr zwölf Jahre alt geweſen ſein, trug ein Kleid von blaßrother Farbe, was die Aufmerkſamkeit und die Wuth des Stieres erregt haben mochte. Als ſie ſich erholt hatte, führte ſie der Vater dem jungen Manne zu, welchem ſie ihre Händchen entgegen⸗ ſtreckte, die Thomas ſchüchtern in ſeine Hand preßte. Dieſe Berührung erregte in ihm die an⸗ genehmſte Empfindung, der er ſich je bewußt geworden war. Wie iſt Euer Name, Mann? fragte ihr Vater. Thomas Clive, Euer Gnaden. Thomas Clive, ich bin Euch für mein ganzes Leben verpflichtet; ich weiß nicht wie ich Euch danken ſoll, nehmt dieſen Ring als An⸗ denken dieſer merkwürdigen Stunde. Mit die⸗ ſen Worten überreichte er ihm einen Goldreif, den ein koſtbarer Rubin zierte.Wenn Ihr je nach London kommt, ſo ſucht dort das Haus des Oberſten Murrey, es ſoll Euch der glänzendſte Empfang werden und in jeder Lage Eueres Lebens könnt ihr auf meine wärmſte Unterſtüz⸗ zung rechnen. Wir wohnen im Gaſthofe des Dorfes, und verirrten uns hier bei einem Spa⸗ ziergange. Ich erwarte Euch noch heute, wir wollen uns näher kennen lernen. Mit dieſen Worten kehrten ſie in's Dorf zu⸗

werther junger

deutliche Spuren ſeines Standpunktes bezeichne⸗ ten. Im Widerſpruche zu ſeiner erbärmli Ausſtattung zeigte das Haupt, von dem ein alter

Strohhut abgenommen war, ein edles Bild. trat bis auf Weiteres in das Eine reiche Fülle blonder Locken umrahmte eine mo

ne en ſo b⸗

er

niſſe ſeiner Familie und verſprach ſich morgens bei ſeinem Vater einzufinden. Allein wie manche glänzende Ausſicht ſich bald in Nebel löſt, ſo mußte auch dieſes erfreuliche Ereigniß in nichts zerfließen. Der Obriſt erhielt noch in der folgenden Nacht wichtige Briefe, die ihn nach London unverweilt zurückzukehren beſtimm⸗ ten. Thomas hörte nichts weiter von ihm, ihm

Gaſthofe einſtellte, erfuhr der Obriſt die Verhält⸗

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geiſtvolle Augen glänzten, die mit forſchendem Ausdrucke die Anweſenden betrachteten.

Die ſtille Ruhe dauerte fort; es lag etwas Peinliches in der Stellung des Fremden. End⸗ lich erhob ſich der ewig lächelnde Joſef Cold⸗ man und begrüßte den Ankömmling mit einem ausdruckloſenGuten Abend, Vetter, indem er ihm die knochige Hand zum Gruße hinſtreckte.

blieb nur die Erinnerung an die ſchöne Prin⸗ zeſſin, wie er ſie nannte, ſo wie der Ring, den er ſorgfälltig wie ein Heiligthum aufbewahrte. n

3.

Drummond's Verhältniſſe machten pro⸗ greſſive Fortſchritte, er hatte im letzten Jahr

e zwanzig Tauſend Pfund realiſirt; ſein Vater

Thomas hatte ſeinen angeblichen Vetter nie geſehen und hielt das Lächeln mit dem kalten Gruße für einen Spott, der ihm helle Thränen aus den Augen preßte. Drummond winkte dem Diener ſich zu entfernen. Frau Drum⸗ mond milderte durch ihren ſanften gefühlvol⸗ len Blick den ſcharfen Schmerz, der Thomas' Buſen ſo heftig durchzuckte.

Alſo wir haben meinen Neffen Thomas Clive vor uns, unterbrach endlich dieſe Stille Drum mond,dem Vater ähnlich,

murmelte er düſter,und Hann a, die Mutter

war vergangenen Herbſt geſtorben; dießmal fand er es nicht nöthig, dem Begräbniſſe beizu⸗

fmit frommen Troſtgründen ausgeſtatteten Brief ſeingeſchickt. Die Lage ſeiner Schweſter betrach⸗ tete er, den ſtreng religiöſen Prinzipien gemäß, die er jetzt bekannte, als die gereifte Gottes⸗ Strafe ihrer frühern Schuld, An einem jenen melancholiſch düſtern Win⸗ t terabenden, wie ſie nur im nebelumhüllten Lon⸗ don vorkommen können ſaß Drummond gemüthlich am Kamine. Der Schnee fiel in großen Flocken, und ein kalter Sturm pfiff zeit⸗ weilig an den Fenſtern vorbei, und machte den Drummondſchen Kamin zu einem wahrhaft erfreulichen Kontraſte. Ihm gegenüber ſaß ſeine Gattin, eine ehrwürdige Matrone, die ihre Wortkargheit zuweilen auf Wochen hinauszog, ſo daß ſie der oberflächliche Beobachter für ſtumm gehalten hätte; dafür aber beſaß ſie ein di Paar große dunkle ausdrucksreiche Augen, die w in den meiſten Fällen die Worte erſetzten. Ne⸗ ben ihr ſaß ihr fünfundzwanzigjähriger Sohn Joſef Coldman eine originelle Perſön⸗ lichkeit mit kalten ausdrucksloſen Zügen, die durch ein ewiges Lächeln entſtellt wurden.

Ein eintretender Diener unterbrach dieſe intereſſante Stille, und meldete einen jungen Menſchen, der Herrn Drummond ſprechen wolle, er heiße Thomas Clive.

Laß ihn herein, ſagte Dru mmond, und zu ſeiner Gattin ſich wendend, ſagte er, es iſt mein Schweſterſohn; gewiß wieder eine üble Nachricht, von dieſen Leuten hört man nur in dieſem Falle Etwas..

Der eintretende Fremde, ein ſechs Fuß hoher Burſche, triefte von Waſſer und ſein baumwollener Rock zeigte inſelförmige Schnee⸗ kruſten, die ſich allmälig auf⸗ und ablöſten, und

d

D

ſei

rück. Als ſich Thomas des Abends im

hohe und breite Stirn, unter der

wohnen, er hatte blos einiges Geld und einen in London.

dienen könnten, um zu

Kaufmann verdrießlich. Frau Drummond behielten denſelben Aus⸗

mit betrübter Miene,ich der kommen,

Körper, ſeres Abendbrods nehmen.

ſie hieher

chen kenwärterin

zwei helle lernen und zugleich die

he? doch nicht auch in London?

Die

Mutter und die Schweſter ſind auch

Mutter, Schweſter und Bruder in London,

um's Himmelswillen was wollen ſie hier? wa⸗ rum blieben ſie nicht im Dorfe?

Der neue Pfarrer hat die Wohnung über⸗

nommen und da mußten wir hinaus; die Mut⸗

er meinte, daß wir in London eher etwas ver⸗ leben. zu leben, wiederholte der

Die Augen der

Verdienen, um

ruck, der Thomas die peinliche Situation

erleichterte.

Ich will nun wieder gehen, ſagte dieſer kann morgen wie⸗ wenn Ihr's erlaubt.

Nun bleib ſchon, ſagte der liebenswür⸗ ge Qnkel,da Du ſchon einmal da biſt, ärme und trockne Deinen wettergepeitfchten kannſt mit Sam den Ueberreſt un⸗

Unterdeſſen mußte Thomas erzählen, wie gekommen und wo ſie wohnen.

rummond erfuhr nun die Noth und das

Elend, mit welchem ſeine Schweſter in der Heimat

jett in die Behauſung eines Säufers gerathen

zu kämpfen hatte, daß ſie kränkle und

Drummond, ein gut berechnender Kauf⸗

mann, wußte jeden Umſtand zu benützen, und glaubte, daß ein junger Menſch wie Thomas wohl zu gebrauchen und ſeine Schweſter, werde Letztere beſtimmte er zu einer Geſellſchafterin und Dienerin durch die Veränderung ſeines Familienſtandes dem Familienleben neue Friſche zu geben.

auch das Mädchen, zu verwenden ſein.

ſeiner Frau, zudem glaubte er

Hanua wurde in die Obhut einer Kran⸗ gegeben, und Sarah durfte ſich

für's Erſte nicht von ihr trennen. Thomas

Komptoir Drum⸗ des Handels zu er⸗ Pflichten eines Dieners

nd's, um die Elemente

eiſe noch welchen hrungen, higungen

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