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wortete gar nicht auf dieſen Brief. Als ſeine Frau ihm Vorwürfe darüber machte, lachte er ſie aus und nannte den Brief„Weibergewäſch und Redensarten“. Späterhin wurde Frau Henne⸗ berg Witwe. Sie meldete den Tod ihres Man⸗ nes hieher, und ſchrieb zugleich an ihre Schwäge⸗ rin, um ſie zu bitten ihr doch ein Wort des Tro⸗ ſtes zu ſagen. In dieſem Briefe ſprach ſie eine herzliche Sehnſucht nach ihrer Heimat aus. Darüber ſpottete der alte Iſegrimm und meinte, ſeine Schweſter wolle ihm mit ihrer Kinder⸗ ſchaar nur auf den Hals rücken. Genug, er verbitterte ſich von Jahr zu Jahr mehr gegen ſie und jetzt iſt gar keine Hoffnung mehr vor⸗ handen, daß er jemals mildere Geſinnungen für dieſe Familie zeigen werde.“
„Nun? Warum denn?“ fragte Herr Os⸗ kar neugierig.
Der Wirth wiegte unſchlüſſig ſein Haupt. Den Gegenſtand dieſer Beſorgniß kannte er nur aus dem ſpeziellen Vertrauen ſeiner guten Freundin, der alten Frau Voigtländer, und er wußte nicht, ob er berechtigt war, davon zu plaudern. Zweimal bekämpfte der ſchwatzlu⸗ ſtige Herr Wirth zum goldenen Löwen die Luſt weiter zu ſprechen, dann aber war der Kampf zu Ende und er unterlag der Verſuchung.
„Ja, Herr Behrens, das gehört eigent⸗ lich in den Bereich des Familiengeheimniſſes, aber ich will es Ihnen mittheilen, wenn Sie mir verſprechen, reinen Mund zu halten. Se⸗ hen Sie, im vorigen Spätherbſte ſchreibt der Neffe des Alten, Herrmann Henneberg, an dieſen und macht ihm den Vorſchlag,„ihm ein Darlehen von fünf tauſend Thalern gegen gebührende Zinſen zu bewilligen. Er gibt als Grund zu dieſer Bitte an, daß er mit dieſer Summe ſein Glück begründen könne. Er ſetzt breit und deutlich auseinander, auf welche Weiſe, erklärt dem Alten die vollſtändige Sicher⸗ heit des Geldes, läßt aber allzuehrlich und offenherzig mit einfließen, daß es ja„ſein eige⸗ ner Vortheil“ erheiſche, dieß Geld für ſpätere Fälle geſichert zu wiſſen. Es war dumm von dem guten Herrmann Henneberg, auf ſein Anrecht an eine Erbſchaft nach des Alten Tode anzuſpielen, aber ſo böſe, wie es Voigtlän⸗ der auslegte, hatte er es gewiß nicht gemeint. Was thut mein alter Iſegrimm? Er ſiegelt den Brief wieder zu und notirt auf der Adreſſe, „es würden fortan keine Briefe wieder von ihm angenommen“! Iſt das nicht abſcheulich?“ fragte er entrüſtet ſich ſelbſt unterbrechend, als er auf des jungen Mannes Geſicht ein Lächeln gewahrte, das Jedermann für den Ausfluß von Schadenfreude gehalten haben würde, welches er aber in ſeiner Gutmüthigkeit für ein Zei⸗ chen von Verwunderung nahm.
„Ich weiß nicht, Herr Lambert,“ erwie⸗ derte Oskar Behrens,„ob ich nicht der Mei⸗
nung des alten Voigtländers beipflichten möchte, der„Dummheit“ nicht für„Ehrlichkeit“
zu halten ſcheint und„übertriebene Offenherzig⸗ keit“ nicht mit„Wahrheitsliebe“ verwechſelt.
Nach meiner Beurtheilung iſt dem Mosje
Herrmann Henneberg ganz recht ge⸗ ſchehen.“
Der Wirth zum goldenen Löwen ſchauete ſehr verblüfft in das Geſicht des jungen Herrn.
„Nun—“ ſagte er dann ſchnell beſonnen, „ich habe nichts dagegen, wenn Sie dergleichen Despotien vertreten wollen.“ Er ſtand ziemlich ärgerlich auf, um ſeinen Gaſt zu verlaſſen. In der Thür wendete er ſich nochmals um und fügte hinzu:„Ich habe in meiner Bibel, die ich von meinem ſeligen Vater zur Konfirmation geſchenkt erhielt, einen Vers, wonach ich meine Lebensregeln aufgeſtellt habe. Der Vers heißt: „Lebe, wie du, wenn du ſtirbſt, wünſchen wirſt, gelebt zu haben!“
Herr Oskar Behrens lachte.„Rechnen Sie dem altem Herrn die abſchlägliche Beſchei⸗ dung als eine Sünde an?“ fragte er.
„Als eine Sünde?“ wiederholte Herr Lam⸗ bert kaltſinnig,„o nein, aber ich denke, daß man ſich auf einem ſoliden Sterbebette ſolcher Couvertannoncen ſchämen könnte!“— Herr Oskar blieb allein und ſeinem Nachdenken überlaſſen. Ob er ſich überhaupt zu leichtſin⸗ nigen Weltanſchauungen neigte oder ob er ge⸗ heime Beweggründe zu ſeinen ſchadenfrohen Be⸗ urtheilungen hatte? wer konnte das ſagen! Aber ſo viel iſt gewiß, daß er ſich mit einem gewiſſen Frohlocken die Hände rieb und mit ſingendem Tone mehrmals wiederholte:„Das freuet mich — das freuet mich— das freuet mich gar ſehr!“
Am nächſten Morgen ſtieg er früh hinauf zu Voigtländers„Villa“, wie er ſcherzhaft das nette Häuschen taufte, und was er am Tage zuvor vielleicht noch von Schmeicheleien und Lobhudeleien verſäumt hatte, das ſchien er an dieſem Morgen nachholen zu wollen.
Der Hund bellte wirklich nicht, ſondern ließ ſeine Ulnzufriedenheiſ ſeinem Beſuche nur in einem gelinden Knurren aus. Da⸗ für ſpendete ihm Oskar ein ganz reſpekta⸗ bles Stückchen Hammelbraten, das er ſich eigens zu dieſem Zwecke abgeſpart hatte.
Der Dompfaff zeigte wie befohlen, eine beſſere Laune und pfiff nach Herzensluſt.
Entzückt klatſchte der junge Mann Beifall und rief:„Ich werde dich fürſtlich belohnen, mein Pfäffchen!“
Nur Kätchen zeigte gegen die Befehle ihres geſtrengen Oheims eine große Nichtachtung. Sie blieb lachluſtig und ſpottſüchtig, obwohl Oskar eine bei weiten größere Artigkeit auf⸗ wendete und ſeine giftig zornigen Blicke in groß⸗ artiges Liebesfeuer verwandelt hatte. Herr Voigtländer war geſprächig und belebt, wie in ſeinem ganzen ſechzigjährigen Leben noch nicht, und ſeine geringfügigen Worte fanden in dem jungen Herrn einen eifrigen Bewunderer. Man mußte in dieſem Benehmen eine Abſicht errathen und Frau Voigtländer ſchüttelte auch ſehr bedenklich ihr Haupt, als ſie ſich mit ihrem Strickſtrumpfe in die warme Maiſonne ſetzte und dem Geplauder beider Männer zuhörte.
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„Weiß Gott, Kätchen,“ flüſterte ſie ihrer Nichte einmal zu,„weiß Gott— es iſt der Herrmann Henneberg— und er geht unſerm Alten nicht umſonſt ſo um den Bart!“
„Der könnte mir als Vetter aber nicht ge⸗ fallen,“ entgegnete die Nichte.
„Warum denn nicht?“ fragte die alte Frau. Kätchen blieb die Antwort ſchuldig, weil ſie ſelbſt nicht wußte, warum.
Einige Tage vergingen unter gleichen Sce⸗ nen wie die angedeuteten. Oskar war bald wie zu Hauſe. Er pflanzte mit dem Alten, be⸗ goß den Garten, band Blumen an, lehrte den Dompfaffen das Papageno⸗Lied aus der Zau⸗ berflöte:„Ein Vogelfänger bin ich ja—“ kurz, er legte es darauf an, ſich in des Hausvaters Gunſt feſtzuſetzen, um— vielleicht— Kät⸗ chens Hand zu gewinnen.
Vielleicht, ſagen wir nicht ohne Grund, denn ſeine Aufmerkſamkeit galt für jetzt faſt ungetheilt dem guten Onkel Voigtländer.
Das Vertrauen desſelben mußte auch zu einer bedeutenden Höhe geſtiegen ſein, wenig⸗ ſtens vermuthete das Herr Lambert, der Wirth zum goldenen Löwen, daraus, daß der junge Mann ihm eines Tages erzählte, Voigt⸗ länders Erbſchaftsantheil habe eilftauſend Thaler betragen und er ſei ſo ſparſam, daß er die Zinſen von dieſem Kapitale lange nicht ver⸗ brauche.
„Sie müſſen es außerordentlich gut verſte⸗ hen, mit dem alten Holzkopfe umzugehen,“ ent⸗ gegnete Herr Lambert;„ſonſt ſpricht er nie von dergleichen Sachen!“
Herr Oskar Behrens wiggte ſelbſtzufrie⸗ den ſeinen Kopf hin und her und entgegnete: „Was meines Vaters Sohn durchſetzen will, das ſetzt er durch.“
Herr Lambert blickte ihn weit weniger wohlwollend, als früher, von der Seite an und murmelte etwas in den Bart, das wie Mißbil⸗ ligung klang. Es machte keinen Eindruck auf den jungen Fremden, vielmehr lockte es ein widriges ſelbſtgefälliges Lachen hervor, unter welchem er ein kleines Glasſtückchen, an einem Gummiſchnürchen befeſtigt, aus der Weſten⸗ taſche zog und es geckenhaft in die Winkel ſeines linken Auges kniff. Der Wirth ſah ihm zu bei dieſem Experimente, das nicht recht gelingen wollte, und bemerkte bei dieſer Gelegenheit, daß ſein Geſicht von Bartſtoppeln vollſtändig über⸗ wuchert und entſtellt war.
„Tauſend auch, junger Herr,“ rief er ſpöt⸗
tiſch auflachend aus,„wenn man auf Freiers
Füßen geht, ſo raſiert man ſich doch— oder läßt ſich raſieren— Sie ſehen ja aus, wie Blaubart!“
„Fräulein Kätchen wird mich wohl deſ⸗ ſenungeachtet lieben,“ antwortete Oskar leicht⸗ hin.„Ich habe die Abſicht, mir einen tüchtigen Bart wachſen zu laſſen.“
„Haben Sie ſchon früher einen Bart ge⸗ tragen?“
„Nein— es hat mir noch nie glücken wol⸗,
len, ihn ordentlich zu ziehen.“.
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