.. 832 ⸗
nach und nach hartgelegen, Gott lobl! Jahre lang ohne Krankheit.ſich Dr. Damm nennt, in verſchiedenen dortigen deutſchen Zeitungen! Ge⸗ Nun wurde der Sattler gernfen, die Matratzen zu lockern. Er fand ſie dichte veröffentlicht, und zwar als ſein Eigenthum und amit ſeiner Namens⸗ ſo ſchwer und haarreich, daß er meinte, mit Zuthat von etwas Werrig ꝛc unterſchrift, welche, abgeſehen von dem durch ihn veränderten Titel, ſich könne man recht gut zwei Sprungfedermatratzen aus einer vichten Matratze buchſtäblich gleichlautend in den ſeit Jahren von mir unter meinem Namen machen. Das ließ ſich hören und wurde ausgeführt, denn die Matratzen herausgegebenen Sammlungen meiner Gedichte befinden. Um Aufklärung waren nicht in dem Verhältniß wie die Familie gewachſen und eine Ver dieſer ſeltſamen Uebereinſtimmung erſucht, iſt Herr Dr. Damm, nach ver mehrung erwünſcht. Das war um die Zeit, wo die Fröſche quaken und ſchiedenen anderen unweſentlichen Ausflüchten, ſchließlich mit der Behaup der Hollunder blüht, und das neue Lager wurde herrlich befunden. Als der tung hervorgetreten, die fraglichen Gedichte ſeien allerdings ſein Eigenthum Winter kam, noch ehe es kalt wurde, machte ich als Belieger einer Feder und von ihm bereits im Jahre 1860 in dem damals und ſpäter von mir matratze vie unangenehme Erfahrung, daß ich ſonſt ſo zu ſagen im Hin herausgegebenen„Deutſchen Muſeum“ unter dem Pſeudonym„Paul legen einſchlafend, nicht einſchlafen köonnte und im Bett nicht warm wurde. Erhard“¹ veröffentlicht worden; darüber, wie eben dieſelben Gedichte in die So ging es lange fort, und ich machte mich ſchon mit dem traurigen Ge⸗ mit meinem Namen verſehenen Sammlungen gekommen und ob dies mit vanken vertraut, daß plötzlich ein vorzeitiges Alter mit Wärmeabnahme oder ohne mein Wiſſen geſchehen, behauptet der angebliche Herr Dr. Damm bei mir eingetreten ſei, als ich die Bemerkung machte, daß nur die untere, keine Auskunft geben zu können. Dieſer Ausſage gegenüber beſchränke d. h. die beim Schlafen aufliegende Hälfte des Körßers kalt war. Jetzt ich mich auf die einfache Erklärung, daß die verſchiedenen Sammlungen wurbe die Matratze unterſucht und gefunden, daß auf den Federn nur eine meiner Gedichte ſelbſtverſtändlich keine anderen enthalten, als die ich ſelbſt vünne, lockere Schicht Haaxe lagen, die ganze dicke Matratze, wie man ganz geſchrieben, und daß namentlich diejenigen Gedichte, welche im Jahre 1860 offen ſehen konnte und wie es bei allen verartigen Polſtern der Fall⸗ iſt, ſowie überhaupt zu irgend einer Zeit im„Deutſchen Muſeum“ unter dem ein hohler Raum ſei. Jetzt wurde das Lager durch eine aufgelegte dichte Namen„Paul Erhard“ erſchienen, ebenfalls mein ausſchließliches und
Matratze warm gemacht, und ſogleich ſtellte ſich die Körperwärme, welche ſelbſtſtändiges Eigenthum ſind; womit dann der Beurtheilung der Leſer zum Einſchlafen nöthig iſt, wieder her. Aber⸗ eine Erkältung hatte ich weg, überlaſſen bleibt, was ſie von dem Verfahren des Herrn Dr. Damm hal⸗ die ich Monate lang nicht los wurde. Sie hätte auch zu ſchwerer Krank ten wollen. Robert Prutz. heit führen können—
Wie vielen Perſonen mag es ähnlich gegangen ſein, ohne daß ſie den Kleiner Briefkaſten. Grunde entdeckten! Wie Mancher mag ſich in Gaſthäuſern auf der Reiſe Herrn Götz in Lublin. Die von Ihnen eingeſendete filz oder papier
in ſolchen Betten erkältet haben! Manch’ junges Ehepaar hat nur ſolche ähnliche Subſtauz, welche auf den Wieſen von Horodlo bei Lublin, in Matratzen zur Ausſtattung, und leidet unbewußt Schaden an der Ge einem Raum von 250 Morgen, nach einer Ueberſchwemmung des Bug ſundheit. Manches„Beſuchsbett“ iſt eine ſolche luftige Matratze, und der Fluſſes zurückgeblieben war, iſt eine Süßwaſſeralge, Cladophora viadrina, GGaſtfreund denkt nicht daran, daß er den lieben Beſuch vamit Zeitlebens welche(wie der Beiname zeigt) den Weichſelländern eigenthümlich iſt. Man kraut machen kann. Ich wiederhole daher nochmals: Sprungfedermatratzen nenut die eingetrocknete Maſſe Meteorpapier. Ein ſolches findet ſich ſind zweckmäßig und angenehm im Sommer ohne andere Auflage, im auch anderwärts häufig in Gräben und an Flußufern, beſonders in Polen Winter aber nur bei Auflegung von dichten Matratzen oder Federbetten(aber auch in Arabien, im Kafferlande. ſ. w.) und beſteht allemal aus zu gebrauchen. Wer beides nicht haben kann, lege ſich lieber auf Stroh, eingetrochneten Süßwaſſeralgen(Conferven). Auf Ihre Anfrage, ob aals auf eine ſolche verführeriſche Geſundheitsräuberin. Ja, wo der Fuß dieſe Subſtanz nicht induſtriell zu verwerthen ſei, iſt zu erwidern, daß ſie boden kalt iſt, da iſt nicht einnnal ein vünnes Feverbett oder eine ſchwache recht wohl zum Wattiren von Steppdecken, Röcken und dergleichen verwendet
Matratze warm genug, um die für den Körper nöthige Wärme zu erhal werden. ktönnte. Um ſie aber zum Handelsartikel zu machen, müßte Ihr ten, denn die hohle Matratze läßt alle Bettwärme nach unten entweichen. Lieferant, der Strom, ſich verpflichten, jährlich beſtimmte Mengen davon Man fühle nur einmal beim Aufſtehen in das Stroh des Bettes, wie zu liefern. Dr. Richter, Dresden.
vurchwärmt es iſt. Alle dieſe Wärme geht bei der Federmatratze verloren. GC. Fr. Wir bitten über Ihre Erzählung zu verfügen. Sie iſt nicht
Gine feſte Unterlage oder gar Stroh kann man bei dieſen Matratzen nicht ohne eine gewiſſe Poeſie, überhaupt warm empfunden, in der Form aber
aubringen, denn ſonſt verroſten die Federn und vermodern die Bindfaden, noch zu ſehr den Neuling in der literariſchen Compoſition verrathend.
mit deuen ſie befeſtigt ſinde An E. H. Will ſich uns E. H., der Verfaſſer der ſehr warm ge Alſo nochmals: lieber ſchlafe man auf einer harten Strohmatratze, ſchriebenen Schatterbilder nicht nennen?
Jahr aus, Jahr ein, als blos auf einer Stahlfedermatratze. J L. D. in Berlin. Das iſt ein Irthum. In dieſer Vollſtändigleit
iſt die Schulze Delitzſch'ſche Stiftungs⸗Erklärung nur in der Garten
Ein Aiterariſcher Doppelgänger. Wie mir von Freunden in laube veröffentlicht.
Norvamerika, beſonders in Newyork und Umgegend, mitgetheilt wird, V„Dem Unbekannten“ iſt„das Eingeſandte“ zur Verfügung
werden ſeit einiger Zeit von einem augeblichen deutſchen Schriftſteller, der geſtellt.
Inhalt: Lorenz und Lore. Novelle von Paul Heyſe.(Schluß.) Die liebe luſtige Zeit in Stützerbach. Mit Abbildung Der Eis lauf. Von Max Wirth in Bern.(Schluß.) Mit Abbildungen Karoline von Günderode. Eine Erinnerung. Von Max Ring. Die Wild ſchützen im bairiſchen Gebirge. Von Carl Stieler. Mit Abbildung Blätter und Blüthen: Deutſche Chriſtbäume im Ausland. Von Fr Gerſtäcder. Die Sprungſeder⸗Matratze Ein Uiterariſcher Doppelgänger. Von Robert Prutz Kleiner Briefkaſten
Nicht zu überſehen!
Mit dieſer Nummer ſchließt das vierte Quartal und der ſechszehnte Jahrgang unſerer Zeitſchrift. Wir erſuchen die geehrten Abonnenten ihre Beſtellungen auf das erſte Quartal des neuen(ſiebenzehnten) Jahrgangs ſchleunigſt aufgebén zu wollen.
Wir beginnen den nächſten Jahrgang mit dem längſterwarteten Roman der Verfaſſerin von„Gold⸗Elſe“ und„Das Geheimniß der
alten Mamſell“.„.... Reichsgräfin Giſela
. E. Marlitt
und laſſen darauf an zweite Erzählung von Karl Gutzkom„Durch Nacht zum Licht“ und ſodann eine hiſtoriſche Novelle aus der Speſſart'ſchen Bauernerhebung von L. Schücking:„Verlaſſen und Verloren“ folgen
Außerdem Uegen Beitrige vor von: R. Benedix, Beta, K. Blind, Bock, H. Bodenſtedt, Brehm, Albert Fränkel, E. Geibel, Fr. Gerſtäcker, G. Hammer, Paul Heyſe, G. Hiltl, Fr. Hofmann, L. Kaliſch, S. Koliſch, Laube, H. Lingg, J. C. Lobe, R. Löwenſtein, A. Meißuer, Melchtor Meyr, Adolf und Karl Müller, Robert Prutz, Prof. Richter, Max Ring, Riotte, Arnold Ruge, Joh. Scherr, Hermaun Schmid, Schulze⸗Delitzſch, Ludwig Steub, Ludwig Storch, Alvert Traeger, Temme, Otto Ule, Cart Vogt, Franz Wallner, M. M. von Weber, A. Wilbrandt, Max Wirth, den Damen M. von Humbracht, C. Polko de 5
Um unſere Leſer und Leſerinnen durch eine kundige Haud einzuſühren in die hervorragendſten Schöpfungen unſerer Dichter und Schrift teller, werden wir von ſetzt ab monatlich wiederkehrende Beleuchtungen der meueſten Literaturerſcheinungen geben. Es iſt uns gelungen, für dieſe eben ſo chwere, als wichtige Aufgabe eine unſerer bewährteſten Literaturgrößen zu gewinnen, und ſchon in einer der nächſten Nummern hoffen wir dem großen
Kreis unſerer Leſer mit Nr. 1 der.„.— Aikeraturbrieſe an eine deutſche Frau Karl Gutzkow
eine vielfach belehrende, anregende und intereſſante Lectüre zu bieten 1 Leipzig, im December 1868 Redaction und Verlagshandlung.
. Geſchmackvolle Decken zum Einbinden der Gartenlaube ſind durch alle Buchhandlungen auch zum Jahrgang 1868 zu dem billigen Preiſe von 13 Sgr. zu beziehen.* Die Verlagshandlung.
Mit dieſer Nummer zugleich werden Titel und Regiſter des Jahrgangs 1868 ausgegeben.
———ʒ————
Verantwortlicher Redacteur Ernſt K.eil in Leipzig.— Verlag von Ernſt Keil in Leipzig.— Drudk von Alexander Wiede in Leipzig.
M
— 1


