Jahrgang 
52 (1868)
Seite
817
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Wöchentlich 1 ½ bis 2 Bogen.

Illuſtrirtes Familienblatt.

Vierteljährlich 15 Ngr.

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Herausgeber Ernſt Keil.

In Heften à 5 Ngr.

Lorenz und Lore. Von Paul Heyſe. (Schluß.)

Dieſer Plan ſchien dem guten Manne!, der in der friſchen Trauer um ſeine Halbſchweſter und mehr noch um den Knaben nicht ſehr fähig war, ſelbſt zu überlegen, das Rathſamſte, was unter ſo wunderlichen Umſtänden zu thun ſei, und ohne viel Worte zu machen, da ihm der Eintritt in das ausgeſtorbene Haus die Bruſt beklemmte, folgte er Lorenz die Treppe hinauf in das Wohnzimmer, wo der Anblick des blaſſen ſchlummernden Mädchens und des leeren Alkovens ihm einen Strom von Thränen entpreßte.

Indeſſen ſtieg Lorenz, der je eher je lieber dieſem Hauſer und der ganzen Stadt Valet zu ſagen wünſchte, in das obere Geſchoß und trat in Lore's Zimmerchen, das ihm noch von ihrer Kinderzeit her bekannt war. Während er die Betten, aus denen ſie nachgerade herausgewachſen war, zuſammenpackte, um ſie auf den Wagen zu ſchaffen, ſah er ſich in dem ſauberen Stübchen mit wehmüthig heiteren Augen um. Es war nicht viel verändert, ſeit ſie Beide in allerlei phantaſtiſchen Kinderpoſſen hier ſo manche Stunde verbracht hatten. Wie er das Schränkchen öffnete, um das Nöthigſte an Kleidern miteinzupacken, glaubte er noch die Farben eines Tüchleins zu erkennen, das ſie ihm ſelbſt einmal um den Kopf gebunden, als er einen verwundeten Räuber zu ſpie len hatte. Und dort hing der alte weiße Schleier, freilich mit den Jahren ergraut, der immer als Brautſchleier gebraucht wurde, wenn das Spiel zu Ende war und die geraubte Prinzeſſin mit dem Räuberhauptmann Hochzeit machte. Auch den nahm er zum Andenken mit. Dann fiel ihm ein Käſtchen von eingelegtem Holz in die Augen, das zu unterſt im Schranke ſtand. Der Schlüſſel ſteckte daran, und da es Dinge enthalten konnte, die ſie ungern vermißt hätte, erlaubte er ſich, es zu öffnen. Es enthielt nichts als allerlei werthloſen Tand, wie kleine Mädchen ihn auf ſpeichern, ein Halskettchen von Glasperlen, einen alten Taſchen kalender, leere Papiere mit Bildern und Sprüchen, in denen ein mal Bonbons eingewigkelt waren, ein zerbrochenes Meſſerchen und Aehnliches. Aber wis er es muſterte, beſann er ſich, daß das Meſſer einmal ihm ſelbſt gehört, daß er die Halskette vor acht Jahren auf einem Markt gekauft und der kleinen Lore geſchenkt hatte, und in dem kleinen Kalender ſtand ſein Name mit ſeiner eigenen Secundanerhandſchrift eingezeichnet. Zuunterſt endlich lag ein abgegriffenes Buch, das er auch ſogleich wiedererkannte. Es war ſein altes Exemplar von Schillers Räubern, und wie er es jetzt herausnahm und darin blätterte, fielen ihm ein halb Dutzend Briefe in die Hand, die einzigen, die er ihr während der Studenten zeit geſchrieben hatte. Jeder ſteckte noch in ſeinem Couvert, und

ſie hatte mit Bleiſtift den Tag und die Stunde darauf bemerkt, wo ſie ihn erhalten hatte. Wie er dies rührende chatzkäſtlein einer heimlichen Liebe in der Hand hielt, mußte er einen Augen. blick daran denken, was er empfinden würde, wenn das Alles einer Todten gehörte, und er wäre nur dazugekommen, um von dem Vermächtniß eines getreuen Herzens, zu ſpät, Beſitz zu ergreifen Dann aber durchdrang ihn gleich wieder mit hohem Jubel das Gefühl, vaß er gerade noch zur rechten Zeit gekommen ſei und nur warten müſſe, bis ſie die Augen wieder aufſchlage, um das liebe Herz, das ſich ihm ſo früh ſchon auf ewig ergeben, in beide Hände zu nehmen und nie wieder loszulaſſen. Alſo ſchloß er das Käſtchen ſorgfältig. zu, ſtellte es wieder in den Schrank und nahm den Schlüſſel mit. Als er endlich mit all ſeinem bunten Gepäck auf die Straße hinunterkam, fand er hülfreiche Hände genug, Alles geſchwind auf dem Wagen unterzubringen, und konnte dazwiſchen von allen Seiten hören, ſehr man Muth und vie aufopfernde Sorge des Mädchens für ihre Kranken zu loben wußte, und wier man es ihr göngte, jetzt aller Noth und Gefahr entrückt zu wer den. Ein Nachber, ein zuverläſſiger Mann und Mitglied des Magiſtrats, dem Lorenz auch die Aufſicht über das leere Haus anvertrauen konnte, half ihm in dem hinteren Theil des Wagens ein weiches Lager herſtellen und erzählte dabei mit Thränen, wie viel ſeine jetzt auch geſtorbene Frau auf die Lore gehalten hätte Er ging ſelbſt mit hinauf, die Schlafende ſorgſam, ſo daß ſie nicht aufwachte, die Treppe hinunterzutragen. Als man ſie dann ſanft auf den Wagen gehoben und in die Kiſſen gebettet hatte, daß auch ein ſtärkeres Rütteln ihr nicht wehthun konnte, wurde das Leintuch wieder über die runden Stäbe geſpannt, ſo daß ſie gegen Sonne und Staub ſo wohl geſchützt lag wie unter einem Himmelbette Der Kater war ihr nachgelaufen bis an die Schwelle der Haus thür; dort ſchien er mit ſich zu Rathe zu gehen, ob er bleiben oder mitauswandern ſolle. Aber nach der gemüthloſen Art ſeines Geſchlechts entſchloſs er ſich, uneingedenk, wie wohl ihm auf Lorens Schooß geweſen war, lieber das Haus zu hüten, und ſah dein langſam fortziehenden Wagen mit größtem Gleichmuthe nach. Erſt als ſie aus dem Thore waren und der Wagen nun auf der ebenen Landſtraße raſch dahinrollte, wandte ſich Lorenz, den vorn neben dem kutſchirenden Onkel ſaß, nach der chläferin um und athmete wie von einem Alpdruck befreit auf, als er zu be merken glaubte, daß ſchon jetzt ihre Wangen ſich zu röthen an fingen und der ängſtliche Zug zwiſchen den Brauen verſchwand Und wie lieblich lag ſie da, ganz umſchimmert von dem goldenen

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