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Herr Lambert trat ihm näher, ſtrich mit Pfingſten den ganzen Harz„blitvoll“ Leute, u Fingerſpitzen über Kinn und Oberlippe und darauf können Sie ſich verlaſſen, junger Herr,“ aſtied:„Geben Sie es auf, aus Ihrem Barte erwiederte er, ſeelenvergnügt in die ſchönen, grü⸗ wid nichts. Er fällt aus— das heißt, Sie nen Wölbungen des engen Thales hinein⸗ khalten kahle Stellen auf dem Streifen, der, ſchauend, wo die Fußwanderer, we ene Narbe, von der Naſe zum Kinn hinab⸗ überwiegendſte Sorte der Harzreiſenden,
des
läüßt⸗ kommen pflegten. Oskar Behrens ſchüttelte weg
1„Thut nichts, der Bart muß verſucht zweifelnd den Kopf. ligenten erden!“„So früh im Jahre?“ fragte er.„Ich Augen, dazu ein ſtarker 1„Ach ſo— Kätchen liebt die Bärtigen?“ habe bis dahin immer gehört, man müſſe vor„Um Vergebung,“ 1 necte der Wirth.„Ja, ja! Ein Bärtchen auf dem Juli und Auguſt nicht in dieſe Berge und dieſ f 1 der Lippe möchte Ihnen ſchon gut ſtehen, aber Schluchten reiſen.“ ſelbſt ergreifend,„ 1 deßwegen brauchen Sie doch das ganze Unter⸗„Pah— das war vor zwanzig Jahren„ „ geſicht nicht ſtopplicht zu laſſen.“ Mode! Jetzt, wo Eiſenbahnen jede Rücktour ich, „halten Sie Ihre Weisheit für ſich,“ leicht und wenig koſtſpielig möglich machen, Monseignen
1 entſchiied jetzt der junge Herr ungeduldig und überſchwemmt ſich das Gebirge ſchon um Oſtern würdigem Lächeln.
grif wieder nach ſeinem Lorgnon. Dasſelbe mit Reiſenden aus der Nähe und Ferne. Ha⸗ h haette ſich jedoch während des Geſpräches um ben wir doch mitten im Winter, der Kurioſität legen!“ entgegnete Herr Lambert ebenſo.
die untern Nitadſe gewickelt, und als er es wegen, ziemlich haſtig in die Höhe zog, riß das Gum⸗ überziehen ſehen. miſchnürchen. Brocken beſtieg, b
große Karawanen die wegſamern Theile„ Wer ſonſt im Winter den feetütchen,
Sache nicht verdrießen,„Kätchen wird Sie ben mir die Frage, Herr Behrens— werden
deſſeuungeachtet lieben“, wenn Ihnen das Sie Ihr Quartier noch eine Zeit
ſchein, als wolle der Fremde ſich förmlich häus⸗ will Bergluft für mich—“„2 lich niederlaſſen im Thale. Oben in der„Villa“„SHat Recht, der Herr Doktor,“ fiel Lam⸗ gehörte er nachgerade zu den erwarteten Gä⸗ bert ein.„Sie ſind gar nicht wieder zu erken⸗ ſten, die die Eintönigkeit eines Lebens zu ver⸗ nen, ſo gut hat die Luft hier angeſchlagen. ſchönern ſcheinen. Wer weiß nicht von dem Wann wollen Sie fort?“ Einfluſſe zu reden, den ſelbſt unbedeutende Gei⸗„Vielleicht in zwei oder drei Tagen— je⸗ ſſter auf einen Familienkreis zu gewinnen wiſſen, denfalls aber vor dem Pfingſtfeſte, alſo können wenn der Umgang gar zu beſchränkt iſt. Sie über mein Zimmer disponiren. Gefällt es Kätchen, obwohl nie über Oskar's Werth Ihnen, ſo machen wir heute oder morgen un⸗ verblendet, gewöhnte ſich ihn zu necken und in ſere Rechnung ab. ſeinem Geſpräche eine Art Erheiterung zu finden.„Villa.“ Ihre Tante überließ ſich einem phlegmatiſchen„Ah ſo— auch vielleicht„eine Rechnung“ Wohlwollen für ihu, weil er es verſtand die abzumachen?“ flüſterte der Wirth luſtig. Laune ihres Alten von ihrer Perſönlichkeit„Kann kommen,“ Herr Lambert!“ rief der abzuwenden. Daß er nicht der Neffe ihres junge Mann und eilte zum Hauſe hinaus. Mannes ſei, davon hatte ſie ſich überzeugt. Herr Lambert ſetzte ſich ſogleich hin und Wie Voigtländer ſelbſt von Tage zu zog die geforderte Rechnung aus. Ihn hatte bei Tage ſich mehr an dieſen Mann anſchloß, wie der durchaus nicht ſparſamen Lebensweiſe ſei⸗ er ihn ſelbſt zum Vertrauten ſeiner Geheimniſſe nes unbekannten Gaſtes ſchon oftmals die 8 d
7„*
„Gut!
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machte, haben wir aus Oskars Berichterſtat⸗ Furcht überſchlichen, daß dieſer eines Tages tungen an den Löwenwirth erſehen. Natür⸗ unſichtbar werden könne, ohne rechtmäßiger⸗ lich hatte dieſer letztere davon nicht geſchwiegen weiſe ſein Konto zu löſchen. Ein Stein war ihm daher von ſeiner Bruſt gefallen bei dem Verlangen nach„der Rechnung“, und er beeilte ſich dieſem Verlangen zu willfahren.
Er wurde in ſeiner wichtigen Arbeit ge⸗
und man betrachtete ſeitdem den Fremden als
den erklärten Bräutigam des hübſchen Kät⸗
chens, obwohl ſie lachend dieſe Ehre weit von ſich wies.
4. Unter dieſen ſchwankenden Verhältniſſen ſtört. Kaum daß er mit flüchtigem Blicke über⸗ Nota .* C.* 2 z.. 7. 2 2 rückte der Juni und mit ihm das Pfingſtfeſt, ſehen hatte, unter einem„Halbhundert“ nicht
als das erſte Stadium vermehrter Harzwan⸗ 4 derungen, heran. SEs war ein ſchwüler, gewitterhafter Juni⸗ wmmorgen, als Herr Lambert von ſeinen Er⸗ wartungen für die nächſte Zeit ſprach und An⸗ ordnungen traf, die auf bedeutende Hoffnun⸗ gen ſchließen ließen. „Bleibt das Whelier gut ſo haben wir Lambert aufſpringend.„Zu Befehll“
zur Thür hinein: mi
Kann ich hier auf einige Tage Quartier bekommen?“
„Gut, ſo weiſen Sie mir ein Zimmer an,“ befahl der Reiſende. Herr Lamber Fremdeu Geſtalt.
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die bei weiten wachſen, nachläſſig a herzu⸗ freier ſchöner Anſtand, das G ſchön, aber doch bedeutend durch den intel⸗ i Ausdruck ſeiner wunderbar lebhaften
er Prüfung ſehr höflich die Stubenſchlüſſſel
Sie ſind wohl Militär?“ Non non. mon chère! Kaufmann! Haben Sie etwas dagegen, rX*ſprach der Fremde mit liebens⸗
„Durchaus nicht! dann ſind wir Kol⸗
Ja, ja! Sie machen in Zucker⸗ und Kaf⸗ in Syrup⸗ und Oeltöpfchen,“ neckte etrachtete ſich ſelbſt als ein der Fremde vertraulich.
Lambert klopfte ihm vergnügt auf die Schulter.„Sie reiſen für eine Eiſenhand⸗
„Da haben wir den Spektakel“— lachte Wunderthier— jetzt erleben wir Damengeſell⸗„Eiſenfreſſer.“ Herr Lambert.„Nun laſſen Sie ſich die ſchaft im Winter oben. Apropos— Sie erlau- Herr
lang be⸗ lung?“ forſchte er voll Intereſſe.
Glasſtückchen auch nicht am Weſtenknopf bau⸗ behalten?“ A„ Allerdings.“—
melt,“ parodirte er, lachend zur Thür hinaus„Leider muß ich jetzt für einige Wochen zu⸗„Wenn ich fragen darf— für welche ſchreitend.— rück in meine Heimat,“ erwiederte Oskar Firma?“ 3 Die Zeit verſtrich und es hatte den An⸗ ſehr ſchnell,„aber ich komme wieder. Der Arzt„Oltermann und Kompagnie in Be
Ah— eine vortreffliche Firma—! der Wirth gedehnt.„Großes Haus, eeiche Handlung— ſolide Leute!“ llſo Sie halten die Handlung für ſicher?“ fragte der Fremde ſehr ſchnell und etwas ern⸗ ſter, als zuvor. „Die ſicherſte im Lande, ſo viel ich weiß!“ betheuerte Lambert.
Ihr Urt
aber muß ich Sie um mein Zimmer bitten — ich bin todtmüde— es iſt furchtbar heiß, wir werden jedenfalls noch vor Nacht ein Ge⸗ witter bekommen. Bis Mittag will ich ſchlafen — dann aber eine tüchtige Mahlzeit halten.“
Herr Lambert ſchloß ihm ein Zimmer dicht neben demjenigen des Herrn Oskar Behrens auf und überließ ihn der Ruhe.
Nach dieſer Unterbrechung kehrte er zu ſei⸗ ner Arbeit zurück, ſtellte feſt, daß ihm ſein frühe⸗ rer Gaſt nicht weniger als zweiundſechzig Thaler vierzehn Silbergroſchen ſchuldete und ſtreute dann mit behaglichem Schmunzeln, un⸗ ter dem leiſen Wunſche, mit dem eben Ange⸗ kommenen eben ſo gute Geſchäfte machen zu können, eine tüchtige Portion Sand auf die
jetzt will ich hinauf zur zen, Herr Wirth,“ erklärte der Fremde.„Jett
muſterte mit einem Blicke Schlank und hoch ge⸗ ber elegant gekleidet, ein Geſicht nicht durch⸗
Schnurrbart. ſprach Lambert nach
Kaufmann bin
—„Ich aber bin
heil kann mir vielleicht nüz⸗
Miſſter von Gef mit der Wä ſpräch 1 ihnen de Gaſtzin einem mit ein tern? ſiehen
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inmer u ſahrung ſpite tief boden al ſich zuler machte.
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n d Als der Mittag nahete, kam Oskar vot berechnen zu können, ſo trat ein Reiſender von Voigtländers zurück und zwar in ſo gutey, äußerſt gewinnendem Aeußern in den Vorflur faſt ausgelaſſen luſtiger Laune, daß Herr Lan⸗ und fragte mit heiterm Stimmenklange laut bert den feſten Glauben an eine Verlobung mit dem hübſchen und reichen Kätchen faßte. Oskar wies ihn lachend mit ſeinen Vermu⸗ men7⸗ 1 thungen ab. Es entſpann ſich zwiſchen Beiden
„Zu Befehl, mein Herr!“ entgegnete Herr ein ſcherzhaftes Ueberbieten von luſtigen Fra⸗ laſen gen und ſchlauen Antworten. Oskar blich Kof.
Er hi meriſo dern ſ wäͤhre erus grüßs der a
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