Jahrgang 
52 (1868)
Seite
823
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Nacht im Freien zuzubringen.

Der Mond beleuchtete den Wald mit bleichem Strahle, vor den Hütten brannten Feuer, die ihren rothen Schein auf die bewegten und ſitzenden Männergruppen warfen. Man kochte und briet die Beute der Jagd, und die Weinflaſche ging im Kreiſe herum. Spät erſt machte der Schlaf ſeine Rechte geltend, der Herzog war nach ſtürmiſcher Jagd in ſeiner Hütte eingeſchlummert, vor welcher Goethe, bei glimmenden Kohlen ſitzend, das neue, merkwürdige Leben an ſeinen Gedanken vorüberziehen ließ.

Dieſer Scene geſchieht nur zur Vervollſtändigung des hier gegebenen Bildes Erwähnung. Eine große künſtleriſche Darſtellung derſelben brachte Jahrgang 1861 Nr. 16 derGartenlaube, mit

Text von Diezmann, dem um die Goethe⸗ und Schillerliteratur ſcheinung geworden.

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hochverdienten Verfaſſer des beſten Buches über dieſe Periode, unter dem Titel:Goethe und die luſtige Zeit in Weimar.

Das Andenken an die liebe luſtige Zeit in Stützerbach wurde vom Freundeskreiſe in Weimar ſelbſt bis in die ſpäteſten Lebens⸗ jahre friſch erhalten. Von den einzigen drei Kirſchbäumen, die in Stützerbach ſtanden, ließ Goethe mit zartem Sinn jährlich zum Geburtstage Karl Auguſt's, am dritten September, Kirſchen kommen, welche dort ſpäter reiften.

Ddie Sturm⸗ und Drangzeit der Kraftgenialität mußte durch⸗ lebt werden, der Moſt hatte gähren müſſen, um edler Wein zu werden; der ſeltene Bruderbund zwiſchen Fürſt und Dichter iſt der bewundernden Mit⸗ und Nachwelt zur ſegensreichſten, edelſten Er⸗

Der

Eislauf.

Von Max Wirth in Bern. (Schluß.)

Eine aufregende Geſchichte erzählt Georg Anderſon von einem nordamerikaniſchen Anſiedler, welcher Freiheit und Leben der Schnelligkeit ſeiner Stahlſohle verdankt. Derſelbe war von Indianern gefangen, in Feſſeln geſchlagen und gemartert worden. Nach ein paar Tagen zeigte man ihm ein paar Schlitſſchuhe, welche unter der Beute aus ſeinem Dorfe mitgenommen worden waren. Seine Feinde, unbekannt mit deren Gebrauch, forderten ihn auf, denſelben ihnen zu zeigen. Ein Strahl von Hoffnung erleuchtete da plötzlich ſein verzweifelndes Herz. Mit zitternder Hand beeilte er ſich die Schlittſchuhe anzuſchnallen. Er ging ſo⸗ fort auf's Eis und begann vorſätzlich auszugleiten, hin und her zu taumeln und zu fallen; jedoch mit Bedacht fortwährend vom Ufer ſich entfernend, während die argloſen Indianer über ſeine vermeintliche Ungeſchicklichkeit lachten. Dieſelben befanden ſich auf dem fernen Geſtade eines der unermeßlichen Seeen des großen nördlichen Continentes, und die Eisdecke, welche ſich vor den Augen ausdehnte, endigte erſt mit dem Horizont. Als der Gefangene ſich weit genug entfernt glaubte, fiel er das letzte Mal, ſchnallte die Schlittſchuhe feſter, erhob ſich und zog mit voller Eile aus, während die Indianer ſich kaum zeitig genug von ihrem Erſtaunen erholten, um ihm ein paar Kugeln nachzuſenden, welche ihn ver⸗ fehlten und harmlos auf dem Eiſe fortrollten. Obgleich jetzt frei, war der Anſiedler doch nicht außer Gefahr, denn er hatte eine weite Eiswüſte ohne Nahrung und Obdach zu durcheilen, den Nachſtellungen der Wölfe oder der noch unerbittlicheren Indianer preisgegeben; oft gezwungen bei klaffenden Spalten meilenweite Umwege zu machen, bis er eine ſchmale Stelle fand, über die er ſpringen konnte. Aber endlich nach zwei Tagen und Nächten ſtieß er erſchöpft und verzweifelnd auf einen Trapper, welcher ihn in die nächſte Anſiedelung brachte.

Ein intereſſantes Naturphänomen haben wir auf dem Moos⸗ ſeedorfſee beobachtet, welches ſich mehr oder weniger auf allen Teichen, Mooren und Seen, deren Grund ſumpfig iſt, wiederholt. Es bilden ſich nämlich im Eiſe auf ſolchen Gewäſſern Blaſen, die von aufſteigenden Gaſen wenn ich nicht irre, Kohlenwaſſer⸗ ſtoffgas herrühren. Stößt man ein Loch in eine ſolche Blaſe und hält raſch ein brennendes Zündholz daran, ſo ſteigt eine Flamme auf, deren Umfang nach der Größe der Blaſe ſich richtet. Im vorigen Winter ließen wir eine ſo große Blaſe explodiren, daß die aus dem Eiſe hervorbrechende Feuerſäule armsdick und

zwei Schuh lang war und etwa fünfzehn Secunden lang brannte. Für die Jugend iſt es ein aufregendes Vergnügen, auf dieſe Art

ſo zu ſagen Feuer aus dem Eiſe hervorquellen zu ſehen. Die

Bauern ſchüttelten den Kopf dazu.

Zum Schluſſe vergönne mir der Leſer, mich an den engeren Kreis der Adepten zu wenden und die hohe Schule der Schlitt ſchuhfahrkunſt etwas ſyſtematiſcher aufzuführen, als es im vorigen Winter geſchehen iſt. Die Grundlage, auf welcher die hohe Schule

beruht, iſt der Bogen. Auch aus Halifax in Neuſchottland

chreibt ein Genoſſe im vorigen Winter:Der Schlittſchuh kann

licht mehr leiſten, als den Bogen, ſoweit es regelrechtes Figuren⸗

ahren betrifft. Wenn Leute vom ‚Namen auf's Eis ſchreiben 1

Bogencombinationen mit einem und dem⸗

ſprechen, außer im Fall, wo ein geſchickter Schlittſchuhläufer einen Namen hat, der aus den Buchſtaben C0§ S beſteht, ſo glaubt ihnen nicht.

Ich ſchicke voraus, daß ich mich folgender Abkürzungen be⸗ dienen werde: R. V. gleich Rechter Fuß vorwärts; L. V. gleich Linker Fuß vorwärts; R. R. gleich Rechter Fuß rückwärts, L. R. gleich Linker Fuß rückwärts; A gleich auswärts, E gleich einwärts.

Die hohe Schule beginnt alſo mit dem Bogen, der nach acht Richtungen gezogen werden kann: R. V. A.; L. V. A.; R. R. A.; L. R. A.; R. V. E.; L. V. E.; R. R. E.; L. R. E. Einmal R. V. A. und dann L. V. A. und ſo ab⸗ wechſelnd fort Bogen zu fahren(Figur 1), heißt man bei unsHolländern. Man kann dieſe Bewegung noch dadurch ſteigern und intereſſanter machen, wenn man mit dem den Bogen beginnenden iſß jihor 1 tt Fig. 1. Fuß über den andernübertritt. 3

Aus dem Bogen entwickelt ſich der Kreis(Fig. 2), welcher in derſelben Weiſe mit dem Fuße nach je vier Richtungen gezogen werden kann.

Es koſtet einige Anſtrengung, um den Kreis abzuſchließen, denn die beim Abſtoß am ſtärkſten wirkende Kraft läßt allmählich nach. Der Kreis wird daher nie rein. Da⸗ gegen lenkt man aus der Kreisbewegung bei andauernder Uebung von ſelbſt in die Spirale(Fig. 3) ein, welche man bis zu vierfachem und, wie es im vorigen Winter bei außerordentlich günſtigem Eiſe geſchah, zu fünffachem Kreiſe ausdehnen kann. Bogenfahren genügt ſchon, um ſowohl allein als zu zwei und zu vier an⸗ muthige Evolutionen auszuführen. Ein ſchönes Bild giebt der einfacheEis⸗ tanz: Bogen R. V. A.; L. R. A. und ſo fort. Dieſe Tour iſt beſonders in Nancy zu Hauſe.

Vom einfachen Bogen geht man zu

Fig. 2. Das einfache

ſelben Fuße über. Zunächſt kommt der Doppelbogen(Fig. 4), den man, wie den Bogen, nach acht Richtungen aus⸗ führen kann: R. V. A. und R. R. E.; L. B. A. und L. R. E.; R. R. A. und R. V. E.; L L8. B. E.; R. V. E. und R. R. A.; L.. V. E. und L. R. A.; R. R. E. und R. V. A. L. R. E. und L. V. A. Abwechſelnd

mit dem einen und dem andern Fuße. dieſe Doppelbogen fahrend und ſie je recht zum Halbkreis ziehend, kann ſchon ein ein⸗ Fig. 4.

zelner Läufer ſehr anmuthige Situationen darſtellen. Man iſt darin beſonders in Frankfurt am Main

Fig. 3.

R. A. und

Meiſter.

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